Jede Generation muss sich ihrer Verantwortung stellen – Interview mit Margot Käßmann

Anläss­lich der Jubi­lä­ums­aus­ga­be der agora42 spra­chen wir mit Mar­got Käß­mann über den Stand der heu­ti­gen Gesell­schaft. Im Jahr 2015 führ­ten wir ein Inter­view mit ihr für die Aus­ga­be 1/2015 Ups&Downs, das wir in blei­ben­der Erin­ne­rung behal­ten haben.

 

Frau Käß­mann, die auf uns zurol­len­de Kata­stro­phe, kli­ma­tisch als auch gesell­schaft­lich, wird mitt­ler­wei­le nicht mehr ernst­haft in Abre­de gestellt – trotz­dem rei­ßen wir das Ruder nicht her­um und fah­ren sehen­den Auges gegen den Eis­berg. Ist die Welt nicht mehr zu ret­ten?

Mar­got Käß­mann war lan­ge Zeit als evan­ge­lisch-luthe­ri­sche Theo­lo­gin und Pfar­re­rin in ver­schie­de­nen kirch­li­chen Lei­tungs­funk­tio­nen tätig. Ab 27. April 2012 war sie „Bot­schaf­te­rin für das Refor­ma­ti­ons­ju­bi­lä­um 2017“ im Auf­trag des Rates der EKD.

Ich hof­fe schlicht auf die Ver­nunft der Men­schen! Seit Mit­te der 70er Jah­re wis­sen wir um die „Gren­zen des Wachs­tums“ und vie­le haben ja auch ihr indi­vi­du­el­les Ver­hal­ten ver­än­dert. Aber die Poli­tik muss han­deln und ich fin­de, Fra­gen von Kli­ma­schutz, Abgas­emis­sio­nen, Plas­tik­ver­brauch soll­ten in den Mit­tel­punkt auch von Wahl­kämp­fen rücken.

Statt­des­sen erle­ben wir gera­de wie­der die Macht der Auto­lob­by und mit Donald Trump einen Prä­si­den­ten, der schon Errun­ge­nes zurück­dreht. Aber wir kön­nen wegen sol­cher Rück­schlä­ge nicht ein­fach die Hoff­nung und das Enga­ge­ment auf­ge­ben. Das wäre ver­ant­wor­tungs­los.

 

In Ihrem neu­en Buch Schö­ne Aus­sich­ten schrei­ben Sie, dass man mit dem Alter auch von eini­gen lieb­ge­won­ne­nen Gewohn­hei­ten Abschied neh­men muss. Ist das nicht auch die Auf­ga­be unse­rer Gesell­schaft ins­ge­samt – dass wir von lieb­ge­won­ne­nen Gewohn­hei­ten (Wachs­tum, Wohl­stands­meh­rung etc.) Abschied neh­men müs­sen? Wie aber kann das gelin­gen? Wie kann man Abschied nicht nur als Ver­lust emp­fin­den?

Es gibt auch eine Ethik des Genug. Und die muss nicht mit mora­lisch erho­be­nem Zei­ge­fin­ger daher­kom­men. Wer für sich selbst sagen kann, es ist genug, lebt ja auch zufrie­de­ner und muss nicht stän­dig einem ver­meint­li­chen Mehr nach­ja­gen. Wer ein­mal nach­denkt weiß genau, dass die ent­schei­den­den Din­ge im Leben nicht käuf­lich sind: Lie­be, Ver­trau­en, Fami­lie, Glück, Freund­schaft.

 

Peg­gy Het­mank-Brei­ten­stein, eine jun­ge Phi­lo­so­phin aus Jena schrieb uns: “Wer möch­te heu­te eigent­lich in einer der nächs­ten Gene­ra­tio­nen leben? Ich nicht.” Wie kann den jun­gen Men­schen wie­der Mut für die Zukunft gemacht wer­den?

Mei­ne Mut­ter hat als jun­ge Kran­ken­schwes­ter die Bom­ben auf Ber­lin erlebt, muss­te ihre Hei­mat ver­las­sen, leb­te zwei Jah­re in einem Inter­nie­rungs­la­ger. Ihr wur­de gesagt: In die­se Welt kann man kei­ne Kin­der set­zen – sie hat vier bekom­men. Mei­ner Gene­ra­ti­on wur­de gesagt: Ange­sichts von Bedro­hung durch Atom­waf­fen und Bevöl­ke­rungs­wachs­tum soll­te man kei­ne Kin­der in die Welt set­zen – ich habe vier bekom­men. Inzwi­schen habe ich sechs Enkel­kin­der. Ich bin über­zeugt: Jede Gene­ra­ti­on muss sich ihrer Ver­ant­wor­tung stel­len. Wir über­ge­ben die Staf­fel des Enga­ge­ments für Gerech­tig­keit, Frie­den und die Bewah­rung der Schöp­fung.

 

Der­zeit durch­fors­ten tech­nik­be­geis­ter­te Wis­sen­schaft­ler äußerst kapi­tal- und tech­nik­in­ten­siv das Welt­all, um einen Pla­ne­ten zu fin­den, auf den die Mensch­heit im Kata­stro­phen­fall aus­wan­dern kann. Wür­den Sie – im Fal­le des Fal­les – ger­ne auf einem ande­ren Pla­ne­ten neu anfan­gen?

Ich bin in einem Alter, in dem ich mich auf die letz­ten Din­ge im Leben vor­be­rei­te. Auf einem ande­ren Pla­ne­ten neu anfan­gen wür­de ich nicht. Aber am Ende ist das doch ein absur­der Gedan­ke, oder? Wir zer­stö­ren die­sen wun­der­ba­ren Pla­ne­ten, auf dem wir leben. Aber statt uns für sei­ne Gesun­dung, den Erhalt ein­zu­set­zen, suchen wir einen neu­en? Das ent­spricht letz­ten Endes der Logik der Weg­werf­ge­sell­schaft, fin­de ich.

 


Die Jubi­lä­ums­aus­ga­be der agora42 wid­men wir der 42.

42, das ist die Ant­wort auf die Fra­ge aller Fra­gen, die kei­ne Ant­wort ist. Das ist die ein­deu­ti­ge Zahl, die alles im Unkla­ren belässt. Das ist gar nicht so unsin­nig, wie es zunächst schei­nen mag. Die­se Zahl steht für den typisch mensch­li­chen Ver­such, einen Sinn zu fin­den – und ist doch gleich­zei­tig Aus­druck der Tat­sa­che, dass die­ser nicht gefun­den wer­den kann. Zum Glück! Sonst wäre alles sinn­los…

In der Jubi­lä­ums­aus­ga­be fragt die Jena­er Phi­lo­so­phin PEGGY HETMANK-BREITENSTEIN im Inter­view: “Wer möch­te heu­te eigent­lich in einer der nächs­ten Gene­ra­tio­nen leben? Ich nicht. Ist das nicht fins­ter?”

RICHARD DAVID PRECHT, Phi­lo­soph und Bei­rat der agora42, zur Fra­ge, wie er sich eine gelin­gen­de Zukunft vor­stellt: “Wir wer­den die Huma­ni­tät und das Sozia­le in den Mit­tel­punkt unse­res Lebens stel­len und nicht den Pro­fit, den Kon­sum und die Tech­nik.”
Kon­kre­te Hin­wei­se für den Über­gang in eine zukunfts­fä­hi­ge Wirt­schaft lie­fert der Publi­zist und Com­mons-Akti­vist HANS E. WIDMER: “Bevor wir smart schrump­fen kön­nen, müss­ten wir es zuerst schaf­fen smart zu wach­sen.”

Digitalisierung / Blockchain – Fluch oder Segen

Ein Vor­trag über Chan­cen und Risi­ken des tech­no­lo­gi­schen Fort­schritts.

 

Digitalisierung / Blockchain – Fluch oder Segen

Gehal­ten von Wolf­ram Bern­hardt auf der dies­jäh­ri­gen War­ne­mün­der Fach­ta­gung Steu­er, Wirt­schaft, Recht, die von den Berufs­stän­den der Steu­er­be­ra­ter, Rechts­an­wäl­te und Nota­re ein­mal jähr­lich durch­ge­führt wird. Die dies­jäh­ri­ge Fach­ta­gung fand am 18.10.2018 in Ros­tock-War­ne­mün­de statt. Es gilt das gespro­che­ne Wort.

 

John Gray, ein bri­ti­scher Phi­lo­soph, schreibt in sei­nem Buch Von Men­schen und ande­ren Tie­ren. Abschied vom Huma­nis­mus:

Kaum ein Kli­schee ist abge­grif­fe­ner als die Kla­ge, der ethi­sche Fort­schritt hin­ke dem wis­sen­schaft­li­chen hoff­nungs­los hin­ter­her. Wären wir nur klü­ger oder mora­lisch gefes­tig­ter, dann wür­den wir die Tech­no­lo­gie aus­schließ­lich kon­struk­tiv nut­zen”

 

Das schickt er als Hoff­nungs­schim­mer sei­nem Buch vor­aus, indem er jedoch lei­der dar­legt, dass Tech­nik nie neu­tral ist. Tech­no­lo­gi­sche Ent­wick­lun­gen waren immer auch ein Macht­in­stru­ment und dien­ten so von vor­ne­her­ein irgend­wel­chen Inter­es­sen. Und wo es kei­ne Macht­in­ter­es­sen waren, wur­den Tech­no­lo­gi­en ent­wi­ckelt, weil sie hohe Pro­fi­te ver­spra­chen.

