Warum ändern wir uns nicht? – Über Realismus, Verzweiflung und Veränderung

Warum ändern wir uns nicht?

Über Realismus, Verzweiflung und Veränderung

Die 42. Aus­ga­be der agora42 ver­dich­tet die im Maga­zin seit 2009 behan­del­ten The­men in vier zen­tra­len Fra­gen:

Rück­blick: Wo kom­men wir her?

Wo liegt das Pro­blem?

War­um ändern wir uns nicht?

Was wer­den wir ändern (wenn doch alles anders kommt, als befürch­tet)?

Die­se Fra­gen kön­nen in wirt­schaft­li­chen und gesell­schaft­li­chen Kri­sen­zei­ten Ori­en­tie­rung bie­ten und sol­len die Leser zum Mit­den­ken und zur Stel­lung­nah­me anre­gen.

Jeder weiß, dass vie­les falsch läuft und geän­dert wer­den müss­te. Also: War­um ändern wir uns nicht? Alter­na­ti­ve Ide­en und Model­le sind zu Hauf vor­han­den, Pilot­pro­jek­te zei­gen bereits Wege aus der Wachs­tums­fal­le, nie­mand glaubt mehr an Glück und Zufrie­den­heit durch Wohl­stand – und doch bleibt das Gefühl eines gie­ri­gen Sys­tems, dass sich unge­bremst und wis­sent­lich gegen die Wand fährt.

Nun ist es so, dass eine Gesell­schaft nicht so leicht zu ändern ist, weil sie eben nicht wie ein Haus um uns her­um gebaut ist, son­dern eher wie ein Mobil­funk­netz aus uns her­aus und durch uns hin­durch strahlt und mit all unse­ren Schlüs­sen, Erkennt­nis­sen, Gefüh­len, Befind­lich­kei­ten und Gedan­ken ver­wo­ben ist. Wir kön­nen uns von unse­rer Kul­tur nicht frei machen. Wir müs­sen zumin­dest ihre Spra­che benut­zen, um über sie zu spre­chen. Die­se Kul­tur ist nicht vom Him­mel über uns gekom­men oder wie ein Tyrann vor unse­re Nase gesetzt wor­den, son­dern wird tag­täg­lich durch eben unse­re Hand­lun­gen und Ansich­ten am Leben gehal­ten. Ein Teu­fels­kreis. Und die Unmög­lich­keit das Gan­ze zu ändern zeigt sich schon an der Unmög­lich­keit sich selbst zu ändern: Wer kann ernst­haft behaup­ten, dass die Erkennt­nis er müs­se sich selbst lie­ben, um ande­re lie­ben zu kön­nen auto­ma­tisch zu einer emp­find­sa­men Selbst­lie­be führt? Wer von denen, die es sinn­voll fin­den dem Wahn des Wachs­tums und Fort­schritts eine Gren­ze zu set­zen, hört auf stän­dig selbst vor­an­kom­men und sich ver­bes­sern zu wol­len? Wir rufen: Die Gesell­schaft soll sich ändern, dann ände­re ich mich auch. Aber eigent­lich den­ken wir, dass die Ände­rung der Gesell­schaft genau­so hoff­nungs­los ist wie die Ver­än­de­rung unser selbst.

 

Wolf­ram Bern­hardt, Tan­ja Will und Frank Augus­tin machen das phi­lo­so­phi­sche Wirt­schafts­ma­ga­zin agora42 in Stutt­gart. In der Jubi­lä­ums­aus­ga­be sagen sie: “42, das ist also die Ant­wort auf alle Fra­gen, die kei­ne Ant­wort ist. Die­se Zahl steht für den typisch mensch­li­chen Ver­such, einen Sinn zu fin­den – und ist doch gleich­zei­tig Aus­druck der Tat­sa­che, dass die­ser nicht gefun­den wer­den kann. Zum Glück! Sonst wäre alles sinn­los.”

