Oh, du liebe Weihnachtszeit… agora42 unter’m Tannenbaum

Die Weihnachtsmärkte sind eröffnet, die Lichterketten funkeln und die große Geschenkeschlacht nimmt ihren Lauf. Weihnachtszeit, die wichtigste Zeit für konjunkturellen Aufschwung, hat begonnen.

Weihnachten agora42

Oh, du liebe Weihnachtszeit… agora42 unter’m Tannenbaum

Kinder überlegen sich, welche ihrer heiligen materiellen Wünsche – etwa der “ferngesteuerte Monster-Truck” – auf ihrem Wunschzettel Platz finden. Omas und Opas stürmen die Kaufhäuser, um unglaubliche 10% Rabatt auf alle Artikel der Marke Playmobil zu sichern. Und Mamas und Papas sortieren bei amazon.de das Kinderspielzeug seiner “Beliebtheit” nach, um dem Kind das bestmögliche per Mausklick ins Haus liefern zu lassen.

In dieser besinnlichen Zeit, treffen auch in unserer Wichtelwerkstatt die ersten Wunschzettel ein. Wie immer antimateriell und unzeitgemäß:

Wunschzettel agora42

 

Wir arbeiten fleißig an der Erfüllung dieser Wünsche. Wer trotzdem lieber ein materielles Geschenk unter den Tannenbaum legen will, dem seien unsere agora42-Weihnachtsgeschenke empfohlen:

 

Rettungspaket_quadrat

1. Das agora42 Rettungspaket: Für alle, die die Krise besser verstehen wollen. Fünf Ausgaben zu den grundlegenden Begriffen unseres ökonomischen Selbstverständnisses zusammengestellt zu einem Paket: SCHULDEN – FORTSCHRITT – RISIKO – KRISE – WOHLSTAND.

2. Das agora42 Geschenkabo: Es umfasst vier Ausgaben des Magazins agora42 und endet nach einem Jahr automatisch mit der Zusendung der letzten Ausgabe. Ein Jahr, ein Preis, ein Geschenk. Ohne Laufzeitverlängerung.

 

Frohe Weihnachten euch allen!

Leserbrief – befriedigende Antworten bleiben aus

Leserbrief – befriedigende Antworten bleiben aus

 

Seit ich die agora42 abonniert habe (die ich ja „lebenslang“ abonniert habe), bin ich ein immer wieder faszinierter und meist zustimmender Leser der agora42. Bis auf die letzte Ausgabe, weswegen ich mich entschlossen habe, Ihnen ein paar Zeilen zu schreiben.

Dabei stoße ich mich nicht an dem durchaus heiklen Thema „Ökonomie und Spiritualität“. Im Gegenteil, ich bin schon seit langem der Überzeugung, dass das unsere Gesellschaft beherrschende Wirtschaftssystem daran krankt, dass es keine Seele hat, sondern glaubt, sich allein durch seine angebliche Effizienz zu legitimieren. Ich bin einfach nur enttäuscht, dass viele Beiträge in dem Heft dem Thema nicht angemessen sind.

Ich beschäftige mich seit über fünfundzwanzig Jahren, seit ich bei einem längeren Aufenthalt in den USA mit dem „real existierenden Neoliberalismus“ in seiner Hochphase konfrontiert wurde, mit der Zukunft des Kapitalismus und seinen ruinösen Auswirkungen auf unsere Gesellschaft. Ich stimme mit den Autoren überein, dass dieses System zum Scheitern verurteilt ist, weil es wesentliche Aspekte des menschlichen Wesens ausblendet. Aber mit dieser Analyse, die man im Übrigen an allen Ecken und Enden vorgetragen bekommen kann, ist es ja nicht getan. Auf die Frage, wie die Spiritualität des Menschen in die kapitalistische Wirtschaft eingebunden werden kann, habe ich jedenfalls in diesem Heft keine befriedigende Antwort gefunden.

Ich habe mich, wie gesagt, viele Jahre mit dieser Frage beschäftigt und habe meine Gedanken in einem Buch mit dem Titel „Generosität – Versuch einer Ethik für eine post-kapitalistische Gesellschaft“ dargelegt. Ich maße mir nicht an, damit den Stein der Weisen gefunden zu haben, aber immerhin versuche ich, über das bloße Beklagen und Jammern hinaus einen Weg zu weisen, wie wir uns vielleicht retten können.

 

So oder so bleibe ich weiterhin ein interessierter Leser dieser ausgezeichneten Zeitschrift. Eine Anregung: Sie sollten sich in einer der nächsten Ausgaben mit dem Thema Ökonomie und Handel beschäftigen. Nicht nur unter dem aktuellen Aspekt von TTIP, sondern in vielerlei Hinsicht (massive Ungleichgewichte durch sogenannte Exportweltmeister, eine Art Neokolonialismus durch Exportsubventionen landwirtschaftlicher Erzeugnisse u.a) ist das ein brisantes Thema.