Und man muss nicht auf das Buch Homo Deus des ein­gangs zitier­ten Yuval Noah Hara­ri ver­wei­sen um zu illus­trie­ren, dass der digi­tal gepimp­te und durch sämt­li­che Pro­the­sen robo­to­ri­sier­te Mensch nicht unse­re Erlö­sung sein wird.

Bereits 1930 wies der Begrün­der der Psy­cho­ana­ly­se Sig­mund Freud in sei­nem Buch Das Unbe­ha­gen in der Kul­tur, auf die­se Erkennt­nis hin, die Hara­ri heu­te einen Mil­lio­nen­best­sel­ler bescher­te. So pro­phe­zei­te er:

 

Fer­ne Zei­ten wer­den neue, wahr­schein­lich unvor­stell­bar gro­ße Fort­schrit­te auf die­sem Gebie­te der Kul­tur mit sich brin­gen – gemeint ist der tech­ni­sche Fort­schritt –, wel­che die Gott­ähn­lich­keit noch wei­ter stei­gern. Im Inter­es­se unse­rer Unter­su­chung wol­len wir aber auch nicht ver­ges­sen, dass der heu­ti­ge Mensch sich in sei­ner Gott­ähn­lich­keit nicht glück­lich fühlt.”

 

 

Heu­te wird Tech­nik und gera­de die Digi­ta­li­sie­rung jedoch kaum noch hin­ter­fragt, son­dern viel­mehr als Schick­sal ange­nom­men, das über uns gekom­men ist. Digi­ta­li­sie­rung – als die der­zei­ti­ge Meta­pher für tech­no­lo­gi­schen Fort­schritts – scheint etwas zu sein, das grund­sätz­lich gar nicht mehr hin­ter­fragt wer­den darf. Und wenn man es doch tut, kommt sofort die Gegen­fra­ge, ob man denn wie­der zurück ins dunk­le und kal­te Mit­tel­al­ter will.

 

In den kom­men­den Minu­ten will ich mit Ihnen über Sinn und Unsinn der tech­no­lo­gi­schen Ent­wick­lung nach­den­ken und unter wel­chen Bedin­gun­gen die Digi­ta­li­sie­rung und ins­be­son­de­re die Block­chain dazu bei­tra­gen kann eine freie­re, soli­da­ri­sche­re, gerech­te­re und öko­lo­gisch nach­hal­ti­ge­re Welt zu schaf­fen.

Um gleich zu ver­deut­li­chen, wie wir die­ses Ziel nie­mals errei­chen wer­den, will ich Ihnen ein Wahl­pla­kat der FDP aus dem Jahr 2017 in Erin­ne­rung rufen. Auf besag­tem Pla­kat war Chris­ti­an Lin­der zu sehen, der auf sein Smart­pho­ne starr­te und ein Kabel im Ohr hat­te. Neben ihm prang­te in gro­ßen Let­tern “Digi­tal first. Beden­ken second.”

Ich dach­te, das ist ein schlech­ter Scherz als ich das Pla­kat zum ers­ten Mal sah.

Zumal sich im sel­ben Jahr Elon Musk und der Mit­grün­der von Goog­le Deep­Mind Mus­ta­fa Suley­man sowie 114 wei­te­re Exper­ten auf dem Gebiet der Künst­li­chen Intel­li­genz mit einem offe­nen Brief an die UNO gewandt haben.

Sie for­der­ten dar­in ein Ver­bot von Kil­ler-Robo­tern, soge­nann­ten auto­no­men Waf­fen. Kon­kret geht es dabei um Kampf-Droh­nen, auto­no­me Pan­zer und auto­ma­ti­sier­te Maschi­nen­ge­weh­re, die alle­samt von Künst­li­cher Intel­li­genz gesteu­ert wer­den. Es han­delt sich also um bewaff­ne­te Robo­ter, die selbst­stän­dig Zie­le aus­wäh­len und angrei­fen kön­nen.

In dem Brief heißt es: “Uns bleibt nicht viel zu Zeit um zu Han­deln. Ist die­se Box der Pan­do­ra erst mal offen wird es schwer wer­den, die­se wie­der zu schlie­ßen.”

 

Laut Roger Carr, dem Auf­sichts­rats­vor­sit­zen­den des bri­ti­schen Rüs­tungs­kon­zerns BAE, arbei­ten bereits 40 Natio­nen an der­ar­ti­gen “Kil­ler-Robo­tern”. Das gab Carr im Rah­men einer Dis­kus­si­on auf dem Welt­wirt­schafts­fo­rum 2016 in Davos bekannt.

Sie sehen also, Tech­no­lo­gie wird nie­mals neu­tral ent­wi­ckelt.

 

Auch das Dra­ma um mani­pu­lier­te Wah­len in den USA weist uns auf die Gefah­ren unbe­dach­ter Digi­ta­li­sie­rung hin. Kon­kret geht es ers­tens um die Face­book-Kam­pa­gnen, die in Zusam­men­hang mit Cam­bri­ge Ana­ly­ti­ca stan­den und dann um die viel­fach ver­mu­te­ten Mani­pu­la­tio­nen rus­si­scher Geheim­diens­te, die sogar die Wahl­aus­zäh­lung beein­flusst haben sol­len.

Doch damit nicht genug. Zwar hört man sel­ten davon, dass west­li­che Geheim­diens­te sich in sen­si­ble Kom­mu­ni­ka­ti­ons­sys­te­me von ande­ren Staa­ten hacken – auch wenn das sicher­lich vor­kommt – aber man hört immer wie­der davon, dass rus­si­sche Geheim­diens­te Smart­pho­nes von Poli­ti­kern oder die Soft­ware der Nato hacken.

Auch von Chi­na war neu­lich zu hören, dass auf Bestre­ben der Geheim­diens­te Chips in Gerä­te von Apple und Ama­zon ein­ge­baut wur­den, die ihnen einen Back­door Acces – eine Hin­ter­tür – der Gerä­te erlaub­te.

 

Nun mag der eine oder ande­re ein­wen­den, dass es sich bei die­sen Bei­spie­len nicht um Pro­ble­me han­delt, die spe­zi­fisch auf die Digi­ta­li­sie­rung zurück zu füh­ren sind. Mani­pu­la­ti­on, Spio­na­ge­tä­tig­kei­ten und die Ent­wick­lung moder­ner Waf­fen­sys­te­me gab es zu jeder Zeit. Die Tat­sa­che, dass sie jedoch auch immer mit der Ent­wick­lung neu­er Tech­no­lo­gi­en ver­bun­den waren, soll­te uns jedoch nur noch mehr als Mah­nung die­nen, es unbe­dacht dem tech­no­lo­gi­schen Fort­schritt zu erlau­ben, unser Leben zu bestim­men.

Gibt es doch noch wei­te­re Bei­spie­le, bei denen tech­no­lo­gi­sche Lösun­gen nie­mals nur ihr Arbeits­ziel erfül­len, son­dern dar­über hin­aus IMMER Neben­wir­kun­gen für die natür­li­che und sozia­le Umwelt haben.

Genau das ist übri­gens die Defi­ni­ti­on des­sen, was ein Teil­ge­biet der Tech­nik­phi­lo­so­phie und -sozio­lo­gie zur Auf­ga­be hat: die Tech­nik­fol­gen­ab­schät­zung, die um 1960 ent­stan­den ist. Zu einer Zeit in der zwei Tech­no­lo­gi­en einen Boom fei­er­ten, so dass die­se Tech­no­lo­gi­en die zwei­te Hälf­te den letz­ten Jahr­hun­derts maß­geb­lich präg­ten: die Ent­wick­lung der Atom­ener­gie und der Plas­tik­in­dus­trie.

Wenn man sich die hoff­nungs­fro­hen Zukunfts­fan­ta­si­en aus der Zeit ansieht, als die Atom­ener­gie auf­kam, kann man nur ver­wun­dert den Kopf schüt­teln. So träum­ten Zukunfts­for­scher in den 60er Jah­ren, davon, dass bald in allen Haus­hal­ten klei­ne Saug­ro­bo­ter mit Mini­atom­kraft­wer­ken sau­ber­ma­chen wür­den.

Auch pro­phe­zei­ten ande­re Zukunfts­for­scher, dass bald alle Woh­nun­gen und Möbel aus Plas­tik sein wür­den und man die Woh­nun­gen künf­tig bequem mit dem Was­ser­schlauch rei­ni­gen könn­te.

Sie wis­sen, dass uns bei­de Ent­wick­lun­gen heu­te vor noch unge­klär­te Pro­ble­me gestellt haben: Wohin mit dem Abfall?

 

Ein wei­te­res Phä­no­men soll­te im Zusam­men­hang mit dem tech­no­lo­gi­schen Fort­schritt erwähnt wer­den, damit man ver­steht, in wel­chem Licht heu­te tech­no­lo­gi­scher Fort­schritt gese­hen wer­den muss. Sagt Ihnen der Begriff Rebound-effekt etwas?

Bereits vor 150 Jah­ren hat der bri­ti­sche Öko­nom Wil­liam Stan­ley Jevons gezeigt, dass Effi­zi­enz­stei­ge­run­gen nicht etwa zu einer Redu­zie­rung des Ener­gie­ver­brauchs, son­dern im Gegen­teil zu einem Mehr­ver­brauch füh­ren.

Denn die Ein­spa­rung wird in unse­ren kapi­ta­lis­ti­schen Ver­hält­nis­sen aus­schließ­lich als Pro­duk­ti­vi­täts­stei­ge­rung gese­hen und führt so zu einer Aus­wei­tung der Pro­duk­ti­on. So ver­steht man auch, dass – obwohl seit 1970 der Ener­gie­ver­brauch pro pro­du­zier­ter Waren­ein­heit hal­biert wur­de – den­noch der Ener­gie­ver­brauch nicht gesun­ken ist. Wenn tech­no­lo­gi­sche Ent­wick­lun­gen also dazu füh­ren dass die Pro­duk­ti­vi­tät steigt bezie­hungs­wei­se etwas effi­zi­en­ter wird, dann führt das in der Regel dazu, dass wir den Kon­sum die­ser Din­ge stei­gern.