 

Rea­lis­mus und Ver­zweif­lung

Es scheint also, als wür­de alles beim Alten blei­ben, obwohl sich enga­gier­te Welt­ver­bes­se­rer bereits vie­le alter­na­ti­ve Ide­en und Model­le aus­ge­dacht haben. Aber irgend­wie las­sen sich die­se nicht über­zeu­gend ver­kau­fen. Schnell wer­den sie als „unrea­lis­tisch“ abge­tan, mit dem Vor­wurf der welt­frem­den Roman­tik abge­straft und mit einem resi­gnier­ten Abwin­ken nicht ernst genom­men. Der­ar­ti­ge Gesprä­che mit selbst­er­nann­ten „Rea­lis­ten“, ken­nen wir zur Genü­ge. Sie ent­geg­nen: Wie sol­len wir denn ohne Wachs­tum leben? Wie im Mit­tel­al­ter? Es gibt da ein paar wil­de Expe­ri­men­te von Hart­ge­sot­te­nen, die ihren öko­lo­gi­schen Fuß­ab­druck ver­klei­nern wol­len und dafür auf Klo­pa­pier, Sham­poo, Strom etc. ver­zich­ten. Mal ehr­lich, da ver­lie­ren vie­le lie­ber den Kampf gegen die Umwelt und las­sen sich ihre Hei­lig­tü­mer mit einem letz­ten gro­ßen Auf­bäu­men von der Kli­ma­ka­ta­stro­phe ent­rei­ßen. Die Rea­lis­ten mei­nen, den Feh­de­hand­schuh auf­neh­men zu müs­sen, den die Natur ihnen angeb­lich vor die Füße wirft. Die men­schen­ge­mach­te Kata­stro­phe wird zur über­na­tür­li­chen Her­aus­for­de­rung: Soll es nur kom­men, das extre­me Wet­ter, dann fah­ren auch wir ande­re Geschüt­ze auf. Du, Umwelt, willst uns Men­schen ver­nich­ten? Da unter­schätzt du uns aber, das hat bis­her noch kei­ner geschafft. Und auf ein­mal ist das „rea­lis­ti­sche“ Ziel wie­der da, die Visi­on der Tech-Mil­li­ar­dä­re zumin­dest ein Men­schen­le­ben über die Kata­stro­phe hin­weg zu ret­ten, das sich mes­sen an der schein­ba­ren Über­macht am Ende aller Tage, das durch­bre­chen der natür­li­chen Gren­ze. Der Neo­li­be­ra­lis­mus lehr­te zu kämp­fen und zu trot­zen. Die Indus­trie dazu läuft schon auf Hoch­tou­ren: Fer­ne Pla­ne­ten wer­den als Alter­na­tiv­do­mi­zi­le aus­ge­kund­schaf­tet, Bio­la­bo­re züch­ten künst­li­che Nah­rungs­mit­tel her­an, neue Ener­gie­quel­len wer­den ange­zapft und als „grün“ bezeich­net – was nichts wei­ter bedeu­tet als „unbe­grenz­te Aus­beu­tung mög­lich“. Wir wer­den sehen, wer am Ende lacht. Die Hoff­nung, die Natur zu über­lis­ten und am Ende immer mehr von ihr neh­men zu kön­nen ohne dafür die Quit­tung zu erhal­ten ist groß, der Fin­der die­ses hei­li­gen Grals wird gött­lich sein. Die Opfer, die die­ses Unter­neh­men for­dert, sind bereits heu­te zahl­reich – aber ver­schmerz­bar, ster­ben sie doch für die gro­ße Auf­ga­be des Welt­frie­dens am Ende aller Tage, an dem der Mensch nur noch nimmt und befiehlt und kei­ne Opfer mehr brin­gen muss.

