Was macht das Leben einfacher ? Antworten 25–33

42 Dinge, die das Leben einfacher machen

Die Fort­set­zung unse­rer Lis­te der 42 Ant­wor­ten auf die Fra­ge, was das Leben ein­fa­cher macht (Teil 1 und Teil 2 fin­den Sie hier). Die kom­plet­te Lis­te fin­den Sie in der aktu­el­len Aus­ga­be EINFACH LEBEN auf den Sei­ten 40–49.

Hier die Ant­wor­ten 25 — 33 in denen es unter ande­ren dar­um geht, die Wirt­schaft neu zu den­ken, die Kran­ken­ver­si­che­rung neu zu gestal­ten, mehr selbst in die Hand zu neh­men und auch mal einen Toten anzusehen.

So viel­fäl­tig die The­men sind, so unter­schied­lich sind wie­der die zitier­ten Per­so­nen. Neben his­to­ri­schen Grö­ßen wie Dio­ge­nes und Alex­an­der den Gro­ßen kom­men ein Leh­rer, ein Musi­ker, eine Bestat­te­rin und der slo­we­ni­sche Phi­lo­soph Sla­voj Zizek zu Wort.

25. Wirtschaft neu denken.

„Das alte Fun­da­ment der Öko­no­mik brö­ckelt. Ihr neu­es Fun­da­ment soll­te sich des­halb, auch aus kri­tisch-ratio­na­lis­ti­scher Sicht, am Leit­bild des Plu­ra­lis­mus ori­en­tie­ren: an einer Viel­zahl von Theo­ri­en und Metho­den – auch über die Volks­wirt­schafts­leh­re hin­aus –, die gleich­be­rech­tigt in den Erkennt­nis­pro­zess mit­ein­be­zo­gen wer­den. Grund­sätz­li­che Fra­gen von Ethik, Gerech­tig­keit und Wahr­heit wür­den wie­der in der Öko­no­mik dis­ku­tiert wer­den. Außer­dem wür­de das Stu­di­um ver­schie­de­ner Theo­rie­schu­len und der Geschich­te des öko­no­mi­schen Den­kens auch das Augen­merk auf die sozio­kul­tu­rel­le und his­to­ri­sche Kon­tex­tua­li­sie­rung der Wirtschaft(-swissenschaft) rich­ten – und mit­hin auf ihre sozia­le Bedingt­heit und Wirk­mäch­tig­keit. Eine Plu­ra­le Öko­no­mik und die damit ver­bun­de­ne Offen­heit sind des­halb zen­tral, um neue Bil­der der Wirt­schaft, aber vor allem auch des mult­idi­men­sio­na­len Men­schen zu entwickeln.“
Jani­na Urban und Lisa Wein­hold, in agora42, 03/2016

26. Einfachheit.

Dem His­to­ri­ker Plut­arch zufol­ge habe Dio­ge­nes gera­de in der Son­ne gele­gen, als Alex­an­der der Gro­ße mit sei­nem Tross erschien. Alex­an­der begrüß­te ihn und frag­te, ob er ihm einen Wunsch erfül­len könn­te. Dar­auf­hin ent­geg­ne­te Dio­ge­nes: „Geh mir nur ein wenig aus der Son­ne!“ Alex­an­der soll davon sehr beein­druckt gewe­sen sein und gesagt haben: „Wahr­haf­tig, wenn ich nicht Alex­an­der wäre, dann möch­te ich wohl Dio­ge­nes sein!“

27. Eine Krankenversicherung.

Eine Kran­ken­ver­si­che­rung für alle mit ein­heit­li­cher Prä­mie in Höhe von 15 Pro­zent des Lohns.