 

Dass dies jedoch nicht end­los mög­lich ist, soll­te unmit­tel­bar deut­lich wer­den, wenn man sich klar macht, dass wir (noch) auf einem begrenz­ten Pla­ne­ten leben und wir auch nur begrenzt kon­su­mie­ren kön­nen.

 

Nach die­sen grund­sätz­li­chen Aus­füh­run­gen, über die Gefah­ren, die immer mit tech­no­lo­gi­schen Ent­wick­lun­gen ver­bun­den sind, möch­te ich ger­ne auf die Gefah­ren zu spre­chen kom­men, die im Zusam­men­hang mit der Digi­ta­li­sie­rung ste­hen und kom­me dann auf die Block­chain zu spre­chen.

Das ers­te Bei­spiel war auch wie­der so eine Geschich­te, die ich nicht glau­ben konn­te, als ich davon gehört habe.

Wenn Ihnen jemand erzäh­len wür­de, dass es künf­tig ein Zen­tral­re­gis­ter oder eine rie­si­ge Daten­bank gibt, in der die Daten aller Bür­ger zusam­men­ge­führt und gespei­chert wer­den – und Daten sind dabei alle Din­ge die sie tun und die man irgend­wie erfas­sen kann – was wäre Ihre Reak­ti­on? Zumal wenn die­se Daten dann von einer KI aus­ge­wer­tet wer­den und Ihnen je nach Ihrem Soci­al Score gewis­se Din­ge erlaubt und ande­re ver­bo­ten wer­den.

Klar gab es bereits Regime, die mit­tels Geheim­diens­te genau das ver­such­ten, aber in die­ser Tota­li­tät, hät­te das kein Geheim­dienst der Welt hin­be­kom­men.

Genau die­ses Sys­tem wird jedoch in Chi­na gera­de getes­tet.

 

Doch man muss nicht nach Chi­na schau­en, auch anders­wo hat man den Ein­druck, dass man ernst­haft glaubt, nur die Tech­nik kön­ne uns aus dem Schla­mas­sel ret­ten, in das wir sehen­den Auges gestol­pert sind.

Wer glaubt heu­te noch dar­an, dass wir den Kli­ma­wan­del durch eine Ände­rung unse­res Ver­hal­tens auf­hal­ten kön­nen? Dass wir also als mün­di­ge Bür­ger Ver­ant­wor­tung über­neh­men?

Statt­des­sen hört man in den letz­ten Jah­ren immer häu­fi­ger von dem Begriff des Geo-Engi­nee­rings. Mit die­sem Begriff wer­den vor­sätz­li­che und groß­räu­mi­ge Ein­grif­fe mit tech­ni­schen Mit­teln in geo­che­mi­sche oder bio­geo­che­mi­sche Kreis­läu­fe der Erde bezeich­net. Als Zie­le der­ar­ti­ger Ein­grif­fe wer­den haupt­säch­lich das Stop­pen der glo­ba­len anthro­po­ge­nen Kli­ma­er­wär­mung, der Abbau der CO2-Kon­zen­tra­ti­on in der Atmo­sphä­re oder die Ver­hin­de­rung einer Ver­saue­rung der Mee­re genannt.

Auch die Begrif­fe Smart­ci­ty, Smart­grid, Smar­t­home, Smart­far­ming oder sogar Smart­de­mo­cra­cy wei­sen dar­auf­hin, dass wir lie­ber Algo­rith­men die Kon­trol­le über unser Leben über­tra­gen, als sel­ber die Ver­ant­wor­tung zu über­neh­men.

Vor die­sem Hin­ter­grund erscheint es als pure Unter­trei­bung, wenn man von Moni­ka Grüt­ters aus dem CDU-Prä­si­di­um liest:

Wo Algo­rith­men die Macht über­neh­men, beginnt die geis­ti­ge und kul­tu­rel­le Ver­ar­mung unse­rer Gesell­schaft.”

Das wirk­lich inter­es­san­te an die­sem State­ment ist der Kon­text in dem die­ser Satz stand. So war der Gast­bei­trag von ihr beti­telt mit “Das Inter­net bie­tet mehr Frei­raum, als Demo­kra­tie ver­trägt – Die Digi­ta­li­sie­rung stellt den Rechts­staat auf eine Bewäh­rungs­pro­be. Zur Wah­rung zivi­li­sa­to­ri­scher Errun­gen­schaf­ten braucht es ein poli­ti­sches Update.”

 

Der Sprung mag etwas unver­mit­telt sein, aber genau hier wür­de ich mit der Block­chain anset­zen. Und zwar mit einer poli­ti­schen Uto­pie, die auf der Block­chain auf­baut. Haben Sie schon ein­mal etwas von Liber­land gehört?

Auch wenn die Freie Repu­blik Liber­land noch von kei­nem Staat aner­kannt wird, haben sich doch bereits meh­re­re hun­dert­tau­send Men­schen um die Staats­bür­ger­schaft bewor­ben – dar­un­ter eini­ge hun­dert Block­chain-Exper­ten. Und Damit ist die Repu­blik “durch Zufall zum größ­ten Blockchain­Projekt der Welt gewor­den”, wie der Prä­si­dent von Liber­land, Vít Jed­lič­ka, bemerkt. Doch wozu braucht man die Block­chain Tech­no­lo­gie bei der Grün­dung eines Staa­tes?

In dem Schwei­zer Maga­zin GDI Impuls aus dem Früh­jahr 2016 heißt es dazu:

Liber­land will einen Staat ohne Steu­ern. Um die­se Visi­on mög­lich zu machen, setzt man (…) auf die Mög­lich­kei­ten einer Tech­no­lo­gie: der Block­chain. Denn, so die Über­zeu­gung, wenn man es schaf­fe, über die­se den Traum einer Null­Transaktionskosten­Gesellschaft (fast) Wirk­lich­keit wer­den zu las­sen, kön­ne man getrost auf einen Staat ver­zich­ten, der über­all sei­ne Fin­ger im Spiel hat. (…) Zu den aktu­el­len Pro­jek­ten im Rah­men der Staats­grün­dung gehört etwa ein Katas­ter­amt, das auto­ma­ti­siert die Ver­wal­tung des Staats­ge­biets von Liber­land über­nimmt. Sobald jeder ein­zel­ne Qua­drat­me­ter über die Block­chain einem Eigen­tü­mer zuge­wie­sen ist, sind die Ver­hält­nis­se geklärt und nicht mehr mani­pu­lier­bar.“

Aller­dings sind alle die­se Über­le­gung bis­lang rein spe­ku­la­ti­ver Natur, denn noch haben die Bür­ger der Frei­en Repu­blik Liber­land ihr Staats­ge­biet nicht besie­deln kön­nen. Im Raum steht ledig­lich eine “ille­ga­le” Akti­on, die an die Lan­dung der kuba­ni­schen Revo­lu­tio­nä­re bei Playa Las Colo­ra­das unter Fidel Cas­tro erin­nert, wenn auch etwas weni­ger spek­ta­ku­lär: So plant der Prä­si­dent Jed­lič­ka die Besied­lung des aus­er­wähl­ten Land­strichs von der Fluss­sei­te her – mit Haus­boo­ten.

Ohne zu wis­sen, ob die Haus­boo­te in der Zwi­schen­zeit ange­legt haben: Sie sehen, die Block­chain bie­tet eini­ges an Poten­zi­al: Ein Staat ohne Steu­ern, ohne Staats­be­diens­te­te, ohne Büro­kra­tie – nicht nur ein liber­tä­rer Traum, son­dern wohl auch jener aller wah­ren Kom­mu­nis­ten könn­te so wahr wer­den.

 

Ja trau­en Sie sich, unsen­ti­men­tal wei­ter zu träu­men: Ein Staat, in dem Steu­er­hin­ter­zie­hung unmög­lich wird, weil jede Trans­ak­ti­on fest­ge­hal­ten wird, ein Staat, in dem jeder Bür­ger auto­ma­tisch zu sei­nem Glück gezwun­gen wird.

 

Aber selbst wenn man das küh­ne Gedan­ken­ex­pe­ri­ment wagt, dass die Instanz, die letzt­lich fest­legt, wel­ches Ver­hal­ten wün­schens­wert ist, der Phi­lo­so­phen­kö­nig ist, den sich Pla­to immer wünscht; wenn wir also alle zu unse­rem Glück gezwun­gen wer­den – und das mei­ne ich nicht iro­nisch – was sind wir dann noch?

 

Wenn ein digi­tal ver­netz­tes Öko­sys­tem geschaf­fen wird, das alle Berei­che unse­res indi­vi­du­el­len sowie gesell­schaft­li­chen Lebens sam­melt, spei­chert und aus­wer­tet, Sind wir dann noch freie Men­schen? Sind wir dann noch mün­di­ge Bür­ger? Sind wir noch leben­dig? Oder haben wir dann nicht längst schon den Glau­ben der Auf­klä­rung zu Gra­be getra­gen, dass wir Men­schen unser Schick­sal selbst in die Hand neh­men und es gestal­ten kön­nen.

 

Kön­nen wir jetzt aber dar­aus fol­gern, dass die Block­chain nur Fluch für uns bereit­hält und kei­nen Segen?

Ich wür­de sagen, es liegt in unse­rer Hand.

