Leserbriefe zur Ausgabe EINFACH LEBEN: “Ich will mein Problem zurück!”

Herz­li­chen Dank für Ihre Leser­brie­fe zur Aus­ga­be 03/2017 EINFACH LEBEN:

 

 

Die aktu­el­le Aus­ga­be ver­schi­cken wir ver­sand­kos­ten­frei 🙂

Sehr geehr­ter Herr Augus­tin,

die ein­zel­nen Bei­trä­ge zum The­men­schwer­punkt sind her­vor­ra­gend und haben gro­ßes Selbst­re­fle­xi­ons­po­ten­zi­al. Doch was lese ich am Schluss des Hef­tes: eine tota­le Kon­ter­ka­rie­rung des davor Gele­se­nen. Die Begrün­dung von A.W. für die Nut­zung von Daten ist ein Hor­ror-Sze­na­rio, das ich nicht erle­ben möch­te. Das hat mit Frei­heit nichts mehr zu tun, es ist nur noch ein Reagie­ren auf Fremd­be­ein­flus­sung! Wenn das die Lösung für heu­ti­ge Defi­zi­te und Pro­ble­me ist , dann will ich sofort mein Pro­blem zurück!

Mit freund­li­chen Grü­ßen
H. Klöt­zer

 

 

Hal­lo,

ich lese die Zeit­schrift mit gro­ßem Inter­es­se. Das Inter­view mit Andre­as Wei­gend bringt mich dazu einen Leser­brief zu schrei­ben.

Mei­ner Mei­nung nach ist es ein Wider­spruch, dass die Nut­zung von Daten das Leben ein­fa­cher macht. Wenn Herr Wei­gend sagt, dass der Kühl­schrank selbst­stän­dig Milch nach­be­stellt, er nicht mehr selbst ein­kau­fen muss, sich ver­mes­sen lässt usw. heißt das für mich nicht ein­fa­cher leben. Für mich heißt das, ich gebe die Ver­ant­wor­tung für mein Leben ab und las­se die Zah­len bzw. Daten über mich bestim­men. Da ich als Men­sch aber wider­sprüch­li­ch und zum Glück nicht bere­chen­bar bin und auch nicht sein möch­te, ist das für mich kein ein­fa­ches Leben, son­dern ein kon­trol­lier­tes, über­wach­tes und fremd­be­stimm­tes gegen das ich mich ent­schie­den weh­ren wür­de.

Ein gutes Heft, es hat mich zum Nach­den­ken und Wider­spre­chen ange­regt.
Freund­li­che Grü­ße
M. Wink­ler

 

Oh, du liebe Weihnachtszeit… agora42 unter’m Tannenbaum

Die Weih­nachts­märk­te sind eröff­net, die Lich­ter­ket­ten fun­keln und die gro­ße Geschen­ke­schlacht nimmt ihren Lauf. Weih­nachts­zeit, die wich­tigs­te Zeit für kon­junk­tu­rel­len Auf­schwung, hat begon­nen.

Weihnachten agora42

Oh, du liebe Weihnachtszeit… agora42 unter’m Tannenbaum

Kin­der über­le­gen sich, wel­che ihrer hei­li­gen mate­ri­el­len Wün­sche – etwa der “fern­ge­steu­er­te Mons­ter-Truck” – auf ihrem Wunsch­zet­tel Platz fin­den. Omas und Opas stür­men die Kauf­häu­ser, um unglaub­li­che 10% Rabatt auf alle Arti­kel der Mar­ke Play­mo­bil zu sichern. Und Mamas und Papas sor­tie­ren bei amazon.de das Kin­der­spiel­zeug sei­ner “Beliebt­heit” nach, um dem Kind das best­mög­li­che per Maus­kli­ck ins Haus lie­fern zu las­sen.

In die­ser besinn­li­chen Zeit, tref­fen auch in unse­rer Wich­tel­werk­statt die ers­ten Wunsch­zet­tel ein. Wie immer anti­ma­te­ri­ell und unzeit­ge­mäß:

Wunschzettel agora42

 

Wir arbei­ten flei­ßig an der Erfül­lung die­ser Wün­sche. Wer trotz­dem lie­ber ein mate­ri­el­les Geschenk unter den Tan­nen­baum legen will, dem sei­en unse­re ago­r­a42-Weih­nachts­ge­schen­ke emp­foh­len:

 

Rettungspaket_quadrat

1. Das ago­r­a42 Ret­tungs­pa­ket: Für alle, die die Kri­se bes­ser ver­ste­hen wol­len. Fünf Aus­ga­ben zu den grund­le­gen­den Begrif­fen unse­res öko­no­mi­schen Selbst­ver­ständ­nis­ses zusam­men­ge­stellt zu einem Paket: SCHULDENFORTSCHRITTRISIKOKRISEWOHLSTAND.

