The Black Monday Murders – ein Comic über die Schwarze Magie der Börse

The Black Monday Murders –

ein Comic über die Schwarze Magie der Börse

Text: Bernd Villhauer, Bilder: Image Comics

 

Es war wohl nicht zu vermeiden, dass in meinen Seitenblicken auf die Finanzwelt auch einmal ein Comic besprochen wird. Diejenigen, die mich kennen, wissen, dass ich der „9. Kunst“, dem Comic-Genre, schon verfallen bin, seitdem ich „Daniel Düsentrieb“ fehlerfrei aussprechen konnte. Es kommt also wie es kommen musste. Allerdings gebe ich keinen Überblick über das Thema „Börse im Comic“ – das wäre auch ein faszinierendes Projekt, das aber zur Zeit noch in der Schublade „Recherche!“ ruht. Vorab will ich nur meiner Freude über den lesenswerten neuen Comic The Black Monday Murders Ausdruck verleihen, der in einer außergewöhnlichen Weise auf die Finanzwelt blickt. The Black Monday Murders – ein Comic über die Schwarze Magie der Börse weiterlesen

Alle wollen nur Dein Bestes oder: Verstehen private Finanzinstitutionen eigentlich den Finanzmarkt?

Alle wollen nur Dein Bestes oder:

Verstehen private Finanzinstitutionen eigentlich den Finanzmarkt?

von Bernd Villhauer

Zum Abschluss der Blog-Serie zum Thema „Wer versteht eigentlich noch den Finanzmarkt?“ will ich einen Blick auf die nicht-staatlichen Einrichtungen werfen. Mit diesen, beispielsweise den Banken, Versicherungsgesellschaften, Finanzberatern oder Fondsgesellschaften haben wir ja als Konsumenten und Geldbenutzer am häufigsten zu tun – und sind auch am meisten auf sie angewiesen.

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Finanz & Eleganz: Verstehen öffentliche Finanzinstitutionen eigentlich den Finanzmarkt?

Gemeinwohl und Staatsfilz oder:

Verstehen öffentliche Finanzinstitutionen eigentlich den Finanzmarkt?

von Bernd Villhauer

Die Finanzmarktakteure, die nicht in privater Hand sind, stellen einen wesentlichen Faktor im Finanzwesen dar. Und genau diese sollen heute im Mittelpunkt stehen, in der dritten Folge der Blog-Serie zum Thema „Wer versteht eigentlich noch den Finanzmarkt?“ Die Wissenschaft und die Presse haben wir schon angesehen – und nun wollen wir jene Finanzinstitutionen würdigen, die wir alle über Steuergelder mitfinanzieren.

Menschen wollen vertrauen. So sind sie nun mal, die Humanoiden – ihr Zusammenleben ist nur möglich, wenn sie ein Mindestmaß an gegenseitigem Vertrauen aufbringen. Das hat sich evolutionär bewährt. Ein bekanntes Bonmot teilt uns mit, dass der Affe, der den Ast verfehlt hat, nicht zu unseren Vorfahren gehört. Aber auch der Affe, der die Kooperation verweigerte, dürfte wenig Nachkommen gehabt haben. Wenn er (oder sie) weder Vertrauen stiften noch solches entgegenbringen konnte, dann war das eine klägliche Existenz, in der Sprache von Thomas Hobbes: „solitary, poor, nasty, brutish, and short.“ Finanz & Eleganz: Verstehen öffentliche Finanzinstitutionen eigentlich den Finanzmarkt? weiterlesen

Finanz & Eleganz: Verstehen die Medien eigentlich den Finanzmarkt?

FFN – Finance Fake News oder:

Verstehen die Medien eigentlich den Finanzmarkt?

von Bernd Villhauer

Berichte über die Finanzwelt werden in den hiesigen Medien unter drei Buchstaben abgehandelt: D, A und X. Der Deutsche Aktienindex, übrigens ein Produkt und eine eingetragene Marke der Deutsche Börse AG, repräsentiert die Aktienkurse der 30 wichtigsten deutschen Unternehmen, die nach bestimmten Kriterien (Gesamtwert der Anteile / Häufigkeit und Volumen des Handels mit diesen Anteilen) ausgewählt werden. In der augenblicklichen Zusammensetzung finden sich in ihm beispielsweise je neun Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen und Bayern aber nur eines aus Hamburg und keines aus den östlichen Bundesländern – was schlagartig ein Bild der deutschen Wirtschaftslandschaft liefert, aber eben auch nur einen Teil beleuchtet. So ist das starke Wirtschaftsland Baden-Württemberg nur mit 3 Unternehmen vertreten, weil hier die mittelständische, oft gar nicht börsennotierte Wirtschaft eine Rolle spielt. Finanz & Eleganz: Verstehen die Medien eigentlich den Finanzmarkt? weiterlesen

Finanz & Eleganz: Wer versteht eigentlich noch den Finanzmarkt?