Die­se höchst unrea­lis­ti­sche kämp­fe­ri­sche Ein­stel­lung der „Rea­lis­ten“ ist kei­nes­wegs mit ein­fa­cher Über­heb­lich­keit und Selbst­über­schät­zung zu erklä­ren, der Lage noch Herr wer­den zu kön­nen. Ihren Elan und ihre Über­zeu­gungs­kraft erhält die emsig for­schen­de Tech­sze­ne im Gegen­teil gera­de aus der Aus­weg­s­lo­sig­keit der Zukunfts­per­spek­ti­ve: Das Leben der Mensch­heit, ja der Fort­be­stand des gan­zen Pla­ne­ten auf dem Spiel. Ange­sichts des­sen, was da droht, ist jedes Mit­tel recht, jede noch so beängs­ti­gen­de For­schung erlaubt, jeder bru­ta­le Ver­lust ver­schmerz­bar. Die Radi­ka­li­tät der Tech­sze­ne ist aus­schließ­lich über die Radi­ka­li­tät des ver­meint­li­chen Geg­ners, der natür­li­chen Gren­ze, zu erklä­ren. Der aktiv nach Lösun­gen suchen­de Unter­neh­mer, der Mensch der Tat, ist also tat­säch­lich von Ver­zweif­lung und nicht von Zuver­sicht getrie­ben. Der Sozio­lo­ge Johan­nes Weiß sieht dar­in einen Gedan­ken­gang, der erst­mals in der Moder­ne popu­lär wur­de und aufs Engs­te mit der emp­fun­de­nen Sinn­lo­sig­keit und Unge­rech­tig­keit natür­li­cher Gren­zen – etwa des Todes – zusam­men­hängt: „Ein aller­letz­ter und nun wahr­haft ver­zwei­fel­ter Ver­such einer radi­kal inner­welt­li­chen Sinn­ge­bung des Todes lag dar­in, den ‚Tod im Fel­de‘ zur eigent­li­chen höchs­ten Bestim­mung des Men­schen zu erklä­ren.“ Die­ser von Tho­mas Abbts erst­mals 1764 beschrie­be­ne Tod fürs Vater­land beleb­te den Glau­be an den Tod für etwas, der dem sinn­lo­sen und jäm­mer­li­chen Ster­ben ent­ge­gen tritt. Johan­nes Weiß bemerkt dazu: „Die­ser Glau­be (ist) fast immer sofort in sich zusam­men­ge­bro­chen, wenn es dann wirk­lich ans Ster­ben ging.“ Die wirk­lich zu fürch­ten­den Unter­neh­mer, alle­samt „Rea­lis­ten“ opfern sich heu­te nicht mehr für das Vater­land. Sie opfern die Gegen­wart für die Zukunft der Mensch­heit.

 

Angst ver­hin­dert Ver­än­de­rung

Kern die­ser immer hek­ti­sche­ren und ver­zwei­fel­te­ren Suche nach Aus­we­gen aus der Kri­se ist die Angst vor dem Tod und der Sinn­lo­sig­keit und Abgrün­dig­keit der eige­nen Exis­tenz. Nun wis­sen wir bereits, dass die­se Erkennt­nis nicht auto­ma­tisch zur Ver­än­de­rung führt. Angst ist schwer aus­zu­hal­ten. Viel­leicht hilft es aber bewusst zu machen, wie all­ge­mein mensch­lich und damit auch ver­bin­dend das Nach­den­ken über die Angst des Men­schen sein kann. Was kön­nen wir über und von der Angst ler­nen? Sicher­lich nicht, die Exis­tenz­be­dro­hun­gen der heu­ti­gen Zeit – Kli­ma­wan­del, Arten­ster­ben, Boden-, Luft- und Was­ser­ver­gif­tung und Res­sour­cen­knapp­heit – „rea­lis­tisch“ anzu­ge­hen und ihnen ein­zel­ne wis­sen­schaft­lich fun­dier­te Schein­lö­sun­gen ent­ge­gen zu set­zen. Die Gesell­schaft wahr­haft – und zwar grund­le­gend – zu ver­än­dern, heißt nicht, effi­zi­en­te­re Aus­beu­tungs­tech­ni­ken zu fin­den oder per­fi­de­re Arbeits­mo­del­le zu ent­wer­fen, um ihren Fort­be­stand bis in alle Ewig­keit zu sichern. Die ein­zi­ge wirk­li­che Ver­än­de­rung ist, inne­zu­hal­ten. Angst ist eine der stärks­ten Emo­tio­nen der Men­schen, die uns lähmt und damit zum Inne­hal­ten zwingt. Statt sie zu ver­drän­gen, kön­nen wir sie als Hil­fe begrei­fen: Sie hilft, die Din­ge für einen Moment sein zu las­sen und zu reflek­tie­ren. Woher kommt die Angst? Wann tritt sie auf? Dank ihrer enor­men Aus­wir­kung auf unser Han­deln (genau­er: sie macht uns hand­lungs­un­fä­hig) ist sie die der­zeit größ­te Hoff­nung, das ver­meint­lich fest­ge­fah­re­ne „Rea­li­tä­ten“ sich doch noch ändern las­sen. Der Sozio­lo­gie­pro­fes­sor Heinz Bude sagt ein­mal im Inter­view mit agora42: „Das Bewusst­sein der Angst ist die Mög­lich­keit, den Neo­li­be­ra­lis­mus ver­las­sen zu kön­nen, um nicht von der Angst gepei­nigt und ter­ro­ri­siert zu wer­den, dass alles nur noch schlim­mer wird. Aber das Bewusst­sein der Angst, soll­te nie das Ziel haben, die Angst los­zu­wer­den. Das ist mei­ne Kri­tik an all denen, die von einer Welt links oder einer Welt rechts des Neo­li­be­ra­lis­mus träu­men und behaup­ten, das wäre eine ande­re Welt, in der die Men­schen kei­ne Angst mehr hät­ten. Der Kampf gegen die Angst endet schnell in einem Kampf gegen die Frei­heit.“ Also: Ein Pro­gramm gegen die Angst gibt es nicht. Zukunft ist immer mit Ängs­ten ver­bun­den. Die Fra­ge ist nur, las­sen wir sie zu und las­sen wir uns von ihnen hel­fen?