2. Das ago­r­a42 Geschenk­abo: Es umfasst vier Aus­ga­ben des Maga­zins ago­r­a42 und endet nach einem Jahr auto­ma­ti­sch mit der Zusen­dung der letz­ten Aus­ga­be. Ein Jahr, ein Preis, ein Geschenk. Ohne Lauf­zeit­ver­län­ge­rung.

 

Fro­he Weih­nach­ten euch allen!

Leserbrief – befriedigende Antworten bleiben aus

Leserbrief – befriedigende Antworten bleiben aus

 

Seit ich die ago­r­a42 abon­niert habe (die ich ja „lebens­lang“ abon­niert habe), bin ich ein immer wie­der fas­zi­nier­ter und meist zustim­men­der Leser der ago­r­a42. Bis auf die letz­te Aus­ga­be, wes­we­gen ich mich ent­schlos­sen habe, Ihnen ein paar Zei­len zu schrei­ben.

Dabei sto­ße ich mich nicht an dem durch­aus heik­len The­ma „Öko­no­mie und Spi­ri­tua­li­tät“. Im Gegen­teil, ich bin schon seit lan­gem der Über­zeu­gung, dass das unse­re Gesell­schaft beherr­schen­de Wirt­schafts­sys­tem dar­an krankt, dass es kei­ne See­le hat, son­dern glaubt, sich allein durch sei­ne angeb­li­che Effi­zi­enz zu legi­ti­mie­ren. Ich bin ein­fach nur ent­täuscht, dass vie­le Bei­trä­ge in dem Heft dem The­ma nicht ange­mes­sen sind.

Ich beschäf­ti­ge mich seit über fünf­und­zwan­zig Jah­ren, seit ich bei einem län­ge­ren Auf­ent­halt in den USA mit dem „real exis­tie­ren­den Neo­li­be­ra­lis­mus“ in sei­ner Hoch­pha­se kon­fron­tiert wur­de, mit der Zukunft des Kapi­ta­lis­mus und sei­nen rui­nö­sen Aus­wir­kun­gen auf unse­re Gesell­schaft. Ich stim­me mit den Auto­ren über­ein, dass die­ses Sys­tem zum Schei­tern ver­ur­teilt ist, weil es wesent­li­che Aspek­te des mensch­li­chen Wesens aus­blen­det. Aber mit die­ser Ana­ly­se, die man im Übri­gen an allen Ecken und Enden vor­ge­tra­gen bekom­men kann, ist es ja nicht getan. Auf die Fra­ge, wie die Spi­ri­tua­li­tät des Men­schen in die kapi­ta­lis­ti­sche Wirt­schaft ein­ge­bun­den wer­den kann, habe ich jeden­falls in die­sem Heft kei­ne befrie­di­gen­de Ant­wort gefun­den.

Ich habe mich, wie gesagt, vie­le Jah­re mit die­ser Fra­ge beschäf­tigt und habe mei­ne Gedan­ken in einem Buch mit dem Titel „Gene­ro­si­tät – Ver­su­ch einer Ethik für eine post-kapi­ta­lis­ti­sche Gesell­schaft“ dar­ge­legt. Ich maße mir nicht an, damit den Stein der Wei­sen gefun­den zu haben, aber immer­hin ver­su­che ich, über das blo­ße Bekla­gen und Jam­mern hin­aus einen Weg zu wei­sen, wie wir uns viel­leicht ret­ten kön­nen.

 

So oder so blei­be ich wei­ter­hin ein inter­es­sier­ter Leser die­ser aus­ge­zeich­ne­ten Zeit­schrift. Eine Anre­gung: Sie soll­ten sich in einer der nächs­ten Aus­ga­ben mit dem The­ma Öko­no­mie und Han­del beschäf­ti­gen. Nicht nur unter dem aktu­el­len Aspekt von TTIP, son­dern in vie­ler­lei Hin­sicht (mas­si­ve Ungleich­ge­wich­te durch soge­nann­te Export­welt­meis­ter, eine Art Neo­ko­lo­nia­lis­mus durch Export­sub­ven­tio­nen land­wirt­schaft­li­cher Erzeug­nis­se u.a) ist das ein bri­san­tes The­ma.

