Solidarität in der postmigrantischen Gesellschaft | Erol Yildiz

Gesellschaft in BewegungFoto: Timon Studler | Unsplash

 

Solidarität in der postmigrantischen Gesellschaft

Text: Erol Yildiz

Eine postmigrantische Perspektive auf die Gesellschaft einzunehmen, bedeutet nicht etwa, eine neue Fachdisziplin einzurichten, sondern eine offene Denkhaltung einzunehmen sowie eine veränderte Praxis der Wissensproduktion auszuüben. Sie ist verbunden mit einer mehrstimmigen Lesart unserer Lebensrealität, wie der Literaturtheoretiker Edward Said sie in seinen Schriften praktiziert hat. Solidarität in der postmigrantischen Gesellschaft | Erol Yildiz weiterlesen

Der Widerspruch hat System | Martin Kornberger

Das System ändern?Foto: Mika Baumeister | Unsplash

 

Keine Aufregung. Der Widerspruch hat System

Text: Martin Kornberger

„Die Paradoxie ist die Orthodoxie unserer Zeit“, schreibt Niklas Luhmann, und nirgends trifft das besser zu als im Fall des Kapitalismus. Der Kapitalismus stellt den betrachter vor eklatante Widersprüche – und zwar mit solcher Regelmäßigkeit, dass der systemisch geschulte Analytiker den Widerspruch erwartet wie einen alten Freund. Doch um welche Widersprüche geht es genau? Und sind sie wirklich alte Freunde? Der Widerspruch hat System | Martin Kornberger weiterlesen

Editorial der Ausgabe 4/2020 | Frank Augustin

Ausschnitt aus dem Cover unserer Ausgabe 4/2020Illustration: DMBO – Studio für Gestaltung

 

Editorial der Ausgabe SOLIDARITÄT IN PREKÄROTOPIA

Text: Frank Augustin

Bis vor Kurzem war es kaum vorstellbar, jetzt pfeifen es die Spatzen von den Dächern: Der Kapitalismus stirbt. Auch wenn der Glaube stark war, mittels wissenschaftlich-technischer Wunderdinge plus ewigem (Geld-)Wachstum in Richtung Paradies auf Erden fortzuschreiten, offenbarte sich dieses Projekt zuletzt als inhaltsleerer Dynamismus, der parasitär von der Substanz überlieferter Werte, Haltungen, Strukturen und natürlicher Ressourcen zehrte, immer sinnlosere Produkte herausschleuderte und immer mehr Menschen in prekäre Arbeits- und Lebensverhältnisse versetzte. Editorial der Ausgabe 4/2020 | Frank Augustin weiterlesen

Hegel | Sebastian Ostritsch

Georg Wilhelm Friedrich HegelIllustration: DBMO – Studio für Gestaltung (verändert)

 

Georg Wilhelm Friedrich Hegel – Widerspruch, Geist und Freiheit

Text: Sebastian Ostritsch

„Alle Dinge“, schreibt der Philosoph Georg Wilhelm Friedrich Hegel in seiner Wissenschaft der Logik (1812–1816), „sind an sich selbst widersprechend“. Dieser Satz ist für die Ohren vieler Philosophen eine Zumutung, wenn nicht gar ein Skandal. Denn in der philosophischen Zunft ist die Ansicht weit verbreitet, Widersprüche könnten in der Realität überhaupt nicht und im Denken auch nur dem Anschein nach bestehen. Es gibt viele Gründe, warum das Urteil über Hegel in der Fachwelt weit auseinandergeht und er nicht nur zu den berühmtesten, sondern auch zu den berüchtigtsten Denkern des Abendlandes gezählt werden muss. Seine äußert schwer zugängliche und zu Missverständnissen einladende Sprache ist sicherlich einer davon. Vielleicht am meisten zu Hegels kontroversem Status beigetragen hat aber seine Haltung zum Widerspruch, den er scheinbar umstandslos bejahte. Hegel | Sebastian Ostritsch weiterlesen

Das Schwein | von Thomas Macho

Ein Schwein am StrandFoto: Antonio Scant | Unsplash

 