Gemäldeausstellungen für Blinde oder:

Versteht die Wissenschaft eigentlich den Finanzmarkt?

von Bernd Villhauer

Die Zeit der Auskenner scheint vorbei zu sein. Wurden früher die Einschätzungen von Professoren und Doktoren, die als „Experte für…“ von Fernsehsendern oder Zeitungen befragt wurden, ernst genommen, so wird ihrem Urteil mittlerweile mit Skepsis oder sogar Ablehnung begegnet. Und einige politische Bewegungen schreiben sich sogar bewusst den Protest gegen die klassischen Wissenseliten und die „Insider“ auf die Fahnen.
Zu viele falsche Prognosen, zu viel offensichtlich von subjektiven Meinungen gesteuertes Hintergrund“wissen“, zu viel Eitelkeit und Wichtigtuerei haben das Image der Bildungs- und Ausbildungseliten geschädigt. Aber auch wutbürgerlicher Stolz auf authentische Reflexionsverweigerung und ehrlicher Unverstand haben viel verändert. Besonders in den Debatten, die die Gemüter bewegen, an denen Herz und Verstand gleichermaßen beteiligt sind, nimmt der Anteil der „gesicherten Erkenntnisse“ und der anerkannten Wahrheiten eher ab. An der wichtigen Schnittstelle zwischen Fachdiskurs und breiterer Öffentlichkeit macht sich der Spaltpilz breit, der Ideologieverdacht, Auftragsforschung und „Lügenpresse“ zusammenbringt und selbstbewusst bekennt: „Ich glaube nur an die Statistik, die ich selbst gefälscht habe.“ Finanz & Eleganz: Wer versteht eigentlich noch den Finanzmarkt? weiterlesen

Finanzmarkfilme für den Winter (Teil 2) – von Bernd Villhauer

Wann kommt endlich das Sequel? oder Finanzmarktfilme für den Winter (Teil 2)

Oft müssen wir lange auf eine Fortsetzung warten. Einige von uns dürften bedauert haben, dass der letzte, der fünfte Teil von „Die Hard“ mit Bruce Willis sechs Jahre nach dem vorigen Teil erschien. Cineasten bekamen ihre Fortsetzung von „Chinatown“ erst nach 16 Jahren mit „The Two Jakes“, ebenso lange ließ der dritte Teil des Mafia-Epos „Der Pate“ auf sich warten. Und für unser Thema einschlägig: es lagen 23 Jahre zwischen „Wall Street“ und „Wall Street 2“ (bzw. „Wall Street: Money never sleeps“).
Mit diesem Fitzelchen nicht wirklicher relevanter Informationen beginne ich den ebenfalls lang erwarteten und vielfach eingeforderten zweiten Teil meines kleinen Überblicks zu den Filmen über Aktienmarkt und Börse. Finanzmarkfilme für den Winter (Teil 2) – von Bernd Villhauer weiterlesen

Schön schaurig wie im Kino oder Finanzmarktfilme für den Sommer (Teil 1)

Schön schaurig wie im Kino oder
Finanzmarktfilme für den Sommer (Teil 1)

Hitze! – gibt es in diesem Sommer nur tageweise, dann aber richtig. Wolkenbrüche wechseln sich mit Hitzewellen ab. Wenn dann wieder so ein heißer Tag kommt und man das Gefühl hat, durch Wände aufgewärmter Watte gehen zu müssen, dann bietet sich der Zufluchtsort Kino bzw. ein langsames Niedersinken auf das heimische Sofa vor dem Bildschirm an. Daran ist nichts Schlechtes.
Deshalb bietet „Finanz & Eleganz“ eine Auswahl der besten Börsenfilme in zwei Portionen. Ich konzentriere mich dabei auf „fiction“, also solche Streifen, die nicht eindeutig als Dokumentarfilme auftreten. Schön schaurig wie im Kino oder Finanzmarktfilme für den Sommer (Teil 1) weiterlesen

Auf lange Sicht sind wir alle pleite (oder tot? oder beides?)

Auf lange Sicht sind wir alle pleite (oder tot? oder beides?)

