4/2015 – Nutzen

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Editorial

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

vor Ihnen liegt die 30. Ausgabe der agora42. Die erste ist vor genau sechs Jahren erschienen, drei Monate nach der Entscheidung, das Magazin zu gründen – kreditfinanziert, ohne vorherige Markt- beziehungsweise Leseranalyse, ohne Verlag oder Mäzen im Rücken; einfach so, weil wir dachten, es müsse ein solches Magazin geben. Wurden wir gefragt, ob es eine Marktlücke für ein Magazin wie das unsrige gibt, antworteten wir stets mit Henry Fords Sentenz: „Wenn ich die Menschen gefragt hätte, was sie wollen, hätten sie gesagt, schnellere Pferde“ – sprich, eine Marktlücke muss man selbst aufmachen.

Doch angesichts einer chronisch unterbesetzten Redaktion, die anfangs auch alle Vertriebsaufgaben zu erledigen hatte, eines nicht vorhandenen Marketingbudgets sowie einer Zeit, in welcher der baldige Tod der Printmedien prophezeit wurde, wäre es nur folgerichtig gewesen, Sie würden diese Ausgabe nicht in Händen halten.

Wie auch immer: Die agora42 hat sich nicht nur stets prächtig entwickelt, sondern vor wenigen Wochen erfolgte dann so etwas wie ein Neustart aus dem laufenden Geschäft heraus; ein Neustart, der durch die deutliche Verringerung der Schulden, die auf dem Magazin lasteten (und, nebenbei bemerkt, die Auszahlung von Gehältern verhinderten), möglich wurde.

Warum die agora42 länger als die ihr „realistisch“ zustehende Frist überlebt hat, warum es also zum Zeitpunkt des Neustarts überhaupt noch ein laufendes Geschäft gab, wissen wir selbst nicht genau. Sicher ist allerdings, dass es uns ohne Sie, liebe Leserinnen und Leser, nicht mehr geben würde; dafür, dass Sie uns in guten wie in schlechten Zeiten die Treue gehalten haben, danken wir Ihnen sehr. Aber auch ohne die Unterstützung von Freunden und Bekannten hätten wir es nicht geschafft – ob in redaktioneller Hinsicht, beim Schleppen der Ausgaben, Abtippen von Interviews (Pat, wir wissen deinen Einsatz sehr zu schätzen), Fotografieren (Janusch, du bist eine Wucht), durch Mund-zu-Mund-Propaganda oder auch finanziell (wenn’s gerade mal wieder besonders knapp war). Und gewiss hätte es keine 30 Ausgaben gegeben ohne die gleichermaßen talentierten wie engagierten Grafikerinnen von DMBO, ohne Dr. Sven Murmann, Dr. Michael Driesch, Brigida & Jürgen Röser, die Familie Jurowich, Wolfgang Kesselring und natürlich auch Raimund Bernhardt, den Architekten unserer Homepage, Datenbank etc.

Von Anfang an konnten wir auch mit dem allergrößten Entgegenkommen unserer Autorinnen und Autoren rechnen, die uns nicht nur hervorragende Texte zur Verfügung stellen, sondern auch souverän mit unseren teils heftigen Eingriffen umzugehen wussten.

Wir freuen uns jetzt darauf, endlich den „agora“-Part der agora42 weiter ausbauen zu können: Der agora42 ist ja bereits namentlich die Intention eingeschrieben, Marktplatz (griechisch: agora) zu sein, auf dem man sich über relevante Angelegenheiten des Gemeinwesens austauschen kann. Diesen Anspruch kann ein Magazin alleine kaum erfüllen, sodass wir Anfang des Jahres unsere Homepage aktualisiert haben. Insbesondere unseren Blog möchten wir Ihnen ans Herz legen, denn hier veröffentlichen wir mindestens zweimal pro Woche Texte, welche die jeweils aktuelle Ausgabe ergänzen – wie etwa ein Interview mit dem Vorstandssprecher der GLS Bank zum Thema „Besitz & Eigentum“ vom 10. August oder auch Texte rein informativen Charakters, die beispielsweise auf interessante Veranstaltungen hinweisen. Darüber hinaus freuen wir uns, dass wir mit Bernd Villhauer, Geschäftsführer des Weltethos-Instituts, einen Blogger gewinnen konnten, der regelmäßig in seiner Kolumne „Finanz & Eleganz“ den Zusammenhängen von eleganten Lösungen, Inszenierungen, Symbolen und Behauptungen einerseits sowie dem Finanzmarkt andererseits nachgeht.

Auf dem Marktplatz dürfen die mittelständischen Unternehmer nicht fehlen, die nicht umsonst als das Rückgrat der Wirtschaft bezeichnet werden. Hier haben wir mit der Thales-Akademie für Wirtschaft und Philosophie in Freiburg einen kompetenten Partner gefunden, der über zahlreiche Kontakte in den deutschen Mittelstand verfügt. Voraussichtlich ab der nächsten Ausgabe werden wir in Zusammenarbeit mit der Thales-Akademie eine neue Rubrik präsentieren, in der spannende Unternehmerpersönlichkeiten porträtiert werden.

Doch weil es nicht bei der Berichterstattung bleiben soll, planen wir für die nahe Zukunft Veranstaltungsformate, bei denen der persönliche Austausch im Vordergrund steht. Seien Sie gespannt und werfen Sie ab und zu einen Blick auf unsere Homepage, wo wir Sie über diese Veranstaltungen informieren.

Von der nahen Zukunft der agora42 zu der ferneren der Gesellschaft: Es wird Sie nicht verwundern, dass diese unserer Überzeugung nach nur wenig mit den liebgewonnenen Gewohnheiten des 20. Jahrhunderts zu tun haben wird. All das, was uns in den letzten Jahrzehnten selbstverständlich schien, all das, was mit den Begriffen Wachstum, Wohlstand und Fortschritt verbunden wird, steht zur Debatte. Und diese Debatte sollte von denen geführt werden, die in dieser Zukunft leben werden. So haben wir in dieser Ausgabe das Wort den jungen Menschen gegeben. Sie werden bestimmen, was künftig nutzt und was nicht, sie werden darüber entscheiden, ob sich die „Eigennützlinge“ (Tanja Will in dieser Ausgabe) durchsetzen oder ob der Mensch „das nützlichste Wesen für den Menschen“ (Cicero) sein wird.

Übrigens: Wer mit der agora42-Redaktion ins persönliche Gespräch kommen möchte, sollte am 25. Oktober die Bayreuther Dialoge besuchen. Die agora42-Redakteure Lia Polotzek und Wolfram Bernhardt gehen dort der Frage nach: Generation Y und der deutsche Mittelstand – perfektes Team oder Clash der Kulturen?

So, jetzt ist’s genug! Viel Freude bei der Lektüre der neuen Ausgabe!

Ihre Frank Augustin & Wolfram Bernhardt