Leserbriefe zur aktuellen Ausgabe – Auswahl

Leserbriefe zur aktuellen Ausgabe – Auswahl

 

Wie ich schon in der letz­ten Mail erwähn­te, fin­de ich das The­ma rich­tig inter­es­sant, da rich­tig gedacht und geschluss­fol­gert. Unse­re Öko­no­mie hat heut­zu­ta­ge sehr viel mit „Glau­ben“ und „Reli­gi­on“ zu tun. Der über­mä­ßi­ge Glau­be an das Geld im All­ge­mei­nen ist schon eine Spi­ri­tua­li­tät an sich.

Lei­der waren die Tex­te in der Rubrik „Ter­rain“ zum Groß­teil sehr kom­pli­ziert geschrie­ben. Viel­leicht ist „zu aka­de­mi­sch“ der rich­ti­ge Aus­druck. Von Zeit zu Zeit habt Ihr die Ten­den­zen wie die „Lett­re Inter­na­tio­nal“. Das könn­te man knap­per und ker­ni­ger gestal­ten. Die Theo­rie klingt sehr oft nach Lehr­stuhl und Pro­fes­sur. Das schreckt mich als (unstu­dier­ten) Leser eher ab.

Der Aus­flug in die Welt der Gespens­ter und Geis­ter war aller­dings sehr erhel­lend (Bill Micha­els). Para­psy­cho­lo­gie in einem Heft mit Schwer­punkt Öko­no­mie ist ein­fach geni­al. Zum The­ma kann ich im übri­gen das Buch „Die Natur­ge­schich­te der Gespens­ter“ von Roger Clark (Mat­thes & Seitz Ber­lin) emp­feh­len. Da wird auf das Gan­ze sehr direkt ein­ge­gan­gen.

Das Inter­view war wie­der sehr gut (lese ich meis­tens immer zuer­st). Nur eben weit weg von einer rea­len Pra­xis gedacht. Alles vage, aber die Rich­tung stimmt. Die Rubrik „Hori­zont“ ist wie­der über alles erha­ben. Kla­re Tex­te, gute Vor­schlä­ge für die Pra­xis. Bleibt bit­te mit dem Haus Bart­le­by in Kon­takt, da wird noch eini­ges an wich­ti­gen Din­gen kom­men. Die Gedan­ken­spie­le haben wie­der etwas Schmun­zeln in mein Gesicht und frös­teln in mei­nen Kör­per gezau­bert. Eine schö­ne Heiß-kalt Mischung.

Der Markt­platz lässt mich etwas nach­denk­li­ch zurück. Einer­seits ist die Idee hin­ter die­sem Pro­jekt klas­se. Ande­rer­seits ist die­se Art von Kunst wie­der nur zur Bespa­ßung eines gewis­sen Teils des Bil­dungs­bür­ger­tums. Nach vier Jah­ren Mit­ar­beit im Vor­stand einer grö­ße­ren Gale­rie weiß ich, von was ich rede.

Wie ich gele­sen habe, sind sie nun Teil des GLS Zeit­schrif­ten Pro­gramms. Das freut mich sehr, da damit die Ago­r­a42 in eine etwas siche­re­re Zukunft bli­cken kann. Wie es der Zufall will, bin ich in der GLS Genos­sen­schaft und habe auch etwas Geld bei der GLS Bank lie­gen. 🙂

M. Hehl

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Lie­be Ago­r­a42 Redak­ti­on,

nach Lek­tü­re der letz­ten Aus­ga­be und anschlie­ßen­der kur­zer Recher­che bin ich sehr ent­täuscht. Des­halb zie­he ich in Erwä­gung mein Abo auch zu kün­di­gen.

Ich weiß nicht, ob ich die Arti­kel rich­tig ver­stan­den habe. Viel­leicht unter­lie­ge ich hier auch nur einem gro­ßen Irr­tum oder mein geis­ti­ges Auge ver­schließt sich vor der Wirk­lich­keit, um mich selbst vor einer Erschüt­te­rung mei­nes Welt­bil­des zu schüt­zen.