 

Aus­ge­lie­fert oder hand­lungs­mäch­tig?

Für die Ände­rung der heu­ti­gen Lage, ist die enor­me Bedeu­tung, die wir Ver­gan­gen­heit und Zukunft zumes­sen, ein gro­ßes Hin­der­nis. In ver­ant­wor­tungs­vol­len Posi­tio­nen wird kei­ne Ent­schei­dung mehr getrof­fen, ohne im Vor­feld den zukünf­ti­gen Nut­zen abzu­wä­gen, kaum eine Hand­lung fin­det ohne vor­an­ge­gan­ge­nen Prä­ze­denz­fall statt. Man kann hier von einer über­vor­sich­ti­gen Ver­si­che­rungs­men­ta­li­tät spre­chen. In der zutiefst ver­netz­ten und sys­te­ma­tisch von­ein­an­der abhän­gi­gen Welt wer­den Schä­den zuneh­mend kol­la­te­ra­ler – sie betref­fen längst nicht mehr nur die Gesell­schaft, son­dern eben­so das Tier­reich, die Umwelt, ja den gan­zen Pla­ne­ten. Sys­te­me füh­ren dazu, dass ein­zel­ne Hand­lun­gen wie Domi­no­stei­ne eine Ket­te von unbe­ab­sich­tig­ten Hand­lungs­fol­gen in Gang set­zen kön­nen, die uns am Ende fas­sungs­los machen. Trotz­dem hal­ten wir an dem Grund­satz fest, dass Schul­di­ge immer Men­schen sein müs­sen – nie­mals Sys­te­me. Der Mensch muss sich auf­grund die­ser unmensch­li­chen Zumu­tung absi­chern und sein Han­deln, Spre­chen und Den­ken so aus­rich­ten, dass ihm am Ende kei­ne „Per­sön­lich­keit“, kein indi­vi­du­el­les Ver­ge­hen, kei­ne „Radi­ka­li­tät“ mehr vor­ge­wor­fen wer­den kann. Wel­che Aus­wir­kun­gen hat dies auf die Mög­lich­keit die Zei­ten zu ändern?