Leserbriefe zur aktuellen Ausgabe – Auswahl

Leserbriefe zur aktuellen Ausgabe – Auswahl

 

Wie ich schon in der letzten Mail erwähnte, finde ich das Thema richtig interessant, da richtig gedacht und geschlussfolgert. Unsere Ökonomie hat heutzutage sehr viel mit „Glauben“ und „Religion“ zu tun. Der übermäßige Glaube an das Geld im Allgemeinen ist schon eine Spiritualität an sich.

Leider waren die Texte in der Rubrik „Terrain“ zum Großteil sehr kompliziert geschrieben. Vielleicht ist „zu akademisch“ der richtige Ausdruck. Von Zeit zu Zeit habt Ihr die Tendenzen wie die „Lettre International“. Das könnte man knapper und kerniger gestalten. Die Theorie klingt sehr oft nach Lehrstuhl und Professur. Das schreckt mich als (unstudierten) Leser eher ab.

Der Ausflug in die Welt der Gespenster und Geister war allerdings sehr erhellend (Bill Michaels). Parapsychologie in einem Heft mit Schwerpunkt Ökonomie ist einfach genial. Zum Thema kann ich im übrigen das Buch „Die Naturgeschichte der Gespenster“ von Roger Clark (Matthes & Seitz Berlin) empfehlen. Da wird auf das Ganze sehr direkt eingegangen.

Das Interview war wieder sehr gut (lese ich meistens immer zuerst). Nur eben weit weg von einer realen Praxis gedacht. Alles vage, aber die Richtung stimmt. Die Rubrik „Horizont“ ist wieder über alles erhaben. Klare Texte, gute Vorschläge für die Praxis. Bleibt bitte mit dem Haus Bartleby in Kontakt, da wird noch einiges an wichtigen Dingen kommen. Die Gedankenspiele haben wieder etwas Schmunzeln in mein Gesicht und frösteln in meinen Körper gezaubert. Eine schöne Heiß-kalt Mischung.

Der Marktplatz lässt mich etwas nachdenklich zurück. Einerseits ist die Idee hinter diesem Projekt klasse. Andererseits ist diese Art von Kunst wieder nur zur Bespaßung eines gewissen Teils des Bildungsbürgertums. Nach vier Jahren Mitarbeit im Vorstand einer größeren Galerie weiß ich, von was ich rede.

Wie ich gelesen habe, sind sie nun Teil des GLS Zeitschriften Programms. Das freut mich sehr, da damit die Agora42 in eine etwas sicherere Zukunft blicken kann. Wie es der Zufall will, bin ich in der GLS Genossenschaft und habe auch etwas Geld bei der GLS Bank liegen. 🙂

M. Hehl

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Liebe Agora42 Redaktion,

nach Lektüre der letzten Ausgabe und anschließender kurzer Recherche bin ich sehr enttäuscht. Deshalb ziehe ich in Erwägung mein Abo auch zu kündigen.

Ich weiß nicht, ob ich die Artikel richtig verstanden habe. Vielleicht unterliege ich hier auch nur einem großen Irrtum oder mein geistiges Auge verschließt sich vor der Wirklichkeit, um mich selbst vor einer Erschütterung meines Weltbildes zu schützen.

Ich würde gerne wissen, wie man auf die Idee kommt einen Artikel von „Bill Michaels“ zu veröffentlichen? Es gab/gibt in Ihrer Zeitschrift sehr viele und kluge Artikel, aber so jemandem eine Plattform zu bieten finde ich fraglich.

Was stört mich an „Bill Michaels“? Naja nach der Lektüre seines Berichts habe ich ihn „gegoogelt“. Ergebnis:
1. verity.eu Die Seite spricht allemal für sich selbst…
2. „Der Verity Report“ Beschreibung: „Wahrheiten über unsere Existenz, unsere geistigen Potentiale und die Beschaffenheit der Welt“ Ahja aufgrund einer Umfrage und dem Hinzufügen von „erstaunlichen Berichten“ wird also „die Wahrheit über unsere Existenz“ erklärt. Alles klar!

Meinen Sie das ernst? Ist das ein großer Witz?
Bitte, bitte erklärt mir warum dieser Mann Platz in Ihrem Heft findet! Ich kann es nicht verstehen.

M.J.

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Ich habe das Magazin gar nicht mehr aus der Hand gelegt, sondern von vorne bis hinten gelesen.
Es füllt eine Lücke im Zeitschriftenmarkt, den ich mittlerweile seit über 30 Jahren intensiv verfolge.

