ENGAGÉE – politisch-philosophische Einmischungen

ENGAGÉE – politisch-philosophische Einmischungen

 

die offene Redaktion

die offene Redaktion

engagée beschreibt sich selbst als Experimentierfeld für gemeinsamen Gedankenaustausch – theorieaffin, praxisvernarrt und niemals verlegen, unterschiedliche Standpunkte zu verhandeln. Diese Haltung prägt auch die redaktionelle Arbeit an dem Magazin: In einer offenen Redaktion wird das demokratische Experiment gewagt, Themen gemeinsam zu erarbeiten und zu verhandeln. Wer einen Beitrag einreicht, kann Redaktionsmitglied für die jeweilige Ausgabe werden und bei der Auswahl der Artikel mitentscheiden. Seit Mai 2015 erscheint das Magazin engagée zwei Mal jährlich jeweils im Frühjahr und Herbst. Die Inhalte sind online abrufbar.
Die zwei bisher erschienenen Ausgaben widmeten sich den Themen „Unruhe bewahren“ und „Ekstase“. Dabei kamen bei den Autoren und Künstlern vielseitige experimentelle Ausdrucksweisen sowohl in Schrift und Bild als auch in Video- und Audioform zum Einsatz. In den Heften fügen sich lyrische Texte über Normalität, Fotoessays über Geflüchtete und nachdenkliche Beiträge über die Eurokrise zu einem Ganzen. Widerstand, Rebellion, Protest und Emanzipation sind widerkehrende Motive und es wird deutlich, dass engagée mit seinen Einmischungen gesellschaftliche Realität nicht nur besprechen, sondern auch verändern will.
Die nächste Ausgabe trägt den Titel „Begehren“ und wird im Mai 2016 erscheinen. Mehr über das Magazin, Bestellformulare und Händlerlisten unter: engagee.org

 

NACHGEFRAGT BEI JOHANNES SIEGMUND, REDAKTEUR BEI ENGAGÉE:

Wie ist die Idee zu engagée entstanden?

engagée wurde 2014 mit dem Anspruch gegründet, analytische Schärfe und politische Involviertheit zu verbinden. Der Name des Magazins ist inspiriert von Jean-Paul Sartres Begriff littérature engagée (engagierte Literatur). engagée in der Bedeutung von „immer schon in einer bestimmten gesellschaftlichen Situation engagiert beziehungsweise eingelassen“, weist darauf hin, dass wir uns nicht einfach aus diesen Verhältnissen herausversetzen können. Der Untertitel „politisch-philosophische Einmischungen“ zielt auf das strategische Moment, das es notwendig braucht, um Brüche und Diskontinuitäten mit dem Status quo herbeizuführen.

 

Wie funktioniert eine offene Redaktion?

Zunächst werden die Zusendungen von einem Kernteam daraufhin geprüft, ob sie zu dem Thema des jeweiligen Heftes und dem emanzipatorischen Grundgedanken von engagée passen. So entsteht eine rudimentäre Vorauswahl, die dann in den Redaktionsprozess gelangt. Wir lassen uns dabei auf Texte von ganz verschiedenen Autoren ein, die teilweise noch viel Bearbeitung brauchen. Bei der letzten Ausgabe haben zwei Drittel der Autoren auch im Redaktionsteam mitgearbeitet. Die Redaktion lernt sich nicht persönlich kennen, da ein Treffen schwierig wäre. Deshalb wird über ein Doodle ausgehandelt, wer welche Texte bearbeitet. Anschließend werden die Texte hochgeladen und von den jeweiligen Mitgliedern der Redaktion korrigiert und redigiert. Bis jetzt gab es noch keine großen Konflikte, man muss jedoch aufpassen, dass sich nicht doch unbemerkt Hierarchien herausbilden.

 

Bei engagée sind diverse Beitragsformen von Audio bis Video erlaubt und ihr seht euch als partizipatives Medium. Weshalb haltet ihr trotzdem an der statischen Printform fest?

Wir schätzen die Kombination aus beidem. So sind alle Texte auch online verfügbar und die Multimediabeiträge funktionieren natürlich nur über das Internet. Das Heft selbst ist jedoch unerlässlich, weil es etwas Physisches ist, das man mitnehmen, hinlegen und auslegen kann. Es ist ein materielles Artefakt, das die Leute verbindet.

 

Aus der Rubrik der aktuellen Ausgabe zum Thema SYSTEME.

wbernhardt