28. Mehr selbst in die Hand nehmen.

Mig­le Kund­rot und Mat­thi­as Vin­con im Gespräch mit Frank Augus­tin vor dem agora42-Büro

Die Gesell­schaft ver­küm­mert, weil wir uns für nichts mehr zustän­dig füh­len. Psy­cho­lo­gisch gese­hen machen uns neue Sozi­al­ver­ord­nun­gen, Groß­in­ves­to­ren oder städ­ti­sche Rei­ni­gungs­be­trie­be neben ihrem Nut­zen noch unbe­tei­lig­ter. Inso­fern soll­te man Pro­jek­te för­dern, die dar­auf abzie­len, dass die Men­schen die Gestal­tung ihres Lebens und der Gesell­schaft wie­der selbst in die Hand neh­men: Stadt sel­ber machen, Plät­ze zurück­er­obern, Wohn­raum schaf­fen, Soli­dar­ge­mein­schaf­ten bil­den, Eigen­ver­ant­wort­lich­keit leben. Ein­fach leben.“
Mat­thi­as Vin­con, Leh­rer und Bezirksbeirat

29. Authentisch leben.

„Je authen­ti­scher und unver­stell­ter ich mich gebe, des­to ein­fa­cher wird mein Leben und des­to eher fin­de ich die Leu­te, bei denen es sich ganz ähn­lich ver­hält. Das erleich­tert den Umgang mit Befind­lich­kei­ten und die Fra­ge, was der ande­re wohl denkt, entfällt.“
Thors­ten Put­tenat, Musi­ker und Stadtaktivist

30. Haare mit Roggenmehl waschen.

Kei­ne Plas­tik­ver­pa­ckung, regio­nal pro­du­ziert, güns­tig, 100 Pro­zent natür­lich, ohne schäd­li­che Inhalts­stof­fe, kei­ne Tier­ver­su­che – ein­fach Rog­gen­mehl mit Was­ser anrüh­ren und wie Sham­poo benutzen.
Tan­ja Will, agora42

31. Öfter mal was ausleihen.

Wer Din­ge von sei­nem Nach­barn leiht, spart Geld, schont Res­sour­cen und freut sich über den kom­mu­ni­ka­ti­ven Austausch.

32. Einen Toten ansehen.

„In Deutsch­land sehen vie­le Men­schen den ers­ten Toten erst, wenn sie zwi­schen 30 und 40 sind. Das ist dann meist jemand aus der Fami­lie, oft ein Eltern­teil. Aus die­sem Grund füh­re ich Schü­ler­grup­pen bei uns im Abschied­s­haus ger­ne in den Kühl­raum und zei­ge ihnen einen Toten. Ich glau­be, die­se Erfah­rung ist unglaub­lich gut für die jun­gen Men­schen. Sie kom­men aus dem Kühl­raum her­aus und sind erleich­tert. Der Tod ist immer so angst­be­legt und bedrü­ckend und plötz­lich mer­ken sie: ‚Hey, der Tod ist total ok!’“
Andrea Hal­ler, Bestat­te­rin, in agora42, 03/2016

33. Gleiche Regeln für alle.

„Alle Men­schen soll­ten, wenn nötig, im glei­chen Maße Ver­zicht leis­ten, das heißt, welt­weit soll­ten die­sel­ben Nor­men des Pro-Kopf-Ener­gie­ver­brauchs, Koh­len­di­oxid­aus­sto­ßes usw. durch­ge­setzt wer­den; den ent­wi­ckel­ten Natio­nen soll­te nicht erlaubt sein, die Umwelt im der­zei­ti­gen Aus­maß zu ver­gif­ten, wäh­rend sie den Ent­wick­lungs­län­dern der Drit­ten Welt von Bra­si­li­en bis Chi­na vor­wer­fen, dass sie durch ihre rasan­te Ent­wick­lung die gemein­sa­me Umwelt ruinieren.“
Sla­voj Žižek, Phi­lo­soph und Psy­cho­ana­ly­tik­ter, aus: Auf ver­lo­re­nem Pos­ten (2009, edi­ti­on suhr­kamp 2562)

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Die aktu­el­le agora42 zum The­ma EINFACH LEBEN ver­schi­cken wir ver­sand­kos­ten­frei. Lesen Sie span­nen­de Bei­trä­ge u.a. von Robert Pfal­ler (“Das nack­te und das gute Leben”), Ulri­ke Gué­rot (“Euro­pa ein­fach machen – ein­fach Euro­pa machen”), Frank Ruda (“Ein­fach nicht ein­fach”) und Mads Pan­kow (“End­lich wei­ter­ma­chen – Wer kei­ne Uto­pi­en hat, dem bleibt nur die Zukunft.”)

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wbernhardt