Besonders Ihr Thema Spiritualität im Wirtschaftsleben wird zentral sein, um ein notwendiges Umsteuern hinzubekommen.

H.S.

Leserbrief: Der Taugenichts und der Wohlstandsabkömmling

Manchmal bleibt Zeit z.B. für die Lektüre der letzten agora42.
Und als ich dort  was von Eichendorff und Taugenichts gelesen hatte, fiel mir natürlich sofort eine Menge ein, was ich kommentieren möchte – aus der Sicht einer Germanistin (Eichendorff – Romantik – (schlesische) Adelsfamilienbiographie…), die ihre Ferien häufig in Westerland verbracht hat (Taugenichts(?) – Gegenwart – Sammelplatz fürYuppies…/ Wohlstandsabkömmlinge…).
Aber: Ich habe mit der agora keine Fachzeitschrift für Philologen abonniert – gemanistische Spitzfindigkeiten lass ich mal und beschränke mich…

Revolution ökonomische LehreErst während des Studiums fand ich mehr heraus zum bekannt-beliebten, volksliedhaft vertonten Gedicht um Liebesschmerz des guten? (adligen) alten Joseph von und zu…: Adliger (Joseph) verliebt sich in hübsche Müllerstochter (unstandesgemäß: nach Verführung Heirat also ausgeschlossen/ rasche Selbsttötung empfehlenswert..) , Müller bringt Tochter weg, damit sie nicht als “gefallenes Mädchen” endet (bekannteste literarische Illustration zu dem Thema und den Folgen für das Mädchen ist die Gretchentragödie im “Faust”, thematisch inzwischen antiquiert durch Pille/ Familienplanung…), Adliger ist völlig verzweifelt, weil man ihm sein Sehnsuchtsobjekt entwendet hat… malt (verbal) selbstverliebt seine Liebestod-Sehnsucht aus… schnief, schluchz und noch ne Krokodilsträne!

Soweit (m)ein Rand-Beitrag zu Eichendorff, in dem sich aber zugleich auch die beiden Seiten der deutschen Romantik vereinigen – die zerstörerisch-bedrohliche und die heiter-lebenszugewandte.

Allerdings schien mir schon immer die Bezeichnung “Taugenichts” in unserm modernen Verständnis des Wortes für die Hauptfigur in Eichendorffs Text  irreführend – viel eher erinnert dieser Protagonist an einen liebenswerten Vagabunden, an ein Sonntagskind, einen “Hans im Glück”, dem alles gelingt (Georg Lukács sah das genauso!!). Er scheint ein Künstlertyp, außerhalb der Gesellschaft sich bewegend…
Nichts gemein hat er mit dem Jung/-Volk in Westerland z. B. ( man muss auf der Suche nach diesen Menschen nicht bis in die Romantik/ nach Schlesien zurück gehen!), welches dort zu Ferienzeiten wild wuchernd in Erscheinung tritt : Jung-Wohlstandsabkömmlings-Geldverschwender… und vielleicht eine Antwort auf die Frage, was Taugenichtse oder Sozialschmarotzer denn seien…
(Die Frage nach “Schädlingen” mag ich hier nicht beantworten.)

Seit mehreren Tagen bin ich nun schon damit beschäftigt, meine sehr vernachlässigten alten Kakteen von kräftig schlingendem Unkraut zu befreien, das die Pflanzen abwürgt  und vernichtend zu überwuchern droht. In meinen Töpfen könnte ich im nächsten Jahr schon eine Einheits-Schlingpflanzen- Vegetation haben(!!!)

Meint Ihr, es gäbe keine Schädlinge in menschlicher Gestalt? “Sozial-Schmarotzer” sei ein verstaubter Begriff?
Habe ich etwas in dem Artikel missverstanden? Fehlt mir einfach der Sinn für das völlig Nutzlose?
Abschließen möchte ich meine Spontan-Ideen-Sammlung zu eurem Heft (zu Bruchteilen des Inhalts, das darf man sich als a.D. nämlich leisten!!)) und zu der Frage auf dessen Titelseite  mit einem Text, der mir zum Thema  passend scheint – wieder (natürlich) aus der Zeit der deutschen Romantik – und vermutlich kennt Ihr die Zeilen von Novalis:

Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren
sind Schlüssel aller Kreaturen,

Dann fliegt vor e i n e m geheimen Wort
Das ganze verkehrte Wesen fort.

Lassen wir die (immer wieder lebendige) Dämonie (in uns Menschen?), die die Wurzeln der Romantik mitbestimmt hat.

D.B aus H.

Bild: „Joseph Freiherr von Eichendorff (1841)“ von “Wikipedia: Foto H.-P.Haack”. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons

Banken als Energiefresser?

