04/2014 — Das Neue

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Editorial


Ein Gespenst geht um in Europa: Das Neue. Es wird gefürchtet und geliebt, verniedlicht und vergöttert – und dennoch existiert es nicht einmal als Wikipedia-Eintrag.

Aus der Ökonomie würde man es am liebsten verbannen. „Ereignete sich das absolut Neue in der Ökonomie, so käme dies wahrscheinlich einer Katastrophe gleich“, schreibt Verena Rauen in der Jubiläumsausgabe. Auf der anderen Seite lebt die Wirtschaft von der steten Erneuerung von Produkten. Weil aber technische Innovationen keinen mehr umhauen, wird das Neue zunehmend „in der moralischen Qualität eines Produktes“ (Peter Seele) gesucht. Sprich: Unter dem Decknamen „Nachhaltigkeit“ soll es das schlechte Gewissen einer wachstumsverliebten Spezies beruhigen. In den Wirtschaftswissenschaften ist „das Verlangen nach theoretischen Alternativen, die den ökonomischen Turbulenzen der Gegenwart gerecht werden“ groß (Georg Simmerl), aber noch prallt das Neue am Alten ab. Und sein „natürlicher“ Feind, der Dogmatismus, lauert ihm in seiner religiösen und naturverherrlichenden Ausprägung überall auf (Michael Hampe). Nicht einmal die Jugend fühlt sich mehr für die Erschaffung von Neuem zuständig (Beate Großegger).

Das Neue hat heute keinen leichten Stand. Doch gerade, weil es mit den Mitteln des Alten nicht zu fassen ist, kann es überall auftauchen: Als WeQ-Revolution formt es bereits unsere zivilgesellschaftlichen und unternehmerischen Rahmenbedingungen neu (Peter Spiegel); in Gestalt eines Bundesaktionärs könnte es den Kapitalismus in seine Schranken weisen (Giacomo Corneo); und nicht zuletzt zeigt sich an den Zombiewalks überdeutlich, dass sich das Alte überlebt hat (Jan Drees). Grunz!

Willentlich herbeiführen lässt sich das Neue wohl nicht – es kommt plötzlich über uns, wenn die Zeit dafür reif ist. Dann haben wir die Wahl, ob wir den Kopf in den Sand stecken oder es freudig begrüßen.


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