Alle ernst zu neh­men­den heu­ti­gen Zukunfts­ent­wür­fe sind schwarz. Wenn wir die gro­ßen gesell­schaft­li­chen und umwelt­li­chen Ent­wick­lun­gen betrach­ten, gibt es kei­ne wis­sen­schaft­lich beleg­ten Ent­wick­lun­gen „zum Guten“ mehr. Das erstickt jede Tat, die ernst­haft die Zukunft ändern oder gar ver­bes­sern möch­te, im Keim. Genau­so ergeht es auch dem­je­ni­gen, der die Kraft zur Ver­än­de­rung aus der Ver­gan­gen­heit zie­hen will: Bele­ge dar­über, dass die Tat eines Men­schen eine gan­ze Gesell­schaft ver­än­der­te, sind rar. Hel­den­ta­ten, die dar­über hin­aus die Umwelt ret­te­ten sind noch weni­ger bekannt. Es wür­de also schlicht­weg als nicht plau­si­bel, ja grob fahr­läs­sig ange­se­hen wer­den, wenn Mana­ger nicht den maxi­ma­len Gewinn erzie­len woll­ten, oder Poli­ti­ker plötz­lich eine Begren­zung des Kon­sums ver­lang­ten. Was das für Fol­gen hät­te! Die Domi­no­ket­ten, die dadurch ins Fal­len gerie­ten, kann nie­mand ver­ant­wor­ten. Will man das gro­ße Gan­ze ändern kommt man also unwei­ger­lich zu der Fra­ge: Wie stand­haft sind gute Vor­sät­ze, wenn am Ende die Fra­ge der per­sön­li­chen Haf­tung im Raum steht? Gar nicht. Gute Vor­sät­ze und die Abwen­dung von Kata­stro­phen kom­men daher in gesell­schaft­lich rele­van­ten Insti­tu­tio­nen nicht vor – auch nicht bei den soge­nann­ten „soci­al entre­pre­neurs“.

In die­ser schein­bar aus­sichts­lo­sen und unfrei­en Lage haben sich vie­le Men­schen, bewusst oder unbe­wusst, für einen ande­ren Weg ent­schie­den: Die Sabo­ta­ge. Das Gefühl, dass es nicht ewig so wei­ter­geht, ist mitt­ler­wei­le auch in den Vor­stands­eta­gen unse­rer Gesell­schaft ange­kom­men – auch wenn es dort nicht offen aus­ge­spro­chen wird. Die stän­di­ge Vor­sicht, mit der die Men­schen dort agie­ren, die extre­me psy­chi­sche Belas­tung und der immer rasche­re Aus­tausch von Per­so­nal ist Beleg dafür, dass der eupho­ri­sche Glanz des gesell­schaft­li­chen Auf­schwungs auch dort ver­blasst. Das Gefühl, das alles durch­zieht ist: Es geht den Bach run­ter, jeder nimmt sich was er krie­gen kann. Nach ihm die Sint­flut. Die klei­ne aber fei­ne Sabo­ta­ge der Men­schen an unlieb­sa­men Sys­te­men zeigt sich in der abneh­men­den Loya­li­tät gegen­über Unter­neh­men, der For­de­rung immer höhe­rer Gehäl­ter bei ste­tig abneh­men­der Leis­tung sowie der Lan­ge­wei­le und Esprit­lo­sig­keit, mit der poli­ti­sche oder wirt­schaft­li­che Belan­ge ver­tre­ten wer­den. Wer glaubt ernst­haft, dass einem Poli­ti­ker sei­ne Arbeit Spaß macht? Wer denkt, dass ein VW-Vor­stands­vor­sit­zen­der sei­ne Arbeit sinn­voll fin­det? Hohe Posi­tio­nen wer­den genutzt, um den größt­mög­li­chen Eigen­nutz abzu­zie­hen – das schafft eine lang­sa­me Ero­si­on sozia­ler Insti­tu­tio­nen über Jah­re hin­weg und bricht gleich­zei­tig den Glau­be an sozia­le Sys­te­me, ohne dass ein Schul­di­ger benenn­bar wäre.

Zurück zur Aus­gangs­fra­ge: War­um ändern wir uns nicht? Tat­sa­che ist, wir ändern der­zeit eine gan­ze Men­ge. Nur tun wir dies (noch) unter dem Deck­man­tel des „schuld­lo­sen Wan­dels“: Das Sys­tem habe ein­fach nicht funk­tio­niert, wird es dann hei­ßen, es sei in sich zusam­men­ge­bro­chen …

 

 

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