02/2014 – Europa

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Editorial


Wir befinden uns im Jahr 2030 n. Chr. Mit der Gründung des Heiligen Wirtschaftlichen Reichs Europäischer Regionen ist die ökonomische Gleichschaltung Europas schließlich vollzogen worden. Ganz Europas? Nein! Einige Unbelehrbare wollen sich nicht auf Humankapital reduzieren lassen. Die Experten tun sich nicht leicht mit diesen Heiden, die sich der absoluten Vernunft des Unendlichen Marktes (UM) nicht unterordnen wollen. Was sind das für Menschen, die sich nicht der Selbstausbeutung widmen wollen, wie es das Gesetz verlangt?
Es sind Unwissende. Sie wissen nichts von der Existenz unsichtbarer Hände. Sie haben den UM noch nie gesehen. Sie lästern über die Hohepriester der Finanzen, weil für sie Geld nur ein Zahlungsmittel ist und keine Kraft. Sie halten nichts von den Weissagungen der 50.000 europäischen Wirtschaftsweisen, wonach Wachstum alles Unheil abwehrt. Sie wissen nicht einmal, was Wachstum bedeutet, weil sie die Reine Ökonomische Lehre (RÖL) nicht akzeptieren.
Es sind Spinner. Sie behaupten sogar, dass eine Lösung der Ewigen Europäischen Krise möglich sei. Allerdings kann dies ihrer Meinung nach nur funktionieren, wenn man den UM infrage stellt – Wahnsinn! Aber kann das überraschen bei diesen Egoisten, die sich nicht die Mühe machen zu fragen, was sie für die Wirtschaft tun können, sondern die erwarten, dass die Wirtschaft etwas für sie tut? Wenn die Vernunft des UM nicht vernünftig ist, was dann? Und worauf soll man denn noch hoffen, wenn sich Glück nicht durch materiellen Wohlstand einstellt? Woran soll man glauben, wenn nicht an die Wunderkräfte des technischen Fortschritts? Was hat das Leben für einen Sinn, wenn sich Geld nicht vermehren darf und kein unendliches Kapitalwachstum möglich ist? Und unter uns: Manche von ihnen bezweifeln sogar, dass die Realwirtschaft real sein kann, solange sie in die „Unvernunft“ des UM eingebettet ist.
Es sind Verrückte. Schlimmer noch, bei ihnen ist nicht nur alles ver-rückt, sondern sie stellen alle Wahrheiten auf den Kopf. Stellen sie sich vor: Sie wollen Banken gerade dann nicht unterstützen, wenn sie systemrelevant sind. Das ist schon beinahe kriminell! Statt Krisen zu verdrängen, nehmen sie diese ernst. Und dann dieses asoziale Verhalten: Sie lösen Probleme direkt und untereinander, das heißt, ohne sich zunächst an Finanzberater, Anwälte oder Psychologen zu wenden. Sie diskutieren, was das Zeug hält, und schrecken nicht einmal vor Streit zurück. Dabei besteht die große Errungenschaft des UM doch gerade darin, dass die Marktteilnehmer nicht mehr unterschiedlicher Meinung sein müssen.
Diese Menschen wollen frei sein – ausgerechnet in Europa!

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