TECHNIK: Editorial zur Ausgabe 1/2026

Viele wollen nicht wahrhaben, dass das zunehmende Chaos System hat. Sie beruhigen sich damit, die negativen Ereignisse nicht miteinander in Verbindung zu bringen und sich immer nur auf ein einziges Problem zu fokussieren: den Stau, den ausgefallenen Zug, die wegen Personalmangels geschlossene Kita, die Kopfschmerzen, das defekte Haushaltsgerät, dasfehlende Ersatzteil oder Medikament, den Stress bei […]

Hoffnung auf unbeschädigte Zukunft

Eine Straße in einer Wüste, die zum Teil von Wüstensand verweht ist.

Angesichts der Unhaltbarkeit unserer gewohnten Lebensform und der Schwierigkeit, Alternativen zu ihr zu finden, scheint Hoffnung in die Sackgasse geraten zu sein. Ist Hoffnung heute nur noch eine Weltflucht in Fantastereien? In den rasanten Umbrüchen der Gegenwart erscheint der Wunsch nach philosophischer Orientierung als ein heilloses Unterfangen. Wie Stand gewinnen, wenn immer aufs Neue Grundprinzipien […]

Wider die Gleichgültigkeit: Plädoyer für eine neue Art zu hoffen

Eine Plastik einer Hand aus einem schwarzen Material. Auf dem Zeigefinger sitzt eine Libelle. Im Hintergrund ist unscharf ein Laubbaum zu sehen.

„Als ich vor zwei Jahren an die Hochschule für Gesellschaftsgestaltung gekommen bin, war ich auf der Suche nach etwas, was ich dachte, hier finden zu können: Hoffnung. So langsam wird mir klar, dass es die Möglichkeit gibt, in dieser Welt ohne Hoffnung zurechtzukommen und dabei nicht verbittert oder zynisch zu werden. Diese Erkenntnis ist so […]

HOFFNUNG – Editorial zur Ausgabe 03/2025

„Denken Sie auch oft, die Welt sei verrückt geworden? Und haben Sie manchmal das Gefühl, dass sich das auch nach überstandener Coronapandemie nicht ändern wird? Nun, ich befürchte, dieses Gefühl trügt nicht. Es spricht alles dafür, dass die Auflösung der bisherigen Normalität auf absehbare Zeit der Normalzustand sein wird. Man kann insofern die ‚Optimist*innen‘ verstehen, […]

Wer den Kreis tanzt: Die ewige Wiederkehr als Feuerprobe des Übermenschen

Ein Ausschnitt aus einem abstrakten Gemälde mit organischen Formen in den Farben: grün, weiß, rot, schwarz, gold.

Im Herbst 1881, während eines einsamen Spaziergangs am Silvaplanersee, überkam Friedrich Nietzsche eine Vision, die sein Denken radikal veränderte: die ewige Wiederkehr des Gleichen. Kein theoretisches Konstrukt, sondern ein existenzieller Schlag, ein Gedanke, der, wie Nietzsche schreibt, durch Mark und Bein fährt. In Also sprach Zarathustra kehrt dieser Gedanke dramatisch wieder.

VERANTWORTUNG (Im Meer der Verantwortungslosigkeit): Editorial zu Ausgabe 1/2025

Öl von BP Deepwater Horizon auf der Meeresoberfläche bei der Erdölkatastrophe im Golf von Mexiko.

Der Zusammenbruch der gesellschaftlichen Normalität – ausführlich thematisiert in den Ausgaben 1/23 und 3/23 der agora42 – ist in vollem Gange. Wir haben nun die Wahl: Entweder akzeptieren wir, dass dieser Kollaps unumgänglich ist, setzen uns zusammen und denken in Ruhe darüber nach, wie wir neu beginnen und die Folgen des Desasters abmildern können. Oder […]

Macht, Geschichte, Demut – Die Misere der Ökonomik

Figuren von drei Affen, einer hält sich die Ohren, der zweite die Augen, der dritte den Mund zu.

Angus Deatons in der März-Ausgabe des angesehen Wirtschaftsmagazins Finance & Development erschienener Artikel „Rethinking my Economics“ liest sich wie ein Bekenntnis. Der Inhaber des Alfred-Nobel-Gedächtnispreises für Wirtschaftswissenschaften 2015 stellt darin liebgewonnene Überzeugungen des ökonomischen Mainstreams in Frage. Möglicherweise beginnt er aus diesem Grund mit der vorsichtigen Ankündigung, es könne eine gute Sache sein, die eigenen […]

Das Leben – unausweichlich gemeinsam | Interview mit Rahel Jaeggi

Schriftzug: Freedom

a42: Zur Beschreibung des Sozialen verwenden Sie den Begriff der Lebensformen. Was zeichnet Lebensformen aus? Rahel Jaeggi: Mit „Lebensformen“ beschreibe ich, ganz ähnlich wie im alltäglichen Sprachgebrauch, eine Reihe sehr unterschiedlicher Formen menschlichen Zusammenlebens. So ist beispielsweise die bürgerliche Kleinfamilie eine Lebensform. Oder es gibt die Lebensform des Städtischen im Gegensatz zu jener der Provinz. […]