Ich wür­de ger­ne wis­sen, wie man auf die Idee kommt einen Arti­kel von „Bill Micha­els“ zu ver­öf­fent­li­chen? Es gab/gibt in Ihrer Zeit­schrift sehr vie­le und klu­ge Arti­kel, aber so jeman­dem eine Platt­form zu bie­ten fin­de ich frag­li­ch.

Was stört mich an „Bill Micha­els“? Naja nach der Lek­tü­re sei­nes Berichts habe ich ihn „gegoo­gelt“. Ergeb­nis:
1. verity.eu Die Sei­te spricht alle­mal für sich selbst…
2. „Der Veri­ty Report“ Beschrei­bung: „Wahr­hei­ten über unse­re Exis­tenz, unse­re geis­ti­gen Poten­tia­le und die Beschaf­fen­heit der Welt“ Ahja auf­grund einer Umfra­ge und dem Hin­zu­fü­gen von „erstaun­li­chen Berich­ten“ wird also „die Wahr­heit über unse­re Exis­tenz“ erklärt. Alles klar!

Mei­nen Sie das ern­st? Ist das ein gro­ßer Witz?
Bit­te, bit­te erklärt mir war­um die­ser Mann Platz in Ihrem Heft fin­det! Ich kann es nicht ver­ste­hen.

M.J.

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Ich habe das Maga­zin gar nicht mehr aus der Hand gelegt, son­dern von vor­ne bis hin­ten gele­sen.
Es füllt eine Lücke im Zeit­schrif­ten­markt, den ich mitt­ler­wei­le seit über 30 Jah­ren inten­siv ver­fol­ge.

Beson­ders Ihr The­ma Spi­ri­tua­li­tät im Wirt­schafts­le­ben wird zen­tral sein, um ein not­wen­di­ges Umsteu­ern hin­zu­be­kom­men.

H.S.

Leserbrief: Der Taugenichts und der Wohlstandsabkömmling

Manch­mal bleibt Zeit z.B. für die Lek­tü­re der letz­ten ago­r­a42.
Und als ich dort  was von Eichen­dorff und Tau­ge­nichts gele­sen hat­te, fiel mir natür­li­ch sofort eine Men­ge ein, was ich kom­men­tie­ren möch­te — aus der Sicht einer Ger­ma­nis­tin (Eichen­dorff — Roman­tik — (schle­si­sche) Adels­fa­mi­li­en­bio­gra­phie…), die ihre Feri­en häu­fig in Wes­ter­land ver­bracht hat (Tau­ge­nichts(?) — Gegen­wart — Sam­mel­platz fürYuppies…/ Wohl­stands­ab­kömm­lin­ge…).
Aber: Ich habe mit der ago­ra kei­ne Fach­zeit­schrift für Phi­lo­lo­gen abon­niert — gema­nis­ti­sche Spitz­fin­dig­kei­ten lass ich mal und beschrän­ke mich…

Revolution ökonomische LehreErst wäh­rend des Stu­di­ums fand ich mehr her­aus zum bekannt-belieb­ten, volks­lied­haft ver­ton­ten Gedicht um Lie­bes­schmerz des guten? (adli­gen) alten Jose­ph von und zu…: Adli­ger (Jose­ph) ver­liebt sich in hüb­sche Mül­ler­s­toch­ter (unstan­des­ge­mäß: nach Ver­füh­rung Hei­rat also ausgeschlossen/ rasche Selbst­tö­tung emp­feh­lens­wert..) , Mül­ler bringt Toch­ter weg, damit sie nicht als “gefal­le­nes Mäd­chen” endet (bekann­tes­te lite­ra­ri­sche Illus­tra­ti­on zu dem The­ma und den Fol­gen für das Mäd­chen ist die Gret­chen­tra­gö­die im “Faust”, the­ma­ti­sch inzwi­schen anti­quiert durch Pille/ Fami­li­en­pla­nung…), Adli­ger ist völ­lig ver­zwei­felt, weil man ihm sein Sehn­suchts­ob­jekt ent­wen­det hat… malt (ver­bal) selbst­ver­liebt sei­ne Lie­bes­tod-Sehn­sucht aus… schnief, schluchz und noch ne Kro­ko­dils­trä­ne!

Soweit (m)ein Rand-Bei­trag zu Eichen­dorff, in dem sich aber zugleich auch die bei­den Sei­ten der deut­schen Roman­tik ver­ei­ni­gen — die zer­stö­re­ri­sch-bedroh­li­che und die hei­ter-lebens­zu­ge­wand­te.

