Cover der Ausgabe 02/2020

Die aktuelle Ausgabe: FRAUEN*, MÄNNER*, KARRIEREN

Es braucht mehr Frauen in den Chefetagen – aber wie viele Chefetagen brauchen wir? Gibt es ein gelingendes Leben jenseits von Karriere und Lohnarbeit? Ist Kapitalismus männlich? Was ist das eigentlich: das Geschlecht? Und auch, was ist das: die Karriere? In unserer neuen Ausgabe fragen wir nach den Möglichkeiten für ein gutes Leben für alle Geschlechter.

Die neue Ausgabe der agora42 ist hier versandkostenfrei erhältlich.

Coverausschnitt

Editorial zur Ausgabe 2/2020 FRAUEN*, MÄNNER*, KARRIEREN

Von Frank Augustin

Heutige Arbeit fordert einen zu hohen Preis. Wir haben uns allzu lange die Bequemlichkeit einer Arbeit geleistet, die zu »Willfährigkeit«, Kritiklosigkeit und Entsolidarisierung erzieht – und die überdies katastrophale ökologische Folgen hat. Es kann nicht angehen, dass der weitaus größte Teil der Bevölkerung Arbeit vorschieben darf, um sich vor der überlebensnotwendigen Umgestaltung der Gesellschaft zu drücken. Das ist faul, unreif und undemokratisch.
Jetzt ist von Frauen* und Männern* vor allem Mut gefordert, denn erst der gesellschaftliche Perspektivenwechsel – also: raus aus dem Wirtschaftswachstum! – wird sinnvollere Arbeit und ein sinnvolleres Leben ermöglichen. weiterlesen
Der Denker von Auguste Rodin

Denken in der Krise

Gastbeitrag von Silja Graupe

Statt weiterer Modelle, einer Vermehrung des Wissens und der Kompetenzen, die letztlich doch in den alten Denkstrukturen verbleiben, brauchen wir mehr Freiräume, um in konkreten Erfahrungssituationen tätig werden zu dürfen. Gemeint ist dabei ein Lernen etwa in der Care-Arbeit, in der akuten Krisenhilfe, beim Entstehen von radikalen Innovationen oder an allen anderen Orten, in denen die Dynamik des gesellschaftlichen Magmas am unmittelbarsten, d.h. jenseits von festgefügten Konventionen erfahrbar wird. weiterlesen
Pappschild: Klima- oder Systemwandel?

Es geht uns darum, das Ganze umzubauen

Interview mit Silke Helfrich und Matthias Schmelzer vom Netzwerk Oekonomischer Wandel (NOW)

Im NOW geht es uns nicht um (die Finanzierung von) Einzelmaßnahmen, sondern darum, das Ganze umzubauen, also strukturelle Veränderungen vorzunehmen. Schluss mit „Bullshitjobs“, Umverteilung von Arbeit, weniger Zeit für den Bau von Autos und die Produktion kurzlebiger Konsumgüter, mehr Zeit für alle Formen bezahlter und unbezahlter Sorgearbeit, deutlich kürzere Lohnarbeitszeiten, so dass wir auch mit anderen Formen des Wirtschaftens experimentieren können. weiterlesen
Soll das Bauen verboten werden?

Neben einer Flugscham ist eine Bauscham angebracht

Interview mit Daniel Fuhrhop

Die Klimakatastrophe zwingt uns, auf die Wissenschaft zu hören. Zwanzig bis dreißig Prozent der Treibhausgase werden durch Bauen und Gebäude erzeugt, allein acht Prozent durch die Zementherstellung. Neben einer Flugscham ist darum eine Bauscham angebracht.
Ein Bauverbot geht weiter als eine Bauscham, daher könnte man die Forderung als Gedankenexperiment betrachten: Nur wenn wir uns ernsthaft vorstellen, Bauen wäre verboten, denken wir die Alternativen zu Ende, mehr Platz in Altbauten zu schaffen. weiterlesen
Woher kommt das Geld?

Atemlos im Geldmeer

Von Bernd Villhauer

Woher kommt eigentlich das ganze Geld? Tatsächlich hören wir ja jetzt in der Corona-Krise von enormen Summen, die zur Stabilisierung der Wirtschaftskreisläufe und zum Abfedern von ökonomischen und sozialen Verwerfungen mobilisiert werden. In manchem Politikerinterview schwingt ein bisschen Stolz mit, dass man so riesige Gelder verteilen kann. Und gelegentlich verfällt man auch in martialische Rhetorik, bei der immer wieder gerne eine „dicke Bertha“ oder eine „Bazooka“ rausgeholt wird – wie seinerzeit von EU-Zentralbankpräsident Draghi und jetzt vom deutschen Finanzminister Scholz. weiterlesen
Portrait von Antonio Gramsci

Antonio Gramsci – Philosophie, Alltagsverstand und Revolution

Von Robert Misik

Ende 1926 wurde jede Opposition zerschlagen und Gramsci inhaftiert, und es begann ein Leidensweg, der sein heutiges Bild als Märtyrer des Widerstandes und des freien Denkens prägte. Gramscis Gesundheitszustand verschlechterte sich rapide, bis er völlig verfiel und sterbenskrank war. Gnadenlos wurde er praktisch schleichend ermordet. Doch währenddessen arbeitete Gramsci mit Besessenheit an seinem intellektuellen Nachlass, der Begründung seiner eigenen politischen Theorie, die er in seinen legendären Gefängnisheften aufschrieb – von Beginn an getragen von der Absicht, „dass man etwas für ewig tun müsste“. weiterlesen

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