Crowdfunding – Finanzierung, wenn das eigene Geld nicht reicht

Im Rah­men unse­rer GELD-Aus­ga­be möch­ten wir unse­ren Blog nut­zen, um noch über ein paar wei­te­re The­men zum The­ma Geld zu berich­ten, die nicht mehr in die Print­aus­ga­be pass­ten. Hier ein Arti­kel von Micha­el Harms, zum The­ma Crowd­fun­ding.

Crowd­fun­ding — Finan­zie­rung wenn Geld nicht genug ist / Michel Harms

Vie­le Pro­jek­te schei­tern an man­geln­der Finan­zie­rung, obwohl das Ergeb­nis gesell­schaft­lich wün­schens­wert wäre. Die Mecha­nis­men des Mark­tes ver­sa­gen ins­be­son­de­re bei sozia­len, kul­tu­rel­len, sehr visio­nä­ren oder sehr for­schungs­in­ten­si­ven Pro­jek­ten. Staat­li­che För­de­rung ist mit büro­kra­ti­schem Auf­wand ver­bun­den, der die Ener­gie der Pro­jekt­in­itia­to­ren von ihrer eigent­li­chen Auf­ga­be abzieht. Außer­dem ist durch die zen­tra­le Ver­tei­lung der Sub­ven­tio­nen damit zu rech­nen, dass vie­le Pro­jek­te am tat­säch­li­chen gesell­schaft­li­chen Bedarf vor­bei über­för­dert (Ver­schwen­dung von Res­sour­cen) oder unter­för­dert bzw. gar nicht geför­dert wer­den (Ver­schwen­dung von Poten­zia­len).

Dem gegen­über wen­den sich beim crowd­fun­ding die Pro­jekt­in­itia­to­ren via Inter­net­platt­form direkt an die Öffent­lich­keit, um ihre Pro­jek­te vor­zu­stel­len und mög­lichst vie­le Inter­es­sen­ten für eine gemein­schaft­li­che Vor­ab­fi­nan­zie­rung zu gewin­nen. Die­se Grup­pe der Inter­es­sen­ten, deren Mit­glie­der finan­zi­el­le Bei­trä­ge in zumeist klei­nen Grö­ßen­ord­nun­gen bei­steu­ern, bil­det die „crowd“, die die Rea­li­sie­rung des Pro­jek­tes ermög­licht. Die Unter­stüt­zer erhal­ten dafür übli­cher­wei­se eine Gegen­leis­tung, die die viel­fäl­tigs­ten For­men anneh­men kann, z.B. eine öffent­li­che per­sön­li­che Dank­sa­gung, einen exklu­si­ven Ein­blick hin­ter die Kulis­sen oder in Fäl­len in denen das Pro­jekt­er­geb­nis kom­mer­zi­ell ver­mark­tet wer­den soll­te z.T. sogar eine finan­zi­el­le Betei­li­gung.

Ein crowd­fun­ding Pro­jekt wird erst rea­li­siert, wenn sich genü­gend Unter­stüt­zer gefun­den haben, die sich von der Idee begeis­tern lie­ßen und die Ziel­sum­me erreicht ist. Dadurch wird der tat­säch­li­che, gesell­schaft­li­che Bedarf ziel­ge­nau­er getrof­fen, als dies staat­li­che Sub­ven­tio­nen oder klas­si­sche Finan­zie­rungs­for­men könn­ten. Die Unter­stüt­zer kön­nen in der Auf­bau­pha­se des Pro­jek­tes als Input­ge­ber oder in der Pha­se der Ver­mark­tung als Mul­ti­pli­ka­to­ren ein­ge­bun­den wer­den. Dadurch wird das Pro­jekt bedürf­nis­ori­en­tiert gestal­tet und ver­mark­tet.

Beim crowd­fun­ding geht es um mehr als die klas­si­sche Trans­ak­ti­on von Geld gegen erbrach­te Leis­tung. Der Geld­ge­ber wird emo­tio­nal am Pro­jekt betei­ligt. Und auch der Pro­jekt­in­itia­tor bekommt von der crowd weit mehr als den mone­tä­ren Wert des ein­ge­sam­mel­ten Gel­des, näm­lich einen Ver­trau­ens­vor­schuss und den Rück­halt durch eine Grup­pe von Unter­stüt­zern. Crowd­fun­ding stif­tet Pro­jekt­i­n­i­ta­to­ren und Unter­stüt­zern ech­ten Mehr­wert, kei­ne Sei­te bekommt etwas geschenkt. Crowd­fun­ding basiert auf dem markt­wirt­schaft­li­chen Grund­ge­dan­ken.

Wenn es gelingt die ent­spre­chen­de crowd zusam­men­zu­be­kom­men, kön­nen Fil­me gedreht, Repor­ta­gen recher­chiert, Medi­ka­men­te ent­wi­ckelt, Bücher gedruckt, sozia­le Pro­jek­te geför­dert und Unter­neh­men gegrün­det wer­den, die übli­cher­wei­se kei­ne Chan­ce zur Rea­li­sie­rung hät­ten. Crowd­fun­ding kann Poten­zia­le frei­le­gen und gesell­schaft­li­che Mehr­wer­te schaf­fen.

Die Ent­wick­lung der inter­na­tio­na­len und deut­schen crowd­fun­ding – Platt­for­men ist sehr viel­ver­spre­chend.

Crowd­fun­ding Platt­for­men in Deutsch­land
♣ Start­next
♣ Inku­ba­to
♣ mys­her­pas
♣ Pling
♣ Visi­onBak­e­ry
♣ Seed­match
♣ Inno­ve­st­ment

Inter­na­tio­na­le Crowd­fun­ding Platt­for­men
♣ Kick­star­ter
♣ Sel­la­band
♣ IndieGo­Go
♣ c-crowd
♣ Spon­su­me