Neue Ausgabe: ORDNUNG

ORDNUNG ist das Thema der neuen agora42

 

Die neue Aus­ga­be der agora42 zum The­ma ORDNUNG

Ord­nung ist ein Gefühl“, sagt der Trä­ger des deut­schen Buch­prei­ses Robert Men­as­se im gleich­na­mi­gen Inter­view der neu­en agora42.

Es ist ein Gefühl, das jedoch nur dann zum The­ma wird, wenn wir Ord­nung ver­mis­sen – was zuneh­mend der Fall ist. Die Ord­nungs­sehn­sucht, das Ver­lan­gen nach Über­schau­bar­keit und Ori­en­tie­rung wächst: Vie­le Men­schen spü­ren eine inne­re Lee­re und ver­mis­sen trotz Kar­rie­re, Fami­lie oder Hob­by einen ech­ten Sinn im Leben.

Dazu trägt sicher­lich bei, dass „die Lebens­rea­li­tät durch die gesamt­wirt­schaft­li­chen Kenn­zah­len immer weni­ger abge­bil­det wird“ – wie Mecht­hild Schroo­ten in dem Bei­trag „Die Kenn­zif­fern­öko­no­mie – Quan­ti­tät statt Lebens­qua­li­tät“ beschreibt. Was aber lässt uns trotz­dem an der abs­trak­ten Kenn­zif­fern­öko­no­mie fest­hal­ten?

Auch der Staat scheint in Unord­nung zu gera­ten: „Die Par­la­men­te ver­lie­ren an Bedeu­tung und Gesetz­te wer­den zuneh­mend an ande­rer Stel­le gemacht“, weiß Fritz Glunk und erläu­tert in dem Arti­kel „Regie­ren ohne Regie­rung“ wie und wo das pas­siert.

Zudem ist „die heu­ti­ge digi­ta­le Infor­ma­ti­ons­ge­sell­schaft eine Gesell­schaft der Des­in­for­ma­ti­on, der Lügen und des Geschwät­zes sowie ande­rer Ver­falls­for­men des Mit­ein­an­der­re­dens und -lebens“ – so Rafa­el Capur­ro. Ob die Digi­ta­li­sie­rung bezie­hungs­wei­se die Algo­rith­men den­noch das Poten­zi­al haben uns Ori­en­tie­rung zu bie­ten, damit befasst er sich in sei­nem Arti­kel „Digi­ta­le Zukünf­te – Res Publi­ca Digi­ta­lis“.

 

Welche Ordnung kann die Zukunft gestalten?

Viel­sei­tig und anschau­lich beleuch­tet die neue Aus­ga­be Ursa­chen und Erschei­nungs­for­men wirt­schaft­li­cher, poli­ti­scher und gesell­schaft­li­cher Unord­nung und rich­tet den Blick bewusst nach vor­ne. Wie sehen ech­te Uto­pi­en aus?

So zeigt die Kul­tur­anthro­po­lo­gin Andrea Vet­ter wie die Wirt­schaft künf­tig geord­net wer­den könn­te und skiz­ziert in ihrem Bei­trag „Leben in einer Post­wachs­tums­öko­no­mie“ anhand zahl­rei­cher lebens­na­her Bei­spie­le eine Gesell­schaft jen­seits des Wachs­tums, denn: „Ange­sichts der rapi­de zer­fal­len­den gesell­schaft­li­chen Ord­nung ist die ein­zig unrea­lis­ti­sche Uto­pie ein Wei­ter-wie-bis­her.“

Zwar ver­steht sich das Pre­mi­um-Kol­lek­tiv nicht als Unter­neh­men einer Post­wachs­tums­öko­no­mie, aber dass man schon heu­te alle soge­nann­ten Markt­ge­setz­te miss­ach­ten und trotz­dem erfolg­reich sein kann, ver­rät der Grün­der des Kol­lek­tivs Uwe Lüb­ber­mann im Gespräch mit der Tha­les-Aka­de­mie, das den über­ra­schen­den aber ernst­ge­mein­ten Titel trägt „Wenn wir Gewinn machen, haben wir schlecht gewirt­schaf­tet“.

Der Fra­ge, inwie­weit ein nach­na­tio­na­les, ein Euro­pa der Regio­nen ein neu­er gesell­schaft­li­cher Ord­nungs­rah­men sein könn­te, geht Gesi­ne Weber in dem Bei­trag „Euro­pa der Regio­nen: eine neue Ord­nung für mehr Inte­gra­ti­on“ nach, die in ihrem Stu­di­um und Pro­jek­ten längst die Natio­nal­staa­ten hin­ter sich gelas­sen hat. Somit steht sie für eine Gene­ra­ti­on, für die inzwi­schen ganz selbst­ver­ständ­lich gilt, wovon Ade­nau­er und Schuh­mann nur zu träu­men wagen: die Über­win­dung des Natio­nal­staa­tes.

Denn sind wir mal ganz ehr­lich und über­las­sen das letz­te Wort Robert Men­as­se:

Wo außer bei der Fuß­ball­na­tio­nal­mann­schaft und bei der Wet­ter­kar­te bemerkt der Deut­sche, dass er ein Deut­scher ist? “

Die neue Aus­ga­be kön­nen Sie wie gewohnt por­to­frei direkt bei uns bestel­len (ins Aus­land zzgl. € 2,50 Ver­sand).

wbernhardt