Aber beden­ken wir bit­te zuerst die mög­li­chen Aus­wir­kun­gen neu­er Tech­no­lo­gi­en bevor wir alles digi­ta­li­sie­ren.

Und behal­ten wir auch den Strom­ver­brauch im Blick – die Bit­coin-Block­chain ver­braucht inzwi­schen mehr Strom als ganz Öster­reich.

Über­le­gen wir uns wo die Gren­zen der erfass­ten Daten lie­gen sol­len, damit die letzt­lich han­deln­den Per­so­nen nicht zu wil­len­lo­sen Zom­bies degra­diert wer­den.

Und ganz wich­tig: Beden­ken wir, dass kei­ne Tech­no­lo­gie jemals voll­kom­men sicher sein wird.

Von daher soll­ten wir es nie soweit kom­men las­sen, dass es kei­ne alter­na­ti­ven Mit­tel und Wege mehr gibt, um die Gesell­schaft orga­ni­siert zu bekom­men.

Und zuletzt, bewah­ren wir uns den Glau­ben an den Mit­men­schen, dar­an, dass nicht jeder Mensch dem Men­schen ein Wolf ist, son­dern dass wir viel lie­ber in Koope­ra­ti­on denn in stän­di­ger Kon­kur­renz leben.

 

Bin ich jetzt also ein Tech­nik­feind? Nein, ganz im Gegen­teil. Ich glau­be immer noch dar­an, dass Tech­no­lo­gie als Mit­tel zum Zweck eine gro­ße Hil­fe sein kann.

Aber wenn wir tech­no­lo­gi­sche Ent­wick­lun­gen und ins­be­son­de­re die Digi­ta­li­sie­rung als Schick­sal begrei­fen, dann las­sen wir zu, dass die­se Ent­wick­lung uns vor uns her­trei­ben wird.

Auch wenn wir von der Angst getrie­ben wer­den, dass wir abge­hängt wer­den kön­nen, soll­ten wir nie ver­ges­sen, dass Angst schon immer ein schlech­ter Rat­ge­ber war.

Nein, nicht die Angst soll­te unser Rat­ge­ber sein, son­dern das Ver­spre­chen der Auf­klä­rung, dass wir selbst über unser Schick­sal bestim­men kön­nen und unse­re Gesell­schaft so gestal­ten, wie wir es als erstre­bens­wert erach­ten.

 

 

Cappuccinos für Senioren oder: Eines ist unsicher – die Rente!

Cappuccinos für Senioren oder:

Eines ist unsicher – die Rente!

Text: Bernd Vill­hau­er

Pho­to by Dani­el Robert on Uns­plash

 

Finan­zen – genau wie Sod­bren­nen ein lebens­lan­ges The­ma! Aber wel­che Rol­le spielt es genau in den  ver­schie­de­nen Lebens­ab­schnit­ten? Eine zu gerin­ge sagt uns die Intui­ti­on. Wahr­schein­lich soll­ten wir kurz nach dem Schul­ab­schluss unse­re Stra­te­gie fest­le­gen (für die Ren­te, nicht für das Sod­bren­nen) – ab er wer tut das außer ein  paar Lang­wei­lern?

Nor­ma­ler­wei­se geht der Bun­des­bür­ger das Pro­blem der finan­zi­el­len Vor­sor­ge für das Alter nicht an, bevor er schon die ers­ten grau­en Haa­re bekommt. Dabei gibt es doch die Gefahr der Alters­ar­mut. Aber gibt es die wirk­lich? In Deutsch­land? In Euro­pa? Und wel­che Schich­ten betrifft sie genau? Das Unwis­sen ist groß, die Angst noch grö­ßer – und dar­aus lässt sich groß­ar­tig Kapi­tal schla­gen, auch poli­ti­sches…

Sehen wir uns also die Finan­zen der Alters­vor­sor­ge ein­mal an. Moti­viert dazu hat mich Frau Mau, die mich zu nach­hal­ti­gen Pro­duk­ten für die Ren­ten­pla­nung befragt hat. Ihre Beob­ach­tun­gen hat sie im emp­feh­lens­wer­ten Online-Maga­zin „Kraut­re­por­ter“ gesam­melt.

Bernd Vill­hau­er ist Geschäfts­füh­rer des Welt­ethos Insti­tuts und Autor der Kolum­ne “Finanz und Ele­ganz”.

Für die­sen Blog hier wer­den natür­lich der Akti­en­an­teil und der Finanz­markt eine Rol­le spie­len, aber vor­her wol­len wir ein paar Wor­te über das grund­sätz­li­che Modell ver­lie­ren. Die „Sen­dung mit der Maus“ behan­delt das ja eher sel­ten. Das fällt mir jetzt erst auf: Wann wer­den jemals Finanz­fra­gen von der Maus in den Blick genom­men? Wie zah­len Ele­fant und Ente ihre Rol­ler? Ich jeden­falls habe noch nie einen der wun­der­ba­ren Erklär­fil­me zum The­ma Bau­spar­ver­trä­ge oder Geld­au­to­ma­ten gese­hen, von Wert­pa­pie­ren oder dem Gold­stan­dard ganz schwei­gen. Laser-Holo­gram­me, Skate­boards, Kon­ser­ven­fisch und Satel­li­ten ja – aber Geld? Dazu schweigt das Flagg­schiff des Info­tain­ments im deut­schen Kin­der­fern­se­hen. Was sagt uns das über „finan­ci­al liter­acy“?

 

Das Umlagesystem

Aber zurück zur Ren­te. In der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land haben wir das Umla­ge­sys­tem. Das bedeu­tet, dass die jetzt berufs­tä­ti­gen Per­so­nen einen Teil ihres Ein­kom­mens abge­ben und dar­aus die Ren­ten bezahlt wer­den. Na ja, theo­re­tisch jeden­falls. De fac­to wur­den immer wie­der in schwie­ri­gen Zei­ten Gel­der aus dem all­ge­mei­nen Topf Bun­des­haus­halt zuge­schos­sen, aber in Zei­ten der Pro­spe­ri­tät hat man sich dann auch groß­zü­gig aus dem Ren­ten­topf bedient. Eine Rück­la­ge jeden­falls, ein Fonds für die Bezah­lung von Ren­ten in Zei­ten ohne ent­spre­chen­de Ein­künf­te, wur­de nicht geschaf­fen. Die steu­er­pflich­ti­gen Arbeit­neh­me­rin­nen und Arbeit­neh­mer erwirt­schaf­ten die Ren­ten­zah­lun­gen – wes­we­gen es auch nicht ganz unwich­tig ist, wie das zah­len­mä­ßi­ge Ver­hält­nis zwi­schen der steu­er­zah­len­den und der ren­ten­emp­fan­gen­den Grup­pe ist… Der demo­gra­phi­sche Wan­del, der dafür sorgt, dass all­zu­bald vie­le Alte weni­gen Jun­gen gegen­über­ste­hen, hat mas­si­ve Aus­wir­kun­gen auf die Zah­lungs­fä­hig­keit des Ren­ten­sys­tems. Des­we­gen wird der rüh­ren­de Auf­tritt eines pro­pe­ren Arbeits­mi­nis­ters Blüm 1986 („Denn eins ist sicher: die Ren­te“) so ger­ne hämisch kom­men­tiert.

 

Betriebliche Rente und private Vorsorge

Da eben das nur auf Umla­gen basie­ren­de Ren­ten­mo­dell ver­mut­lich gar nicht so sicher ist, wer­den zwei wei­te­re Säu­len für das Ren­ten­mo­dell vor­ge­schla­gen: betrieb­li­che Ren­te und pri­va­te Vor­sor­ge. Wer nun einen zar­ten Geruch nach Käse-Fon­due wahr­zu­neh­men glaubt, der liegt nicht ganz falsch: die Schweiz ist auch hier (wie so oft) das Sehn­suchts­land. In der Eid­ge­nos­sen­schaft gibt es zur staat­li­chen Grund­ren­te, die vor allem vor ech­ter Armut schüt­zen soll, Maß­nah­men zur betrieb­li­chen Vor­sor­ge sowie eine Unter­stüt­zung für pri­va­te Spar- und Anla­ge-Akti­vi­tä­ten. „Drei-Säu­len-Modell“ wird das genannt und manch­mal mit einem Heiß­ge­tränk in Ver­bin­dung gebracht: „Cap­puc­ci­no-Modell“ (wobei der Espres­so für die Sockel­ren­te, die auf­ge­schäum­te Milch für die betrieb­li­che Ver­si­che­rung und das Sah­ne­häub­chen für die pri­va­te Vor­sor­ge steht). Beson­ders christ­li­che Sozi­al­ver­bän­de machen sich für die­se Lösung stark und for­dern den Cap­puc­ci­no für Senio­ren.

Wenn wir das Ele­ment der pri­va­ten Vor­sor­ge genau­er anschau­en, dann bekom­men wir hier den ele­gan­ten Über­gang von der staat­li­chen zur indi­vi­du­el­len Per­spek­ti­ve hin. Aller­dings soll­ten wir uns davor hüten, die eine gegen die ande­re aus­zu­spie­len. Ein soli­da­ri­sches Ren­ten­sys­tem, bei dem mit gemein­schaft­li­chen Ein­zah­lun­gen letz­ten Endes für alle gesorgt wird, lässt sich durch­aus mit akti­ver Indi­vi­du­al­vor­sor­ge und Eigen­in­itia­ti­ve ver­bin­den. Bis­lang haben alle Län­der, die ein­sei­tig nur den einen Weg gehen woll­ten, dafür einen Preis zah­len müs­sen: ent­we­der mit einer Gesell­schaft, in der die sozia­len Kon­flik­te zuneh­men und die Bin­dungs­kräf­te zer­stört wer­den – oder mit einem sich als all­mäch­tig gebähr­den­den Staat, der für alles zustän­dig sein will, die Eigen­in­itia­ti­ve lähmt und am Ende für nichts mehr Geld hat.

