Best-of der Ausgabe ORDNUNG

Best-of der Ausgabe ORDNUNG

 

Heu­te geht die nächs­te Aus­ga­be der agora42 in den Druck. Zeit für ein Best-of des aktu­el­len Hef­tes zum The­ma ORDNUNG, dass noch bis zum 27.09.2018 ver­sand­kos­ten­frei erhält­lich ist:

Das Schach­brett­mus­ter belegt Platz 2 beim “Cover des Monats”. Dazu heißt es:

Den zwei­ten Platz – mit nur gerin­gem Punk­te­ab­stand – sichert sich das phi­lo­so­phi­sche Wirt­schafts­ma­ga­zin agora42 mit einem Cover im Schach­brett­mus­ter-Look (The­ma ‘Ord­nung’). Hier fällt die Jury-Bewer­tung ins­ge­samt sogar noch etwas bes­ser aus als beim Gewin­ner-Cover. CdM-Juror Bernd Heu­sin­ger, Foun­der & CEO, Hir­schen Group, schreibt etwa: “Visu­ell stark, auf­fäl­lig, das The­ma gut dra­ma­ti­sie­rend – ein Cover mit Cou­ra­ge.” Und Uwe Mar­quardt, Exe­cu­ti­ve Crea­ti­ve Direc­tor bei Y&R Ger­ma­ny lobt: “Ord­nung. Schach­brett. Schwarz. Weiß. Kei­ner­lei Fir­le­fanz. Fer­tig. Radi­ka­ler kann man das The­ma wahr­schein­lich nicht umset­zen. Bes­ser ver­mut­lich auch nicht.”

Das Edi­to­ri­al von Chef­re­dak­teur Frank Augus­tin lei­tet die Aus­ga­be ein mit den Wor­ten:

Was ord­net uns über­haupt? Der Staat? Die Wirt­schaft? Oder sind wir längst in der Unord­nung zuhau­se, fah­ren “alle nur auf Sicht”? Wel­che Gren­zen sind unver­rück­bar? Wie ent­steht Sinn und wie ver­lie­ren wir ihn? Wel­che Ord­nung bringt die digi­ta­le Zukunft? Und war­um ver­bin­det uns die Frei­heit?

Zehn Auto­rIn­nen geben in ihren Essays Ant­wor­ten auf die Fra­ge, was unse­re Gesell­schaft ord­net und wel­che Ord­nungs­for­men in Zukunft auf uns zukom­men könn­ten. Wir haben eini­ge Zita­te zusam­men­ge­stellt:

Micha­el Ner­ur­kar betrach­tet den Staat mit der Fra­ge: Macht Zwang Ord­nung? “Es scheint uns selbst­ver­ständ­lich, dass wir in Staa­ten leben. Doch was ist über­haupt ein Staat?” Andrea Vet­ter hin­ter­fragt die “Wachs­tums­ord­nung” und wirft einen uto­pi­schen Blick in die Zukunft einer Post­wachs­tums­ge­sell­schaft: “Die fol­gen­den Impres­sio­nen kön­nen eine Inspi­ra­ti­on sein, die eige­ne Vor­stel­lungs­kraft zu befrei­en und zu sehen, was mög­lich ist.” Auch Gesi­ne Weber wirft den Blick vor­aus in ein neu geord­ne­tes Euro­pa – ein “Euro­pa der Regio­nen ist ein Euro­pa der Bür­ger”. Rafa­el Capur­ro hin­ter­fragt wäh­rend­des­sen digi­ta­le Zukunfts­ent­wür­fe: Wie kann eine Res Publi­ca Digi­ta­lis defi­niert wer­den, die unser zukünf­ti­ges Leben in einer digi­ta­len Gesell­schaft ord­net? Die Tha­les-Aka­de­mie spricht schließ­lich mit Uwe Lueb­ber­mann, Grün­der von Pre­mi­um Cola über weg­wei­sen­de Geschäfts­mo­del­le: Bei Pre­mi­um gibt’s kein Logo, kei­ne Wer­bung, kein Spon­so­ring, kei­ne Frei­wa­re, kei­ne schrift­li­chen Ver­trä­ge, kei­ne Wachs­tums­ori­en­tie­rung und kei­ne Gewinn­ma­xi­mie­rung – wie machen die das?

