2/2019 NATUR UND WIRTSCHAFT

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2/2019 NATUR UND WIRTSCHAFT

Hat die moderne Ökonomie die Natur vergessen? Was kann der Mensch aus der Natur lernen? Oder spiegelt unser Bild von „natürlichen Ordnungen“ nur unsere eigenen Ordnungsvorstellungen? Welche Moral lehrt uns die Natur? Ist die maßlose Haltung des „anything goes“ angesichts begrenzter Ressourcen noch haltbar? Und was geschieht mit der Natur im Zeitalter der Virtualität? Auf zu einem neuen Naturverständnis!

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Beschreibung

Was ist „Natur“ überhaupt, fragt gleich zu Beginn dieser Ausgabe Thomas Potthast, Professor für Ethik, Theorie und Geschichte der Biowissenschaften: Ist Natur einfach das, was nicht vom Menschen gemacht ist? Oder ist sie eine Ordnung, die sowohl das Nichtmenschliche wie auch das Menschliche umfasst? Oder bloß eine Vorstellung von Zusammenhängen, die nur im Kopf des Menschen existieren?

Fest steht: Die ökonomische Theorie habe von Beginn an unsere Naturvorstellungen entscheidend mitgeprägt. Dabei galt die Natur nicht immer als bloße Ressource, wie der Ökonom Birger P. Priddat zeigt. Warum hat die moderne Ökonomie die Natur vergessen?

Silja Graupe und Walter Otto Ötsch, Professoren der Cusanus Hochschule, fragen: Welche Lösungen schlagen Ökonomen vor, um dem ökologischen Kollaps zu entgehen? Und warum haben diese Lösungsvorschläge bislang wenig Wirkung gezeigt?

Carola Hesse-Marx, Psychoanalytikerin für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, schreibt: „Der Mensch versucht seine Verantwortung an humanoide Roboter abgeben und in virtuelle Welten abzutauchen“. Künstliche Intelligenz könne den Klimawandel nicht aufhalten – stattdessen sei die Wiederentdeckung der natürlichen Intelligenz gefragt.

Mehrere Millionen Hektar Ackerland verwandeln sich pro Jahr in unfruchtbare Wüsten. Gleichzeitig bekämpft der Mensch eine innere Leere. Tanja Will, Magazinmacherin bei agora42, fragt: Mündet der vehemente Kampf gegen die innere Wüste am Ende in der äußeren Verwüstung?

Im Interview spricht Reinhard Loske, Präsident der Cusanus Hochschule und ehemaliger stellv. Fraktionsvorsitzender bei Bündnis 90/ die Grünen, darüber, ob echte Nachhaltigkeit überhaupt möglich ist und wie gesellschaftliche Institutionen und Strukturen zukunftsorientiert ausgerichtet werden können.

Christoph Sanders und Martin Krobath vom Konzeptwerk Neue Ökonomie meinen: Wie wir mit Natur umgehen, hat direkt etwas mit uns selbst zu tun, mit unserem Bild von der Welt und unserem zwischenmenschlichen Umgang. Sie werfen einen Blick auf neue Naturverhältnisse junger ökologischer Bewegungen („we’re nature defending itself“).

Ameisen gelten als vorbildlich fleißige Tiere. Ein Bibelspruch sagt: „Gehe hin zur Ameise, du Fauler; siehe ihre Weise an und lerne!“ Der Technikphilosoph Eduard Kaeser fragt daher mit einem Augenzwinkern: Welche Moral lehrt uns die Natur?

Die Ernährungswirtschaft müsse vom Kopf auf die Füße gestellt werden meint der Postwachstumsökonom Niko Paech. Allzu lange wurde sie an Wachstum und Fortschritt ausgerichtet und dadurch jeglicher Verantwortung und Kontrolle entzogen. Jetzt sei es Zeit für eine Abkehr von der industriellen Massenproduktion und eine räumliche Begrenzung.