 

Das Mischsystem

Wenn wir das Lob des Misch­sys­tem sin­gen (und dafür gibt es vie­le Grün­de), dann dür­fen wir auch den Appell wie­der­ho­len, der aus der Finanz­bran­che schon lan­ge erschallt: „Deut­sche, kauft Akti­en!“ Es dür­fen auch Fonds, beson­ders ETFs im Rah­men von Spar­plä­nen sein – aber kop­pelt Euch nicht ab von den Akti­en­märk­ten, die einen wich­ti­gen Bei­trag zu Eurer Alters­vor­sor­ge leis­ten kön­nen. Und je lang­fris­ti­ger Ihr denkt, des­to unbe­denk­li­cher wird das Gan­ze. Bei einem 30-jährigen Anla­ge­zeit­raum zum Bei­spiel beträgt auch die gerings­te Ren­di­te von Fondssparplänen über vier Pro­zent jähr­lich (und dabei sind alle Kos­ten und Auf­schlä­ge berück­sich­tigt!). Wer nicht kurz­fris­tig spe­ku­liert, son­dern lang­fris­tig spart, anlegt und inves­tiert – der kann kaum ver­lie­ren. Das gilt natür­lich nur, wenn uns nicht das gan­ze Sys­tem um die Ohren fliegt. Aber dazu an ande­rer Stel­le mehr…

Wer nicht kurz­fris­tig spe­ku­liert, son­dern lang­fris­tig spart, anlegt und inves­tiert – der kann kaum ver­lie­ren. Das gilt natür­lich nur, wenn uns nicht das gan­ze Sys­tem um die Ohren fliegt.

Alters­vor­sor­ge muss auf meh­re­ren Ebe­nen gedacht wer­den — auch auf der, wie wir in einer vom Kli­ma­wan­del und fort­schrei­ten­der Umwelt­zer­stö­rung gebeu­tel­ten Welt noch unse­re Ren­te ver­zeh­ren wol­len. Auch die­se Dimen­si­on soll­te sich im Vor­sor­ge­ver­hal­ten wie­der­fin­den.

Ver­trau­en wir einen Augen­blick der Weis­heit der Ober­flä­chen und wer­fen wir einen Blick auf die Wer­bung für Anla­gen und Wert­erhal­te: da sehen wir alte Bäu­me, unbe­rühr­te Natur­land­schaf­ten, aber auch gepfleg­te Park­flä­chen, vie­le Berg­se­en, gele­gent­lich mal älte­re Herr­schaf­ten, die ihren Nach­kom­men teu­re Uhren zei­gen oder mit ihnen vor einem Pre­mi­um-Old­ti­mer ste­hen. In der Welt der Wer­bung hin­ter­las­sen wir neben einem prall gefüll­ten Bank­kon­to, dem Feri­en­haus an der meck­len­bur­gi­schen Seen­plat­te und diver­sen Vin­ta­ge-Kost­bar­kei­ten eine gepfleg­te und gesun­de Welt, Natur und Kul­tur in vor­zeig­ba­rem Zustand. Dass das nicht den Rea­li­tä­ten ent­spricht, das muss ich kei­nem sagen, der nicht den Nach­na­men Trump trägt.

Es ist nicht gut bestellt um das Fort­le­ben von Pflan­zen-, Tier-, und Men­schen­welt. Daher ist eine ech­te Vor­sor­ge eine, die nach­hal­ti­ge Finanz­pro­duk­te ernst nimmt. Es wäre doch ver­rückt, wenn wir die eige­ne Zukunft sichern mit Anla­gen, die die Zukunft aller bedro­hen. Dann lie­ber den Markt für die nach­hal­ti­gen Geld­an­la­gen gut scan­nen. Dass es um deren Ren­di­te oft sehr gut bestellt ist, zei­gen die ver­schie­de­nen Nach­hal­tig­keits­fonds.

Dar­über könn­te die „Sen­dung mit der Maus“ auch ein­mal etwas brin­gen.

 

Geschrie­ben bei einer Tas­se Tee am 15.10.2018

 

 

 

In der Kolum­ne “Finanz & Ele­ganz” geht Bernd Vill­hau­er den Zusam­men­hän­gen von ele­gan­ten Lösun­gen, Insze­nie­run­gen, Sym­bo­len und Behaup­tun­gen einer­seits sowie dem Finanz­markt ande­rer­seits nach. Grund­sätz­li­che Über­le­gun­gen zu der Kolum­ne fin­den Sie in der Ein­füh­rung.

The European Balcony Project

Die Ausrufung der Europäischen Republik

Am 10.11.2018 wur­de die Euro­päi­sche Repu­blik an zahl­rei­chen Stand­or­ten Euro­pas aus­ge­ru­fen. europeanbalconyproject.eu

Eines ist klar: So wie Euro­pa jetzt kon­zi­piert ist, hat es kei­ne Per­spek­ti­ve. Davon zeugt nicht zuletzt der auf­kei­men­de Natio­na­lis­mus, der – wie jede ande­re Rück­zugs­be­we­gung auch – Aus­druck des Aus­blei­bens einer über­fäl­li­gen gesell­schaft­li­chen Wei­ter­ent­wick­lung ist. Klar: Der Natio­nal­staat hat sich fast 200 Jah­re lang wacker gehal­ten und die euro­päi­schen Gesell­schaf­ten durch eini­ge Moder­ni­sie­rungs­schü­be gelotst. Aber schon im letz­ten Jahr­hun­dert ging es kata­stro­phal dane­ben mit ihm, als die natio­na­lis­ti­sche Idee zu zwei Welt­krie­gen führ­te. Ulri­ke Gué­rot, Poli­tik­wis­sen­schaft­le­rin und Grün­de­rin des Euro­pean Demo­cra­cy Labs, schreibt dazu: „Natio­na­lis­mus und sein häss­li­cher Bru­der, der Popu­lis­mus, sind (…) Sym­pto­me, Mecha­nis­men der Abschot­tung, wo der Weg, die gesell­schaft­li­chen Pro­ble­me (…) gesamt­eu­ro­pä­isch zu lösen, insti­tu­tio­nell wie poli­tisch ver­sperrt ist.“

Ange­sichts der tie­fen euro­päi­schen Kri­se, die Euro­pa nicht nur in Nord und Süd, Ost und West gespal­ten hat, son­dern auch die natio­na­len Gesell­schaf­ten selbst zer­setzt, soll­te man also erst ein­mal vor der eige­nen Haus­tü­re keh­ren, anstatt sich mit Ver­weis auf Trump, Putin oder Xi Jin­ping davor zu drü­cken, längst über­fäl­li­ge Refor­men anzu­ge­hen. Ent­spre­chend plä­diert Gué­rot schon seit Jah­ren für einen Neu­an­fang: Dem gemein­sa­men Markt und der gemein­sa­men Wäh­rung muss end­lich eine gemein­sa­me euro­päi­sche Demo­kra­tie fol­gen – eine Euro­päi­sche Repu­blik.

 

Nous ne coali­sons pas des États, nous unis­sons les hom­mes.” – „Wir schaf­fen kein Staa­ten­bünd­nis, wir ver­ei­nen Men­schen.“

 

Die­se Wor­te stam­men aus dem Jahr 1952 und von kei­nem Gerin­ge­ren als Jean Mon­net, dem Grün­dungs­va­ter der heu­ti­gen EU. Genau dar­um geht es auch Ulri­ke Gué­rot und dem öster­rei­chi­schen Schrift­stel­ler Robert Men­as­se: Die Men­schen Euro­pas sol­len in stür­mi­scher wer­den­den Zei­ten zusam­men­ge­bracht wer­den. Des­halb haben sie The Euro­pean Bal­co­ny Pro­ject ins Leben geru­fen.

In die­sem Pro­jekt geht es nicht um den Urlaub auf Bal­ko­ni­en, son­dern dar­um, eine alte Tra­di­ti­on wie­der­auf­le­ben zu las­sen. So wird am 10. Novem­ber 2018 um 16 Uhr die Euro­päi­sche Repu­blik von (Theater-)Balkonen und an öffent­li­chen Plät­zen in ganz Euro­pa aus­ge­ru­fen. Die­ses Datum wur­de gewählt, weil es zwi­schen zwei für die euro­päi­sche Geschich­te wich­ti­gen Gedenk­ta­gen liegt: Am 9. Novem­ber 1918 wur­den die Repu­bli­ken Wei­mar, Bay­ern und Öster­reich aus­ge­ru­fen und am 11. Novem­ber 1918 ende­te der Ers­te Welt­krieg.

Das Euro­pean Bal­co­ny Pro­ject wird unter ande­rem von Milo Rau und Elfrie­de Jeli­nek unter­stützt. Es umfasst Ver­an­stal­tun­gen, Gesprä­che, Podi­ums­dis­kus­sio­nen und künst­le­ri­sche Inter­ven­tio­nen, die vom 9. bis 11. Novem­ber 2018 in zahl­rei­chen euro­päi­schen Städ­ten statt­fan­den. Sechs Mona­te vor den nächs­ten Wah­len zum Euro­päi­schen Par­la­ment sol­len die Wei­chen für ein gemein­sa­mes, sozia­les und demo­kra­ti­sches Euro­pa gestellt wer­den – für ein bür­ger­na­hes, dezen­tra­les Euro­pa ohne Natio­nen und Gren­zen. Die Idee des Gemein­wohls – der res publi­ca – dient als Leit­prin­zip die­ser zukünf­ti­gen euro­päi­schen Ord­nung: ein Markt, eine Wäh­rung, eine Demo­kra­tie. So soll sich der euro­päi­sche Wahl­spruch von der „Ein­heit in Viel­falt“ ver­wirk­li­chen.

