Cover der Ausgabe 4/2020

Die aktuelle Ausgabe: SOLIDARITÄT IN PREKÄROTOPIA

Die neue Ausgabe der agora42 widmen sich der Solidarität als der eigentlichen Grundlage unserer Lebensweise und der drohenden Gefahr sich ausweitender sowie verstärkender Prekarisierung. Sie widmet sich aber auch der Neubuchstabierung, Ausweitung und Intensivierung von Solidarität.

Die neue Ausgabe ist hier versandkostenfrei erhältlich.

Cover-Illustration der Ausgabe 4/2020

Editorial der Ausgabe 4/2020 SOLIDARITÄT IN PREKÄROTOPIA

Von Frank Augustin

Man darf angesichts des gewaltigen Umbruchs, den das Ende des Kapitalismus bedeutet, mit einer Solidarität rechnen, die auf Abwehr und Angst gründet. Wie wäre dies zu verhindern? Durch echte Solidarität, also die Solidarität zwischen Freien und Gleichen. Das erfordert, andere wie Erwachsene zu behandeln und ihnen etwas zuzutrauen – beispielsweise den kalten Entzug von alten Gewohnheiten und den Verzicht auf „Meins!“. Menschliches Dasein ist grundlegend prekär: Das Leben hat keinen übergeordneten Sinn, es gibt keine völlig gerechte politische Ordnung, wir alle werden sterben. Darauf sollten wir nicht mit Angst, Resignation oder Hass reagieren, sondern mit Mut, Lebensfreude und Solidarität. weiterlesen
Das System ändern?

Keine Aufregung. Der Widerspruch hat System

Von Martin Kornberger

Vielleicht sollten wir nicht die Widersprüche und Krisen im System, sondern das Systematische der Widersprüche und Krisen zu verstehen suchen. Erleben wir denn nicht fortwährend den Kapitalismus als Zwang, der nach Eigengesetzlichkeiten waltet, während wir ihn doch wegen seines Freiheitsversprechens als Idee akzeptieren? Führt nicht die ungeheure kapitalistische Produktion in eine Situation, wo alles einen Preis, aber nichts einen Wert hat? Und sind nicht die Prämissen der Ökonomie das eigentliche Gegenstück zum Verständnis der Ökologie? weiterlesen
Eine Straßenbahn in Toronto – Teil der Fundamentalökonomie

Systemrelevant!

Von Robert Misik

Dass „die Wirtschaft“ der privatwirtschaftlich organisierte Teil der Ökonomie sei, also jene, in der Innovation stattfindet, in der der Stachel der Konkurrenz zur Wohlstandsmehrung führt, würden die meisten Menschen so spontan annehmen – ist aber, wenn man es recht betrachtet, Unfug. Denn es sind zu einem ganz erheblichen Teil die öffentlichen Infrastrukturen, die die Wirtschaft tragen; oder kurz und knapp gesagt: die erst ermöglichen, dass im privatwirtschaftlichen Sektor irgendetwas Sinnvolles zuwege gebracht werden kann. weiterlesen
Ein Traktor: Nicht nur »ideenreicher«, sondern auch verbrauchsintensiver als ein Ochsengespann.

Auf dem »Materialauge« blind

Die Materialvergessenheit der Wachstumstheorie

Von Oliver Richters und Andreas Siemoneit | ZOE. Institut für zukunftsfähige Ökonomien

Seit Jahrzehnten wird über ökologische Grenzen des Wachstums und nachhaltige Entwicklung diskutiert. Man sollte also annehmen, dass Themen wie Rohstoffgewinnung oder Flächenverbrauch eine wichtige Rolle in der ökonomischen Wachstumstheorie spielen. Die Ökonomik ist jedoch auf dem »Materialauge« weitgehend blind und setzt einfach darauf, dass ressourcenschonendes Wachstum möglich ist, frei nach dem Motto: was sich denken lässt, lässt sich auch umsetzen. weiterlesen
Krankenhäuser: für die Menschen oder für Profite?

„Um welches Ziel es in der Ökonomie geht, ist also bestimmbar“

Fragen an Katrin Hirte

Die Corona-Krise zeigt, „dass eine Oikonomia ursprünglich dazu diente, das Bewirtschaften sozial zu regeln und nicht den Gelderwerb. Krankenhäuser z.B. wurden also für den Menschen errichtet und nicht zum Ziel des maximalen Gelderwerbs. Um welches Ziel es in der Ökonomie geht, ist also bestimmbar, während die heute geltende Ökonomik vermittelt, dass man auf diese Unterscheidung verzichten könne, da es in der Ökonomie (nur) um Erwerb an sich gehe.“ weiterlesen
Georg Wilhelm Friedrich Hegel

Georg Wilhelm Friedrich Hegel – Widerspruch, Geist und Freiheit

Von Sebastian Ostritsch

Hegels Dasein als schwäbischer Preuße zeugt von einer uns allen vertrauten, bei näherer Betrachtung aber verblüffenden Eigenheit unseres Lebens als Personen: Wir sind in der Lage, nicht nur höchst Unterschiedliches, sondern auch Gegensätzliches zu einer biographischen Einheit zu verschmelzen. Diese versöhnende Kraft ist Signum dessen, was Hegel „Geist“ nennt. Hegels „Geist“ ist kein Gespenst, keine transzendente Größe, nichts außerhalb der Welt oder unserer selbst. „Geist“ meint vielmehr das uns allen bekannte Phänomen, dass wir den zufälligen Umständen unserer Existenz nicht wehrlos ausgeliefert sind. weiterlesen

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