Die aktuelle Ausgabe

Hat die moderne Ökonomie die Natur vergessen? Was kann der Mensch aus der Natur lernen? Ist die maßlose Haltung des „anything goes“ angesichts begrenzter Ressourcen noch haltbar? Welche zukunftsorientierten Ideen, die das Verhältnis von Natur und Wirtschaft neu bestimmen, gibt es bereits? Und was geschieht mit der Natur im Zeitalter der Virtualität? Auf zu einem neuen Naturverständnis!

Die neue Ausgabe der agora42 ist hier versandkostenfrei erhältlich.

Der Berg ruft nicht

von Philippe Merz (Thales-Akademie)

Mit welchen Haltungen und Gewohnheiten nähern wir uns heute den Bergen? Indem wir die Berge durch technisch aufwändige und kostspielige Eingriffe wie Zugtrassen, Straßen, Wanderwege, Radwege, Skipisten, Lifte, Gondeln, Materialbahnen, Hängebrücken, Klettersteige, Fixseile, Bohrhaken, Berghotels oder Heli-Flüge zugänglich machen, transformieren wir sie Schritt für Schritt in Konsumobjekte und rauben ihnen (und uns selbst) dabei gerade das, was sie so außergewöhnlich macht: ihre Größe, ihre Widerständigkeit, ihre Unverfügbarkeit. weiterlesen

Natur, Kapitalismus und das Neue

Interview mit Reinhard Loske

In der Ideengeschichte der Ökonomie gibt es ganz verschiedene Naturvorstellungen. Im Marxismus wie auch im Kapitalismus ist die Natur auf die Funktion der Quelle und der Senke reduziert, wird also bloß als Ressource oder als Aufnahmemedium für Abwässer, Abgase und Abfälle begriffen. Der Marxismus und der Kapitalismus neigen systematisch dazu, die Rolle der Natur bei der Wertschöpfung zu reduzieren oder gar auszublenden. Man kann also von einer Naturvergessenheit der ökonomischen Theorie der Moderne sprechen.“ weiterlesen

Natur – was ist das?

Editorial der aktuellen Ausgabe

Es ist nicht der Eisbär, der auf einer immer kleiner werdenden Eisscholle seinem Ende entgegentreibt, der uns beunruhigt. Es ist die Erkenntnis, dass wir unsere Lebensgrundlagen zerstören, wenn wir so weiter machen wie bisher. Problem erkannt, Problem gebannt? Nein, denn die Einsicht in das Ausmaß der ökologischen Bedrohung führt nicht automatisch zu einer entsprechenden Verhaltensänderung. Stattdessen wird krampfhaft an Gewohnheiten festgehalten; an Gewohnheiten, die zu unserer wahren Natur geworden sind. Soll unsere Lebenspraxis endlich auf die Höhe unserer Einsichten kommen, müssen wir gegen unsere Natur handeln. Der Name für ein solches, unnatürliches Verhalten: Mut. weiterlesen

wusoa GmbH: Biogas für Kleinbauern

Auch Kleinvieh macht Mist.

Biogas – was ist das? Heutzutage oft ein Ärgernis, wenn man sieht, wie riesige landwirtschaftliche Flächen ver(sch)wendet werden, um darauf Mais zur Biogasproduktion anzubauen, statt diese Flächen für die Lebensmittelproduktion zu nutzen. Dies hat nicht nur katastrophale Folgen für die Biodiversität, sondern hinterlässt zumeist auch ausgelaugte Böden. Doch wäre es völlig falsch, Biogas auf dieses ökologische Desaster zu reduzieren, denn das Grundprinzip einer Biogasanlage ist sehr sinnvoll: Aus vorhandenen und nicht anders verwertbaren organischen Rest- und Abfallstoffen wie etwa Biomüll, Grünschnitt, Speiseabfällen aus der Gastronomie, Gülle und Abwasser kann man Biogas gewinnen – ein verlässlicher Gas-, Wärme- und Stromlieferant im Alltag. weiterlesen

Rettet uns künstliche Intelligenz vor dem Klimawandel?

von Carola Hesse-Marx

Zunächst scheint es, als haben Klimakatastrophe und künstliche Intelligenz nichts gemein. Doch sind beide Entwicklungen – sowohl die Ausbeutung und Zerstörung der Natur als auch die künstliche Intelligenz – das Resultat menschlicher Hybris. Und letztlich bergen künstliche Intelligenz und Naturzerstörung in sich die Degradierung, möglicherweise sogar die Auslöschung des menschlichen Denkens. Es gilt jetzt, eine Grundsatzdiskussion über die Neubewertung unseres Fortschrittsglaubens zu führen. weiterlesen

Der Reiz des eigenen Tempos

aus der Blogserie zum Thema Langsamkeit

Die Gesellschaft von morgen ist bereits chronisch krank, bevor sie überhaupt erwachsen werden kann: dünne Haut, Risse in der Seele, überreagierende Atem- und Verdauungswege. Es ist ein Hetzen und Treiben, im Job, auf den Straßen, selbst im Wochenendkurzurlaub. Und sowieso in Großstädten. Sicher, Arbeit ist aus vielerlei Gründen das Salz in der Lebenssuppe. Doch vor lauter Abstrampelei wird ganz vergessen, dass es kein Maßstab für Gesundheit ist, sich gut an eine kranke Umwelt anzupassen. weiterlesen