 

MANIFEST

Heu­te, am 10. Novem­ber 2018 um 16 Uhr, 100 Jah­re nach Ende des I WK, der auf Jahr­zehn­te die euro­päi­sche Zivi­li­sa­ti­on zer­stört hat­te, geden­ken wir nicht nur der Geschich­te, son­dern neh­men unse­re Zukunft selbst in die Hand.

Es ist Zeit, das Ver­spre­chen Euro­pas zu ver­wirk­li­chen und sich an die Grün­dungs­idee des euro­päi­schen Eini­gungs­pro­jekts zu erin­nern.

Wir erklä­ren alle, die sich in die­sem Augen­blick in Euro­pa befin­den, zu Bür­ge­rin­nen und Bür­gern der euro­päi­schen Repu­blik. Wir neh­men unse­re Ver­ant­wor­tung für das uni­ver­sa­le Erbe der all­ge­mei­nen Erklä­rung der Men­schen­rech­te an, und gelo­ben, sie end­lich zu ver­wirk­li­chen.

Wir sind uns bewusst, dass der Reich­tum Euro­pas auf Jahr­hun­der­ten der Aus­beu­tung ande­rer Kon­ti­nen­te und der Unter­drü­ckung ande­rer Kul­tu­ren beruht. Wir tei­len des­halb unse­ren Boden mit jenen, die wir von ihrem ver­trie­ben haben. Euro­pä­er ist, wer es sein will. Die Euro­päi­sche Repu­blik ist der ers­te Schritt auf dem Weg zur glo­ba­len Demo­kra­tie.

Das Euro­pa der Natio­nal­staa­ten ist geschei­tert.

Die Idee des euro­päi­schen Eini­gungs­pro­jekts wur­de ver­ra­ten.

Der Bin­nen­markt und der Euro konn­ten ohne poli­ti­sches Dach zur leich­ten Beu­te einer neo­li­be­ra­len Agen­da wer­den, die der Idee der sozia­len Gerech­tig­keit wider­spricht.

Daher muss die Macht in den euro­päi­schen Insti­tu­tio­nen erobert wer­den, um den gemein­sa­men Markt und die gemein­sa­me Wäh­rung in einer gemein­sa­men euro­päi­schen Demo­kra­tie zu gestal­ten.

Denn Euro­pa heißt: Men­schen zu einen und nicht Staa­ten zu inte­grie­ren.

An die Stel­le der Sou­ve­rä­ni­tät der Staa­ten tritt hier­mit die Sou­ve­rä­ni­tät der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger. Wir begrün­den die Euro­päi­sche Repu­blik auf dem Grund­satz der all­ge­mei­nen poli­ti­schen Gleich­heit jen­seits von Natio­na­li­tät und Her­kunft. Die kon­sti­tu­tio­nel­len Trä­ger der euro­päi­schen Repu­blik sind die Städ­te und Regio­nen. Der Tag ist gekom­men, dass sich die kul­tu­rel­le Viel­falt Euro­pas end­lich in poli­ti­scher Ein­heit ent­fal­tet.

Der Euro­päi­sche Rat ist abge­setzt.
Das Euro­päi­sche Par­la­ment hat gesetz­ge­be­ri­sche Gewalt.
Es wählt eine euro­päi­sche Regie­rung, die dem Woh­le aller euro­päi­schen Bür­ge­rin­nen und Bür­ger glei­cher­ma­ßen ver­pflich­tet ist.

Es lebe die Euro­päi­sche Repu­blik!

 

 


In der 42. Aus­ga­be der agora42 befas­sen wir uns in vier Kapi­teln mit der neo­li­be­ra­len Ideo­lo­gie, die zur Finanz­kri­se und damit zur sozia­len Kri­se geführt hat:

So fragt die Jena­er Phi­lo­so­phin PEGGY HETMANK-BREITENSTEIN im Inter­view: “Wer möch­te heu­te eigent­lich in einer der nächs­ten Gene­ra­tio­nen leben? Ich nicht. Ist das nicht fins­ter?”

RICHARD DAVID PRECHT, Phi­lo­soph und Bei­rat der agora42, zur Fra­ge, wie er sich eine gelin­gen­de Zukunft vor­stellt: “Wir wer­den die Huma­ni­tät und das Sozia­le in den Mit­tel­punkt unse­res Lebens stel­len und nicht den Pro­fit, den Kon­sum und die Tech­nik.”

Kon­kre­te Hin­wei­se für den Über­gang in eine zukunfts­fä­hi­ge Wirt­schaft lie­fert der Publi­zist und Com­mons-Akti­vist HANS E. WIDMER: “Bevor wir smart schrump­fen kön­nen, müss­ten wir es zuerst schaf­fen smart zu wach­sen.”

Solidarische betriebliche Grundrente – ein Konzept

Wie Altersarmut entgegenwirken?

Wie immer wie­der in der Öffent­lich­keit dis­ku­tiert wird – wenn die Ren­te gesi­chert wer­den soll – ist die Ren­te alles ande­re als sicher. Die offe­nen Fra­gen sind bekannt: Wie sol­len immer weni­ger Arbeit­neh­mer immer mehr Ren­ter deren Ren­te finan­zie­ren? Wie sicher ist die umla­gen­fi­nan­zier­te Ren­te und sind kapi­tal­ge­deck­te Ren­ten­mo­del­le die bes­se­re Vari­an­te?

Und dann bleibt immer noch die Fra­ge, wie man sicher­stel­len kann, dass gera­de die­je­ni­gen, die für die Gesell­schaft wich­ti­ge und zukunfts­wei­sen­de Tätig­kei­ten geleis­tet haben – Müt­ter, Erzie­her, Gesund­heits- und Kran­ken­pfle­ge­rin­nen und vie­le ande­re – nicht in die Alters­ar­mut rut­schen.

Pho­to by Javardh on Uns­plash

 

Ende August erreicht uns ein Vor­schlag für ein Ren­ten­mo­dell, das ver­sprach das Pro­blem der Alters­ar­mut in den Griff zu bekom­men. So hieß es in dem Kon­zept­pa­pier:

Die­ser Pro­ble­ma­tik lässt sich ent­ge­gen­wir­ken, wenn Men­schen wie­der anfan­gen, sich soli­da­risch abzu­si­chern. (…) Mit der Gestal­tung eines schlan­ken und agi­len Grund­ren­ten­ver­eins als Trä­ger wird es mög­lich, Men­schen unkom­pli­ziert auf einem wür­di­gen Niveau abzu­si­chern und ihnen die Angst vor der Armut im Alter zu neh­men. Dafür zahlt der Arbeit­ge­ber monat­lich 10€ pro Mit­ar­bei­te­rIn in einen Soli­dar­fonds. Durch die­se Bei­trä­ge wer­den die bedürf­ti­gen Mit­ar­bei­te­rIn­nen im Alter mit einer Zusatz­ren­te unter­stützt – ein Kon­zept, wel­ches dort hilft, wo Hil­fe gebraucht wird.

Und wei­ter

Wie funk­tio­niert die­se Grund­ren­te? Die Idee dahin­ter ist ein­fach. Ver­schie­de­ne Unter­neh­men und Orga­ni­sa­tio­nen schlie­ßen sich zu einem Ver­ein zusam­men – dem sich im Auf­bau befin­den­den Grund­ren­te e.V. Die­ser hat die Auf­ga­be die Mit­ar­bei­te­rIn­nen sei­ner Mit­glieds­or­ga­ni­sa­tio­nen vor Alters­ar­mut zu schüt­zen. Jede Mit­glieds­or­ga­ni­sa­ti­on des Ver­eins zahlt einen Ver­eins­bei­trag, wel­cher sich an der Anzahl der beschäf­tig­ten Mit­ar­bei­te­rIn­nen ori­en­tiert. Die monat­li­chen Bei­trä­ge von 10 € pro Mit­ar­bei­te­rIn wer­den orga­ni­sa­ti­ons­über­grei­fend in einem Fonds zusam­men­ge­führt.

Die Grund­ren­te zielt dar­auf, die­je­ni­gen Men­schen zu unter­stüt­zen, die in unse­rem heu­ti­gen Sys­tem nicht genug Ren­ten­an­sprü­che erwirt­schaf­ten konn­ten, um im Alter gut aus­zu­kom­men.

Ehe­ma­li­ge Mit­ar­bei­te­rIn­nen der Mit­glieds­or­ga­ni­sa­tio­nen, deren klei­ne Ren­te unter 1200€ liegt haben die Mög­lich­keit, einen Antrag auf Unter­stüt­zung beim Grund­ren­ten­fonds zu stel­len. Die­ser stockt ihnen ihr Alters­ein­kom­men auf monat­lich 1.200€ brut­to bzw. für Paa­re auf ins­ge­samt 2.000€ auf. Der Wert ist infla­ti­ons­be­rei­nigt und steigt mit der Zeit ent­spre­chend an.