Das Schwein

Text: Thomas Macho

Wie sollen Schweine vorgestellt werden? Als Verwandlungskünstler, die uns einerseits Glück bringen, andererseits Schande? Als Verkörperungen erotischer Anziehung oder sprichwörtlicher Trägheit? Als Symbole der Unordnung und des Schmutzes oder als Ikonen der Sparsamkeit und Hygiene? Als populäre oder streng verbotene Nahrungsmittel? Oder als allianzfähige Tiere, die sich zumindest im sprachlichen Alltag nicht scheuen, mit Bären („Saubären“), Hunden („Schweinehunde“) oder Igeln („Schweinigel“) Bündnisse zu schließen, ganz zu schweigen von den Menschen, den „Schweinepriestern“, „Frontschweinen“, oder „Saukerlen“. Nicht zu Unrecht dichtete Gottfried Benn: „Die Krone der Schöpfung, das Schwein, der Mensch“. Wollte er Menschen oder Schweine beleidigen? Das Schwein | von Thomas Macho weiterlesen

Editorial der Ausgabe 3/20 | Frank Augustin

Banner: CORONA 6 DIE ZOMBIEWIRTSCHAFTIllustration: DMBO – Studio für Gestaltung

 

Editorial der Ausgabe CORONA & DIE ZOMBIEWIRTSCHAFT

Text: Frank Augustin

Irgendwie kommt es mir vor, als ob wir bei agora42 immer schon Zombiestudien betrieben hätten – widmeten wir uns doch einem System, das zombiehaft fortexistiert hat, obwohl es seit dem ökonomischen Kollaps von 2007/08 eigentlich tot war. Seitdem haben wir es nicht bloß mit einer Finanz-, Wirtschafts- und Staatskrise, sondern mit einer Sinnkrise zu tun, die alle Bereiche unseres Lebens betrifft. Editorial der Ausgabe 3/20 | Frank Augustin weiterlesen

Die Karriere und ihr Erfolg | Michael Andrick

Erfolgsleere im Büro?Foto: Kate Sade | Unsplash

 

Die Karriere und ihr Erfolg

Text: Michael Andrick

Die Hingabe vieler Zeitgenossen an Karriere und Erfolg kann von den Leiden her verstanden werden, die sie lindert. Ich argumentiere hier, dass die Karriere in den Institutionen der Industriegesellschaft die Erlösung von einer für die Neuzeit typischen sittlichen Ortlosigkeit des Einzelnen bedeutet – und dass ein Kult des Erfolgs in diesem Zusammenhang als Rausch- und Manipulationsmittel systemnotwendig ist. Die Karriere und ihr Erfolg | Michael Andrick weiterlesen

Antonio Gramsci – Philosophie, Alltagsverstand und Revolution | Robert Misik

Portrait von Antonio GramsciIllustration: DMBO – Studio für Gestaltung

 

Antonio Gramsci

Philosophie, Alltagsverstand und Revolution

Text: Robert Misik

Antonio Gramsci ist einer der innovativsten politischen Denker des 20. Jahrhunderts – seine Arbeiten sind nicht nur zentral im zeitgenössischen linken Denken, sie sind heute Kanon der gesamten politischen Philosophie. Am 27.04.2020 hat sich der Todestag Gramscis zum 83. Mal gejährt. Antonio Gramsci – Philosophie, Alltagsverstand und Revolution | Robert Misik weiterlesen

Der Staat – Macht Zwang Ordnung? | Michael Nerurkar

Eingeschränkte Bewegungsfreiheit: Wer darf reisen?Foto: Ben Garratt | Unsplash

 

Der Staat

Macht Zwang Ordnung?

Text: Michael Nerurkar

Es scheint uns selbstverständlich, dass wir in Staaten leben. Doch was ist überhaupt ein Staat? Welche politische Form sollte ein Gemeinwesen haben? Wie soll Macht verteilt und beschränkt werden? Dies sind zentrale Fragen der politischen Philosophie. Der Sinn, sich mit dieser Denktradition zu beschäftigen, liegt jedoch weniger darin, dank ihr die richtigen Antworten zu finden. Vielmehr schafft sie ein Verständnis für die Selbstverständlichkeiten der eigenen Zeit und versetzt uns in die Lage, hinsichtlich der großen Fragen einen eigenen Standpunkt zu finden. Der Staat – Macht Zwang Ordnung? | Michael Nerurkar weiterlesen