Banken als Energiefresser?

Guten Tag, agora42

Sie haben mich zum Mitdenken eingeladen. Dem komme ich gerne nach – allerdings nicht als Neu-Abonnent, sondern als Gedankenaufschreiber.

Am Wirtschaftsleben nehme ich jetzt fast 50 Jahre teil, davon 35 Jahre selbständig als Inhaber eines kleinen Garten- und Landschaftsbau-Betriebes. Seit gut 2 Jahren bin ich Rentner, wobei meine Firma (nicht der Betieb) auf Sparflamme noch existiert.

Eine Sache, die mich über all die Jahre gequält hat, ist der Zwang, Geld zu leihen, wenn ich eine größere Investition (z.B. Erdbaumaschine) plane. Die Kosten für eine solche Maschine kann ich nicht innerhalb eines Jahres erwirtschaften. Wenn ich aber Geld ansparen will, muss ich (unter Berücksichtigung der Investitionsrücklage) unverhältnismäßig Steuern zahlen, womit die Maschine noch mehr in die Ferne rückt. Also nehme ich Geld von der Bank. Damit bin ich aber nicht nur finanziell vom Kapitalmark abhängig, sondern hänge auch energetisch an der Bank. Mit anderen Worten: Die Bank hat ihre Energiefäden in meinem Betrieb. So muss ich, ob ich will oder nicht, das Spiel des Kapitals mitbedienen. Die Bank bekommt nicht nur Zinsen, sondern auch meine Energie.

Diese Tatsache ist, so meine ich, philosophisch ein hochbrisanter Sachverhalt und ein grundlegender Fehler unseres Wirschaftssystems, selbstverständlich zum Vorteil des Kapitals und zum Nachteil des Kleinunternehmers. Meine Sache ist es nicht, hierüber umfangreiche Ausführungen zu machen. Aber vielleicht will bei Gelegenheit einer Ihrer Redakteure das Thema weiterdenken.

Mit freundlichen Grüßen
Hartmut Zipperlen

Guten Tag Herr Zipperlen,

vielen Dank für die Zusendung Ihrer Gedanken.
Wären Sie damit einverstanden, dass wir Ihren Leserbrief auf unserer Homepage veröffentlichen?

Beste Grüße
Frank Augustin

Guten Tag, Herr Augustin

Mit einer Veröffentlichung als Leserbrief bin ich selbstverständlich einverstanden. Trotzdem fände ich’s, falls das machbar ist, tatsächlich gut, wenn mein Schlusssatz aus dem vorigen Schrieb (… vielleicht will bei Gelegenheit einer Ihrer Redakteure das Thema weiterdenken.) zum Tragen käme. Dieser gravierende Sachverhalt zieht sich ja durch das gesamte Wirtschaftsleben. Nicht umsonst haben die großen Logen ihre Vertreter in den Banken sitzen. Es wäre bestimmt (zumindest nach meinem Verständnis) interessant, den Entzug von Energie durch Geldgeber eingehend und professionell zu untersuchen.

Ganz offensichtlich erkennbar ist der Einfluss des Kapitals in der Politik. Aber da gibt es ja viel subtilere Methoden, die nicht so offenkundig sind. Vordergründig muss ich Zins und Tilgung bedienen, was einen Teil meiner Arbeitskraft = Energie benötigt. Mir geht’s aber hier um eine höhere Ebene, die nicht sichtbare. Einmal hatte ich als Elfengärtner Kontakt (es war kein Geld im Spiel) mit einer getarnten Untergruppe von Scientology. Als ich mich dem wieder entzog, hatte ich eine schlaflose Nacht, weil die dort ihre “Energiefäden” nicht loslassen wollten.

Was Ihr Darlehen betrifft, so tut es mir leid, dass Sie das noch am Bein haben. Ich hoffe und wünsche sehr, dass Ihr Idealismus und der Ihrer Leser stark genug sind, diesen Energieentzug auszugleichen.

Mit besten Erfolgswünschen
und freundlichen Grüßen

Hartmut Zipperlen

Ein geistiges Bad in Champagner

Da wir uns schonungslos jeder Kritik stellen, die uns erreicht, erlauben wir uns heute einen Leserbrief zu veröffentlichen, der in eine ganz andere Richtung zielt:

Präsentation der Jubiläumsausgabe agora 42 in der Rock Star Photo Gallery
Dabei handelt es sich um ein philosophisches Wirtschaftsmagazin, Herz- und Hirnobjekt von sehr engagierten Menschen. Die Veranstaltung war Freitag letzte Woche. Der Intelligenzquotient der anwesenden war weit über Durchschnitt, es war ein geistiges Bad in Champagner. Weiterlesen