Um dies zu ermög­li­chen, erhält der Grund­ren­te e.V. von jeder Mit­glieds­or­ga­ni­sa­tio­nen pro Mit­ar­bei­te­rIn 10€ im Monat, die in einem Fond gesam­melt wer­den. Die Auf­ga­be des Ver­eins ist es, schnell und unbü­ro­kra­tisch die Anträ­ge zu bear­bei­ten und Gel­der an die Antrag­stel­ler aus­zu­schüt­ten, um so effek­tiv Alters­ar­mut vor­beu­gen zu kön­nen. Dabei sorgt die nicht gewinn­ori­en­tier­te Aus­rich­tung des Ver­eins dafür, dass die im Fonds gesam­mel­ten Gel­der tat­säch­lich aus­ge­zahlt und nicht zurück­ge­hal­ten wer­den. Es gibt weder von Sei­ten der Ver­eins­mit­glie­der noch von Sei­ten der Antrag­stel­ler einen Rechts­an­spruch auf Leis­tun­gen. Das ermög­licht, nicht unter die her­kömm­li­che Ver­si­che­rungs­auf­sicht mit all ihren Auf­la­gen und zusätz­li­chen Kos­ten­fak­to­ren zu fal­len. Was zählt ist viel­mehr die Sicher­heit, die durch die Gemein­schaft und das geteil­te Ide­al einer wür­di­gen Alters­si­che­rung für alle, ent­steht. Das Ver­trau­en in die Gemein­schaft wird zusätz­lich bestärkt, durch eine gute Berech­nung des vor­aus­sicht­lich anfal­len­den Bedarfs an Grund­ren­ten, unter Ein­be­zug der spe­zi­fi­schen Bedin­gun­gen der Mit­glieds­or­ga­ni­sa­tio­nen.

Die Unter­stüt­zung wird durch den Ver­ein zuge­spro­chen. Sie wird zunächst auf 2 Jah­re zuge­si­chert, anschlie­ßend wer­den die Vor­aus­set­zun­gen erneut über­prüft. Sind die­se erfüllt, so wird die Unter­stüt­zung um wei­te­re 5 Jah­re ver­län­gert. Die­ser Pro­zess kann unein­ge­schränkt wie­der­holt wer­den, sodass eine kon­stan­te Grund­ren­te von monat­lich 1.200€ ermög­licht wird.

 

Prin­zi­pi­ell fan­den wir die­se Idee durch­aus nicht unin­ter­es­sant. Doch je län­ger wir dar­über nach­dach­ten, des­to mehr Fra­gen taten sich auf. Drei davon haben wir Sarah Mewes, eine der Initia­to­rin­nen des Grund­ren­te e.V., gestellt.

 

In dem von Ihnen vor­ge­schla­ge­nen Modell pro­fi­tie­ren nur ehe­ma­li­ge Mit­ar­bei­ter von die­sem Fonds, deren Arbeit­ge­ber in den Fonds ein­be­zahlt haben. Wenn jetzt jedoch genau die Per­so­nen von Alters­ar­mut betrof­fen sind, deren Arbeit­ge­ber nicht in den Fonds ein­be­zahlt haben, was bringt dann die­sen Per­so­nen die­ser Fonds?

Genau die­sen Per­so­nen kann der Grund­ren­ten e.V. in die­sem Moment nicht hel­fen. Doch unser Ziel ist es, ja gera­de durch eine wei­te Ver­brei­tung des Fonds vie­len Men­schen zu hel­fen. Es geht dar­um, die Ange­stell­ten von Mit­glieds­un­ter­neh­men, die nicht genug Ren­ten­an­sprü­che erwirt­schaf­ten konn­ten, sei es durch Kin­der­er­zie­hung, Krank­heit oder sons­ti­ges, vor Alters­ar­mut zu bewah­ren. Damit wird auf der einen Sei­te der Gen­der-Pen­si­on-Gap ange­gan­gen. Deutsch­land ist im OECD-Durch­schnitt das Land, was in die­ser Hin­sicht am schlech­tes­ten abschnei­det: hier­zu­lan­de bekom­men Frau­en im Durch­schnitt 44% weni­ger Ren­te als Män­ner. Auf der ande­ren Sei­te soll durch eine Ver­bin­dung von Sozi­al- und Wirt­schafts­be­trie­ben ein Aus­gleichs­me­cha­nis­mus zwi­schen pro­duk­ti­ver und mone­tär weni­ger gewertschätz­ter Care­ar­beit geschaf­fen wer­den.

Für das grund­sätz­li­che Pro­blem, dass in unse­rer Gesell­schaft zu vie­le Men­schen von Alters­ar­mut betrof­fen sind, kann der Grund­ren­ten e.V. kei­ne Abhil­fe schaf­fen. Das Pro­blem, dass bei­spiels­wei­se Selbst­stän­di­ge – eine der von Alters­ar­mut am meis­ten betrof­fe­nen Grup­pen – dar­in nicht auf­ge­fan­gen wer­den kön­nen ist uns sehr bewusst. Lei­der ist uns noch kei­ne Lösung ein­ge­fal­len, die­se Men­schen in das Grund­ren­ten­sys­tem ein­zu­be­zie­hen. Gewis­ser­ma­ßen betreibt der Grund­ren­te e.V. eben eine Sym­ptom­be­kämp­fung, die auch nur in einem begrenz­ten Feld funk­ti­ons­fä­hig ist.

Den­noch hof­fen wir, mit dem Grund­ren­te e.V. ein posi­ti­ves Zei­chen set­zen zu kön­nen, dass zeigt, dass eine soli­da­ri­sche Alters­si­che­rung, die alle betei­lig­ten Men­schen vor Alters­ar­mut bewahrt, mög­lich sein kann. Wir wol­len damit zei­gen, dass es Mög­lich­kei­ten auf dem Gebie­te der Ren­te gibt und es sich lohnt, ande­re Wege zu den­ken.

 

Sie schrei­ben, dass die­ser Fonds nach dem Umla­ge­mo­dell funk­tio­niert. Sprich, die Ein­nah­men wer­den gleich aus­ge­schüt­tet. Dür­fen Rück­la­gen gebil­det wer­den, wenn nicht alle Mit­tel abge­ru­fen wer­den? Was pas­siert, wenn die Ein­nah­men die Aus­ga­ben nicht decken kön­nen?

Ja, der Grund­ren­ten­fonds soll auf Basis eines Umla­ge­sys­tems funk­tio­nie­ren. Die­ses soll einen Gene­ra­tio­nen­ver­trag eta­blie­ren, indem Men­schen sich gegen­sei­tig stüt­zen. Wir glau­ben, dass eine nach­hal­ti­ge Alters­vor­sor­ge erfor­dert, dass wir wie­der ler­nen, mehr in mensch­li­che Soli­da­ri­tät, nicht nur in abs­trak­ten Finanz­sys­te­me zu ver­trau­en. Somit ist das Soli­dar­mo­dell des Grund­ren­ten­ver­eins eine Platt­form, auf der wir kol­lek­tiv üben kön­nen, wie­der Men­schen zu ver­trau­en.

Das bedeu­tet kei­nes­wegs, dass kei­ne Rück­la­gen gebil­det wer­den kön­nen. Da die Anzahl der Rent­ne­rIn­nen immer schwan­ken wird, wird das zu bestimm­ten Zei­ten durch­aus sinn­voll und nötig sein, um eine vor­aus­schau­en­de Sicher­heit zu gewähr­leis­ten.

Soll­ten nicht alle Mit­tel abge­ru­fen wer­den, kön­nen die Mit­glie­der mit­ent­schei­den, ob die über­blei­ben­den Mit­tel in Rück­la­gen flie­ßen, Bei­trä­ge gesenkt oder Leis­tun­gen erhöht wer­den. Umge­kehrt gilt das­sel­be in Bezug auf Mit­tel­knapp­heit.

Eine poten­zi­el­le Anpas­sung der Leis­tun­gen ist mög­lich, da es sich bei der Grund­ren­te eben nicht um eine klas­si­sche Ver­si­che­rung han­delt. Sie beruht auf Zuspruch, nicht Anspruch. Das heißt: Um Grund­ren­te zu emp­fan­gen, müs­sen Men­schen einen Antrag beim Grund­ren­te e.V. stel­len. Die­ser gewährt ihnen dann Grund­ren­ten­leis­tun­gen, wenn sie die För­der­kri­te­ri­en erfül­len, also eine Auf­sto­ckung ihrer Ren­te auf 1.200€. Ein Bei­spiel: Anke ist Jugend- und Heim­er­zie­he­rin und hat zwei Kin­der groß­ge­zo­gen. Sie wird ein Alters­ein­kom­men (gesetz­li­che- und betrieb­li­che Ren­te) von 1.000€ bekom­men. In die­sem Fall wür­de der Grund­ren­ten e.V. Anke mit 200€ im Monat unter­stüt­zen.

 

Ange­nom­men die­ses Kon­zept funk­tio­niert, kann das dann nicht dazu füh­ren, dass der Staat über­fäl­li­ge Refor­men auf die lan­ge Bank schiebt, mit denen das Pro­blem der Alters­ar­mut viel wirk­sa­mer ange­gan­gen wer­den kann, weil so die Ursa­chen bekämpft wer­den kön­nen und alle Bür­ger adres­siert wer­den?

Das hof­fe ich nicht. Das wür­de auf jeden Fall unse­ren Zie­len kom­plett wider­spre­chen. Die Gefahr besteht sicher­lich, dass, soll­te die­ses Modell plötz­lich durch die Decke gehen, über­fäl­li­ge Refor­men gehemmt wer­den. Ich den­ke, dass es aber falsch wäre, dar­aus die Schluss­fol­ge­rung zu zie­hen, lie­ber nicht die aku­ten Pro­ble­me der Gegen­wart anzu­ge­hen.

Letzt­end­lich ist die zen­tra­le Fra­ge, die sich hier stellt, wie gesell­schaft­li­che Trans­for­ma­ti­on von­stat­ten geht. Wie geschieht Wan­del? Wovon wird er aus­ge­löst?