Ord­nung ist ein Gefühl“, sagt der Trä­ger des deut­schen Buch­prei­ses Robert Men­as­se im gleich­na­mi­gen Inter­view der neu­en agora42:

Herr Men­as­se, die Gesell­schaft scheint zuneh­mend in Unord­nung zu gera­ten. Gren­zen und Regeln ver­lie­ren ihre Bedeu­tung, Ori­en­tie­rungs­lo­sig­keit und Sinn­lo­sig­keit brei­ten sich aus. Gibt es dafür einen bestimm­ten Grund? Oder kommt da ein­fach nur vie­les zusam­men?

Ich habe den Ver­dacht, dass es nie­mals Ord­nung gibt, son­dern nur Zei­ten, in denen der Anschein von Ord­nung herrscht. In die­sen soge­nann­ten ruhi­gen Zei­ten kann man das Leben an Gewohn­hei­ten aus­rich­ten, was als Ord­nung emp­fun­den wird. Wenn die Gewohn­hei­ten kei­ne kla­re Ori­en­tie­rung mehr bie­ten, wird das als Kri­se oder Umbruch erlebt.

Im Moment erle­ben wir eine Wie­der­ho­lung der Ver­gan­gen­heit. Die Welt­ge­schich­te holt uns dort ein, wo sie mit dem Aus­bruch des Ers­ten Welt­kriegs unter­bro­chen wur­de. Man übersieht ger­ne, dass im Jahr 1913 die Glo­ba­li­sie­rung fast so weit fort­ge­schrit­ten war wie heu­te. Schon damals ist man viel gereist und das inter­na­tio­na­le Den­ken war sehr ver­brei­tet. Marx bemerk­te tref­fend, dass die bürgerliche Gesell­schaft um den Glo­bus rasen würde. Glo­ba­li­sie­rung heißt ja nichts ande­res als das Nie­der­rei­ßen aller natio­na­len Gren­zen. Übrigens ist auch erst gegen Ende des 20. Jahr­hun­derts das Volu­men des glo­ba­len Waren­aus­tauschs von 1913 wie­der erreicht wor­den.

Und wie damals sehen wir uns auch heu­te mit einer Ord­nungs­sehn­sucht kon­fron­tiert, die in Wirk­lich­keit nichts ande­res ist als das Ver­lan­gen nach Überschaubarkeit, danach, dass Gewohn­hei­ten im Leben Ori­en­tie­rung bie­ten. Die­se Sehn­sucht drückt sich auch im Wunsch nach Rena­tio­na­li­sie­rung aus. Mit der Realität hat sie meist nichts zu tun. Das Verhältnis zwi­schen dem, was sich Men­schen unter Natio­nen vor­stel­len und der Wirk­lich­keit ent­spricht dem Verhältnis zwi­schen einem Fami­li­en­idyll und einem Rosen­krieg …

Nico­laus Cusa­nus im Por­trät

Nor­bert Wink­ler por­trä­tiert den ein­fluss­rei­chen Den­ker und sei­ne For­mel vom “Zusam­men­fall der Gegen­sät­ze”. Er schreibt:

Cusa­nus fass­te sei­ne Got­tes­leh­re in die tief­sin­ni­ge For­mel vom „Zusam­men­fall der Gegensätze“ (coin­ci­den­tia oppo­si­tio­rum). Sie besag­te: In Gott, dem abso­lut Größten, fällt das extrem Größte mit dem extrem Kleins­ten zusam­men. In ihm wer­den die­se abso­lu­ten Gegensätze unun­ter­scheid­bar, sodass die Ein­heit über allen Gegensätzen steht, die­se umfasst und in jedem ein­zel­nen Geschöpf als wesensprägende Ein­heit anwe­send ist …

Die Ausgabe zum Thema Ordnung finden Sie hier