Cover der Ausgabe 2/2022

Die aktuelle Ausgabe:

RESILIENZ

Die Coronapandemie hat sie den Gesellschaften abverlangt und nun auch Putins Angriffskrieg in der Ukraine: RESILIENZ, also Widerstandsfähigkeit oder Krisenfestigkeit. Doch was soll das sein? Die Fähigkeit, nach Schocks in den Ausgangszustand zurückkehren zu können? Ist das angesichts der drohenden und schon eingetretenen Klimakatastrophen wünschenswert? Ist nicht die radikale Transformation des Normalzustands die Vorbedingung für Resilienz?

Die neue Ausgabe ist hier versandkostenfrei erhältlich.

Aus der aktuellen Ausgabe:

Cover-Illustration der Ausgabe 2/2022

Editorial zur Ausgabe 2/2022

RESILIENZ

Von Frank Augustin

Da aber ohne quantitatives Wirtschaftswachstum und billige Energie, ohne Umweltzerstörung und Ausbeutung der Großteil unserer Wirtschaft implodieren und entsprechend erst mal nicht mehr viel funktionieren wird, ist die Zeit reif, dass sich radikal emanzipatorische, üblicherweise als „links“ bezeichnete, und konservative Haltungen verbinden. Denn der radikale Abschied von der alten Lebenswelt, ihren Werten und Gewohnheiten – normalerweise ein rotes Tuch für Konservative und Job der revolutionären Linken – ist hier und heute die ultimative Bedingung dafür, dass konservative Lebensformen künftig überhaupt noch existieren können. Alle müssen über ihren Schatten springen, wenn der Niedergang aufgehalten werden soll. Der Kapitalismus ist unser innerer Schweinehund, den wir überwinden müssen. Das wäre resilient. weiterlesen
Silhouetten

Wir müssen reden! Plädoyer für eine transformative Gesprächskultur

Von Viola Gerlach & Sebastian Möller

Transformative Unternehmungen sind oft dann besonders erfolgreich, wenn sie eine offene und reflexive Organisationskultur pflegen und neue Pfade einschlagen, von denen sie anfangs noch gar nicht wissen können, ob und wie sie zum Ziel führen. Diese suchende Grundhaltung akzeptiert nicht nur, dass andere Akteure andere Pfade einschlagen, sie begrüßt es sogar ausdrücklich, denn in der Vielfalt von Wegen zum gemeinsamen Ziel einer klimaneutralen und solidarischeren Wirtschaft erkennt sie eine Stärke. In diesem Sinne kann eine neue Gesprächskultur dazu beitragen, die Vielfalt des Wirtschaftens sichtbar zu machen, Stereotype abzubauen und neue Transformationspfade aufzuspüren. weiterlesen
Schriftzug auf einer Hauswand

Commons statt Kapital

Von Stefan Meretz

„Das Gute am Commons-Ansatz ist, dass wir bereits heute damit beginnen können. Wir können heute schon „Räume anderer Selbstverständlichkeiten“ schaffen, die von Kooperation auf Augenhöhe, Inklusionslogik und Solidarität geprägt sind. Wir finden diese Räume in sozialen Bewegungen und Commons-Projekten, in der Care-Revolution und der Freien Software wie in der Solidarischen Landwirtschaft. Dass wir dabei immer noch mit Geld umgehen müssen, ist ein hinzunehmendes Übel. Wir können seine destruktive Wirkung aus unseren Beziehungen jedoch heraushalten, indem wir tauschlogikfreie Räume schaffen.“ weiterlesen
Demonstration gegen fossile Energien

„Wir zahlen den Preis der verschleppten Energiewende“

Interview mit Claudia Kemfert

„Erneuerbare Energien sind Friedens-Technologien, sie sichern Frieden, Freiheit, Demokratie und Gerechtigkeit. Erneuerbare Energien, sei es Windenergie, Solarenergie, Geothermie, Wasserkraft oder Biomasse sind allesamt heimische Energien, sie werden dezentral vor Ort genutzt. Es sind partizipative Energien, entweder indem Menschen sich direkt an einer Windanlage oder einem Bürgerenergie Projekt beteiligen, oder eine Solaranlage installieren und Solarenergie selbst produzieren oder verkaufen. Man braucht für sie weder Uran, Öl, Gas oder Kohle zu importieren. Und somit vermeidet man fossile Energiekriege. Das funktioniert überall. Die Energiewende ist das beste Friedensprojekt, welches wir weltweit haben.“ weiterlesen
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Resilienz und Vernunft

Von Stefanie Graefe

Wir sollen alle resilient werden, so eine Aufforderung angesichts zunehmender Krisen und Katastrophen. Wir sollen also „krisenfest“ werden, Krisen sogar als Chancen entdecken. Doch das Konzept der Resilienz kann zum Aufruf an die Einzelnen verkümmern, einen kritikwürdigen gesellschaftlichen Zustand individuell aufzufangen – und damit zu verfestigen. Ist das vernünftig? weiterlesen
Die Erde

Projekt Weltsystem – „Die Grenzen des Wachstums“ von 1972

Von Eneia Dragomir

Den Systemanalytiker*innen vom MIT war zu jeder Zeit bewusst, dass sie gegen eine kulturelle Hegemonie ankämpften, gegen einen geradezu unerschütterlichen Glauben an Wachstum: „Die zur Überwindung der natürlichen Widerstände gegen die Wachstumsprozesse eingesetzten technischen Mittel haben sich als so erfolgreich erwiesen, daß sich das Prinzip des Kampfes gegen Grenzen geradezu zu einem Kulturidol entwickelt hat und die Menschen nicht erlernten, Grenzen zu erkennen und mit ihnen zu leben.“ weiterlesen

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