Aller­dings schien mir schon immer die Bezeich­nung “Tau­ge­nichts” in unserm moder­nen Ver­ständ­nis des Wor­tes für die Haupt­fi­gur in Eichen­dorffs Text  irre­füh­rend – viel eher erin­nert die­ser Prot­ago­nist an einen lie­bens­wer­ten Vaga­bun­den, an ein Sonn­tags­kind, einen “Hans im Glück”, dem alles gelingt (Georg Lukács sah das genauso!!). Er scheint ein Künst­ler­typ, außer­halb der Gesell­schaft sich bewe­gend…
Nichts gemein hat er mit dem Jung/-Volk in Wes­ter­land z. B. ( man muss auf der Suche nach die­sen Men­schen nicht bis in die Romantik/ nach Schle­si­en zurück gehen!), wel­ches dort zu Feri­en­zei­ten wild wuchernd in Erschei­nung tritt : Jung-Wohl­stands­ab­kömm­lings-Geld­ver­schwen­der… und viel­leicht eine Ant­wort auf die Fra­ge, was Tau­ge­nicht­se oder Sozi­al­schma­rot­zer denn sei­en…
(Die Fra­ge nach “Schäd­lin­gen” mag ich hier nicht beant­wor­ten.)

Seit meh­re­ren Tagen bin ich nun schon damit beschäf­tigt, mei­ne sehr ver­nach­läs­sig­ten alten Kak­te­en von kräf­tig schlin­gen­dem Unkraut zu befrei­en, das die Pflan­zen abwürgt  und ver­nich­tend zu über­wu­chern droht. In mei­nen Töp­fen könn­te ich im nächs­ten Jahr schon eine Ein­heits-Schling­pflan­zen- Vege­ta­ti­on haben(!!!)

Meint Ihr, es gäbe kei­ne Schäd­lin­ge in mensch­li­cher Gestalt? “Sozi­al-Schma­rot­zer” sei ein ver­staub­ter Begriff?
Habe ich etwas in dem Arti­kel miss­ver­stan­den? Fehlt mir ein­fach der Sinn für das völ­lig Nutz­lo­se?
Abschlie­ßen möch­te ich mei­ne Spon­tan-Ide­en-Samm­lung zu eurem Heft (zu Bruch­tei­len des Inhalts, das darf man sich als a.D. näm­li­ch leis­ten!!)) und zu der Fra­ge auf des­sen Titel­sei­te  mit einem Text, der mir zum The­ma  pas­send scheint — wie­der (natür­li­ch) aus der Zeit der deut­schen Roman­tik — und ver­mut­li­ch kennt Ihr die Zei­len von Nova­lis:

Wenn nicht mehr Zah­len und Figu­ren
sind Schlüs­sel aller Krea­tu­ren,

Dann fliegt vor e i n e m gehei­men Wort
Das gan­ze ver­kehr­te Wesen fort.

Las­sen wir die (immer wie­der leben­di­ge) Dämo­nie (in uns Men­schen?), die die Wur­zeln der Roman­tik mit­be­stimmt hat.

D.B aus H.

Bild: „Jose­ph Frei­herr von Eichen­dorff (1841)“ von “Wiki­pe­dia: Foto H.-P.Haack”. Lizen­ziert unter CC BY-SA 3.0 über Wiki­me­dia Com­mons

Banken als Energiefresser?

Banken als Energiefresser?

Guten Tag, ago­r­a42

Sie haben mich zum Mit­den­ken ein­ge­la­den. Dem kom­me ich ger­ne nach — aller­dings nicht als Neu-Abon­nent, son­dern als Gedan­ken­auf­schrei­ber.

Am Wirt­schafts­le­ben neh­me ich jetzt fast 50 Jah­re teil, davon 35 Jah­re selb­stän­dig als Inha­ber eines klei­nen Gar­ten- und Land­schafts­bau-Betrie­bes. Seit gut 2 Jah­ren bin ich Rent­ner, wobei mei­ne Fir­ma (nicht der Betieb) auf Spar­flam­me noch exis­tiert.