In der Geschich­te las­sen sich immer wie­der Momen­te zei­gen, in denen klei­ne Initia­ti­ven von unten einen Wan­del im Gro­ßen haben bewir­ken konn­ten. Bei­spiels­wei­se bau­te auch das ers­te Sozi­al­ver­si­che­rungs­sys­tem auf vor­her erprob­ten Ver­si­che­run­gen in Betrie­ben, vor allem im Berg­bau, auf.

Heu­te ist unser Sozi­al­ver­si­che­rungs­sys­tem sehr fest­ge­fah­ren und ent­wi­ckelt sich nur lang­sam. Die Agen­da 2010 war da ein Quan­ten­sprung. Sie hat das deut­sche Sozi­al­sys­tem durch­ge­rüt­telt und mit einer Grund­sa­nie­rung des­sen begon­nen. Nur lei­der in die völ­lig fal­sche Rich­tung, wenn man das Ziel einer flä­chen­de­cken­den Ver­mei­dung von Alters­ar­mut im Auge hat.

Von Poli­tik und Medi­en wird uns seit­her stets sug­ge­riert, dass es nicht anders geht: das Ren­ten­ni­veau muss sin­ken, wir müs­sen den Gür­tel enger schnal­len. Wie­so stellt eigent­lich nie jemand die Fra­ge, wie­so in einer Gesell­schaft, die immer rei­cher wird, es plötz­lich uner­schwing­lich ist, alten Men­schen einen Lebens­abend in Wür­de zu ermög­li­chen?

Mit dem Grund­ren­te e.V. wol­len wir zei­gen, dass es mög­lich ist. Das es auch heu­te mög­lich ist, Men­schen mit ver­schie­dens­ten Hin­ter­grün­den ein wür­de­vol­les Altern zu ermög­li­chen.

Um zu signa­li­sie­ren, dass es noch ande­re Maß­nah­men braucht, damit alle ein gutes Leben im Alter haben, ver­knüp­fen wir unse­re Arbeit mit poli­ti­schen For­de­run­gen, in denen wir uns kon­kret zur Ren­ten­po­li­tik posi­tio­nie­ren.

 


Das könn­te Sie auch inter­es­sie­ren: Anfang 2012 mach­ten wir eine Aus­ga­be zum The­ma “alt & jung – Gene­ra­tio­nen­ge­rech­tig­keit. Dar­in u.a.

alt und jungRichard David Precht: Enga­ge­ment in prag­ma­ti­scher Hin­sicht – Über­le­gun­gen zur sozia­len pflicht

Inter­view: Mar­ga­re­te Mit­scher­lich und Julia Fried­richs – Gegen die Angst

Ott­mar Schrei­ner: Muss das Ren­ten­sys­tem in Ren­te?

Andre­as Becker: Die Verpfändung der Zukunft – Finanz­po­li­tik und Gene­ra­tio­nen­ge­rech­tig­keit

Sight, Seeing, Society – Katalogpräsentation

Sight, Seeing, Society

Am gest­ri­gen Sonn­tag den 23. Sep­tem­ber 2018 fand die Kata­log­prä­sen­ta­ti­on zur Aus­stel­lung Sight, See­ing, Socie­ty von Janusch Czech im Kunst­ver­ein Pforz­heim statt. Der Kata­log ist im agora42 Ver­lag erschie­nen und doku­men­tiert die ers­te gro­ße insti­tu­tio­nel­le Ein­zel­aus­stel­lung des in Mün­chen und Pforz­heim arbei­ten­den Künst­lers Janusz Czech (*1975, Ked­zier­zyn).

 

Janusch Czech im Gespräch mit Bet­ti­na Schön­fel­der anläss­lich der Kata­log­prä­sen­ta­ti­on. Im Hin­ter­grund ein paar Wer­ke aus der Serie Sight­see­ing.

Janusz Czech beglei­tet die agora42 seit 2011 in viel­fäl­ti­ger Hin­sicht. Seit 2011 hat er fast jedes Inter­view der agora42 foto­gra­fisch doku­men­tiert. Dar­über hin­aus ist die Aus­ga­be 4/2018 Wa(h)re Angst, die wir in Koope­ra­ti­on mit dem EMMA – Krea­tiv­zen­trum Pforz­heim kon­zi­piert haben, auf sein Enga­ge­ment zurück­zu­füh­ren. Auch kura­tier­te er die gleich­na­mi­ge Grup­pen­aus­stel­lung, die zeit­gleich mit der Aus­ga­be in Pforz­heim statt­fand.

 

Unter dem Titel „Sight, See­ing, Socie­ty“ prä­sen­tiert er in den zwei Aus­stel­lungs­räu­men des Kunst­ver­eins Pforz­heim gro­ße Instal­la­tio­nen und foto­gra­fi­sche Bild­se­ri­en, die das hoch­ak­tu­el­le Span­nungs­feld von Archi­tek­tur, Gesell­schaft, Poli­tik und Reprä­sen­ta­ti­on aus unter­schied­li­chen Blick­win­keln the­ma­ti­sie­ren. Kon­kret wer­den 45 Foto­gra­fi­en von Wahr­zei­chen bedeu­ten­der Städ­te wie dem Eifel­turm in Paris, dem Ato­mi­um in Brüs­sel und dem Bran­den­bur­ger Tor in Ber­lin gezeigt. Und doch haben die­se Foto­gra­fi­en nichts mit den Bil­dern zu tun, die man von die­sen Bau­wer­ken von Post­kar­ten oder Urlaubs­bil­dern kennt. Es durch­weg unge­wöhn­li­che Per­spek­ti­ven aus denen die­se Moti­ve auf­ge­nom­men wur­den. Einen Zugang zu die­ser Art der Doku­men­ta­ti­on bie­tet die Lite­ra­tur­wis­sen­schaft­le­rin Dr. Ana Kug­li in ihrem den Kata­log ein­lei­ten­den Text Sight, See­ing, Socie­ty im Spie­gel von Ber­tolt-Brecht-Tex­ten. Wie Brecht hin­ter­fragt auch Czech den Sinn und Unsinn von sol­chen “Sehens­wür­dig­kei­ten”, die oft­mals von den Herr­schen­den ent­wor­fen und gebaut wur­den und das Volk die­se Pro­jek­te ledig­lich zu finan­zie­ren hat­te. Die­sen Gedan­ken illus­triert Kug­li mit dem Gedicht Fra­gen eines lesen­den Arbei­ters* von Ber­tolt Brecht:

 

Wer bau­te das sie­ben­to­ri­ge The­ben?

In den Büchern ste­hen die Namen von Köni­gen.

Haben die Köni­ge die Fels­bro­cken her­bei­ge­schleppt?

Und das mehr­mals zer­stör­te Baby­lon,

Wer bau­te es so vie­le Male auf?

(…)

Fried­rich der Zwei­te sieg­te im Sie­ben­jäh­ri­gen Krieg. Wer

Sieg­te außer ihm?

Jede Sei­te ein Sieg.

Wer koch­te den Sie­ges­schmaus?

Alle zehn Jah­re ein gro­ßer Mann.

Wer bezahl­te die Spe­sen?

 

So vie­le Berich­te,

So vie­le Fra­gen.

 

Neben den 45 gezeig­ten Bil­dern der Sehens­wür­dig­kei­ten sind außer­dem drei Instal­la­tio­nen zu sehen: Konetaph Cul­tu­re, Anar­chie-Tek­tur und Cross of Chan­ge.

 

Konetaph Cul­tu­re ist ein zwei Meter hoher Beton­qua­der, der in der Mit­te der ansons­ten licht­durch­flu­te­ten Aus­stel­lungs­räu­me steht. Die Form weist dabei bereits auf die aus­ge­stell­ten Bil­der im Inne­ren des Qua­ders hin: Fünf Foto­gra­fi­en der U-Boot­bun­ker an der fran­zö­si­schen Atlan­tik­küs­te, wel­che das Stadt­bild der Städ­te Brest, Lori­ent, Saint Nazai­re, La Rochel­le und Bor­deaux bis heu­te prä­gen.

 

Anar­chie-Tek­tur: Anhand meh­re­rer Bil­der wird die Ent­wick­lung der Archi­tek­tur der Moder­ne gegen­über­ge­stellt. So sind zum einen Bil­der der “Wei­ßen Stadt” in Tel Aviv zu sehen, zum ande­ren sieht man eine rie­si­ge Wand­ta­pe­te der Tra­ban­ten­stadt Lobe­da in Jena.

 

Cross of Chan­ge: Eine mehr­tei­li­ge Foto­gra­fie der welt­weit höchs­ten Chris­tus-Sta­tue im pol­ni­schen Swie­bod­zin vor der ein Kreuz in den Regen­bo­gen­far­ben der Schu­len- und Les­ben­be­we­gung auf­ge­bahrt ist und der zur Sei­te das Tri­kot der fik­ti­ven Natio­nal­mann­schaft des König­reichs Jesus von Polen gestellt ist.

 

Den Aus­stel­lungs­ka­ta­log kön­nen Sie über unse­ren Shop oder über den Kunst­ver­ein Pforz­heim bezie­hen. Bis zum 7. Okto­ber kön­nen Sie noch die Aus­stel­lung besu­chen.

 

* Ber­tolt Brecht: Wer­ke. Gro­ße kom­men­tier­te Ber­li­ner und Frank­fur­ter Aus­ga­be. Hg. von Wer­ner Hecht, Jan Knopf, Wer­ner Mit­ten­zwei, Klaus-Det­lef Mül­ler. Ber­lin, Wei­mar, Frank­furt am Main 1988–2000. Hier GBA 12, S. 29