Schade eigentlich, dass wir nicht in einer Welt der Augenblicksaufnahmen leben. Eine schöne Geste im passenden Bildausschnitt, eine gelungene Detailaufnahme, ein gutes Take im richtigen Moment… Die Stilleben-Welt hätte etwas Übersichtliches und Beruhigendes. Leider jedoch vergeht unausweichlich Zeit und die Abläufe verschmieren alles. In kürzerer oder längerer Zeit drohen Konsequenzen: „aber wehe, wehe, wenn ich auf das Ende sehe…“ mahnt schon Wilhelm Busch.
John Maynard Keynes hat einmal auf Einwände, die die langfristigen Folgen der von ihm vorgeschlagenen wirtschaftspolitischen Maßnahmen anmahnten, geantwortet: „Auf lange Frist sind wir alle tot“. Aber wie lange ist diese Frist? Welchen Anlagehorizont und welche zeitliche Perspektive haben wir? Daran entscheidet sich, ob wir auf ein Wellental blicken oder an einem Gipfel empor. Wann ziehe ich den Schlussstrich und mache die Abrechnung? Auf lange Sicht sind wir alle pleite (oder tot? oder beides?) weiterlesen

Nick, Nora und die Dividenden oder: Finanzethisches Lob der guten Schmarotzer

Nick, Nora und die Dividenden oder
Finanzethisches Lob der guten Schmarotzer

Wer einmal ein unterhaltsames Ökonomie-Buch der Vergangenheit lesen möchte, der sollte zu Thorstein Veblens „Theory of the Leisure Class“ (deutsch: Theorie der feinen Leute. Eine ökonomische Untersuchung der Institutionen) greifen. In diesem Werk werden die Privilegierten behandelt, die sich nicht mit dem täglichen Broterwerb herumschlagen müssen, sondern ihre Zeit den feineren Dingen des Lebens widmen. Veblen zeigt schön, wie demonstrativer und symbolischer Konsum Status sichert, manchmal sogar unmittelbar ökonomische Vorteile bringt. Er trägt damit zu einem tieferen institutionenökonomischen Verständnis des Wirtschaftens bei, aber auch zu einer Theorie des sozialen und kulturellen Kapitals, die dann später bei Pierre Bourdieu (“Die feinen Unterschiede“) fortgeführt wird. Seine Beschreibung ist oft sarkastisch und beleuchtet die Abgrenzungsmechanismen durchaus im Sinne einer Kritik der Gesellschaft.

Und doch: er bewundert diese Schicht der „happy few“ auch. Und das nicht nur weil er selbst meist arm war. Veblen weist darauf hin, wie viel kreatives Potenzial, künstlerische Energie und intellektuelle Brillianz es nicht gäbe, wenn nicht einige reich geboren würden und sich nach gängiger Auffassung ungewöhnlich nutzlosen Dingen hingeben könnten. Und so nutzlos ist die „leisure class“ ja doch nicht. Mancher tut viel Gutes mit dem Geld oder der Lebenszeit, die es ihm kauft. Nick, Nora und die Dividenden oder: Finanzethisches Lob der guten Schmarotzer weiterlesen

Blut in den Straßen oder: Wie beeinflusst der Terror den Aktienmarkt

Blut in den Straßen
Oder: Wie beeinflusst der Terror den Aktienmarkt

 

Im „New Yorker“ erschien vor einigen Jahren ein Cartoon, der eine Dinnerparty zeigt. Am Kamin stehen zwei Herren im Gespräch. Der eine trägt einen Bombengürtel, der andere (im Smoking und mit Sektglas in der Hand) sagt zu ihm: „Ach, Sie sind Selbstmordattentäter? Wie interessant! Aber sagen Sie – kann man denn davon leben?“

Hier beruht der Witz darauf, dass zwei fundamental verschiedene Welten aufeinandertreffen – Geschäft und Gewalt.

Wie verändert die Gewalt das Geschäft? Und – lassen sich die beiden überhaupt so deutlich voneinander trennen?

Auch Anleger und Investoren leben in der Gegenwart des Terrors. Der Schrecken sitzt immer mit am Tisch; er ist überall anwesend, wie ein Schatten, der auf allem liegt. Und es sieht danach aus, als hätten wir bisher nur die ersten Anfänge der zukünftigen Kriege gesehen.

Daher wird es notwendig, sich einmal grundsätzlich zu fragen, wie der Terror auf die Märkte, auf die Investmenthorizonte und die Anlagestrategien wirkt. Vor allem sollten wir die Auswirkungen von vorausschauenden Investments auf die Terrorismusbedrohung im Auge behalten. Blut in den Straßen oder: Wie beeinflusst der Terror den Aktienmarkt weiterlesen