3/2016 — Leitbilder

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Cover Leitbilder

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Editorial


Nicht Geld, nicht Zeit, nicht Palladium – Orientierung ist das knappste Gut.
Leitbegriffe wie Wachstum, Wohlstand und Fortschritt haben ihre Strahlkraft eingebüßt, Konsumgewohnheiten sind zu Zwängen geworden, Europa leidet unter Selbstfindungsproblemen. Allerorts stellt sich die Frage: Wohin?
Wenn nicht klar ist, wohin man will, dreht man sich im Kreis, schlimmer noch, um sich selbst. So auf sich zurückgeworfen, wird alles mühsam. Wenn ein gemeinsamer Werte- und Verhaltenskodex fehlt, muss alles ausdiskutiert, evaluiert und kontrolliert werden. Nichts ist mehr selbstverständlich. Arbeitsvorgänge werden x-mal abgestimmt, die Erziehung und Ausbildung der Kinder laufend überdacht und die eigenen „Prinzipien“ täglich über den Haufen geworfen. Die heutige Krise führt uns in die Irre. Was als „fluide Moderne“ und „Risikogesellschaft“ bezeichnet wird – die Auflösung von Strukturen und von Stabilität – und was gerne mit Flexibilität, Komplexität oder gar Freiheit schöngeredet wird, beschreibt keine neue Epoche, sondern schlicht einen Niedergang, das Verschwinden von Orientierungspunkten. Denn es ist ein Irrtum zu glauben, Menschen könnten ohne Leitbilder leben. Aufklärung bedeutet nicht, auf Leitbilder zu verzichten; sie bedeutet, den Menschen als „Bilderwesen“ anzuerkennen – als Wesen, das Bilder von sich, der Gesellschaft, der Welt malt und malen muss.
Also: Welche Leitbilder können (noch) leiten, woran halten wir uns fest – und was leitet uns in die falsche Richtung? Für die vorliegende Sonderausgabe haben wir außergewöhnliche Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Philosophie, Politik, Religion, Medizin, Justiz, Kultur, Architektur, Bildung und Gastronomie um eine Antwort gebeten. Acht Interviews und 17 Statements verwandeln diese agora42 in das, was sie ihrem Namen nach ist: einen Marktplatz, auf dem die Zukunft verhandelt wird.

Ihr Frank Augustin