Eine Sache, die mich über all die Jah­re gequält hat, ist der Zwang, Geld zu lei­hen, wenn ich eine grö­ße­re Inves­ti­ti­on (z.B. Erd­bau­ma­schine) pla­ne. Die Kos­ten für eine sol­che Maschine kann ich nicht inner­halb eines Jah­res erwirt­schaf­ten. Wenn ich aber Geld anspa­ren will, muss ich (unter Berück­sich­ti­gung der Inves­ti­ti­ons­rück­la­ge) unver­hält­nis­mä­ßig Steu­ern zah­len, womit die Maschine noch mehr in die Fer­ne rückt. Also neh­me ich Geld von der Bank. Damit bin ich aber nicht nur finan­zi­ell vom Kapi­tal­mark abhän­gig, son­dern hän­ge auch ener­ge­ti­sch an der Bank. Mit ande­ren Wor­t­en: Die Bank hat ihre Ener­gie­fä­den in mei­nem Betrieb. So muss ich, ob ich will oder nicht, das Spiel des Kapi­tals mit­be­die­nen. Die Bank bekommt nicht nur Zin­sen, son­dern auch mei­ne Ener­gie.

Die­se Tat­sa­che ist, so mei­ne ich, phi­lo­so­phi­sch ein hoch­bri­san­ter Sach­ver­halt und ein grund­le­gen­der Feh­ler unse­res Wir­schafts­sys­tems, selbst­ver­ständ­li­ch zum Vor­teil des Kapi­tals und zum Nach­teil des Klein­un­ter­neh­mers. Mei­ne Sache ist es nicht, hier­über umfang­rei­che Aus­füh­run­gen zu machen. Aber viel­leicht will bei Gele­gen­heit einer Ihrer Redak­teu­re das The­ma wei­ter­den­ken.

Mit freund­li­chen Grü­ßen
Hart­mut Zip­per­len

Guten Tag Herr Zip­per­len,

vie­len Dank für die Zusen­dung Ihrer Gedan­ken.
Wären Sie damit ein­ver­stan­den, dass wir Ihren Leser­brief auf unse­rer Home­page ver­öf­fent­li­chen?

Bes­te Grü­ße
Frank Augus­tin

Guten Tag, Herr Augus­tin

Mit einer Ver­öf­fent­li­chung als Leser­brief bin ich selbst­ver­ständ­li­ch ein­ver­stan­den. Trotz­dem fän­de ich’s, falls das mach­bar ist, tat­säch­li­ch gut, wenn mein Schluss­satz aus dem vori­gen Schrieb (… viel­leicht will bei Gele­gen­heit einer Ihrer Redak­teu­re das The­ma wei­ter­den­ken.) zum Tra­gen käme. Die­ser gra­vie­ren­de Sach­ver­halt zieht sich ja durch das gesam­te Wirt­schafts­le­ben. Nicht umson­st haben die gro­ßen Logen ihre Ver­tre­ter in den Ban­ken sit­zen. Es wäre bestimmt (zumin­dest nach mei­nem Ver­ständ­nis) inter­es­sant, den Ent­zug von Ener­gie durch Geld­ge­ber ein­ge­hend und pro­fes­sio­nell zu unter­su­chen.

Ganz offen­sicht­li­ch erkenn­bar ist der Ein­fluss des Kapi­tals in der Poli­tik. Aber da gibt es ja viel sub­ti­le­re Metho­den, die nicht so offen­kun­dig sind. Vor­der­grün­dig muss ich Zins und Til­gung bedie­nen, was einen Teil mei­ner Arbeits­kraft = Ener­gie benö­tigt. Mir geht’s aber hier um eine höhe­re Ebe­ne, die nicht sicht­ba­re. Ein­mal hat­te ich als Elfen­gärt­ner Kon­takt (es war kein Geld im Spiel) mit einer getarn­ten Unter­grup­pe von Sci­en­to­lo­gy. Als ich mich dem wie­der ent­zog, hat­te ich eine schlaf­lo­se Nacht, weil die dort ihre “Ener­gie­fä­den” nicht los­las­sen woll­ten.

Was Ihr Dar­le­hen betrifft, so tut es mir leid, dass Sie das noch am Bein haben. Ich hof­fe und wün­sche sehr, dass Ihr Idea­lis­mus und der Ihrer Leser stark genug sind, die­sen Ener­gie­ent­zug aus­zu­glei­chen.

Mit bes­ten Erfolgs­wün­schen
und freund­li­chen Grü­ßen

Hart­mut Zip­per­len