3/2019 SINN

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3/2019 SINN

Wie lässt sich sinnvoll wirtschaften? Muss die Arbeit einen Sinn haben? Hat der Fortschritt seinen Sinn verloren? Und was ist der Sinn des Ganzen? Diese Ausgabe fragt nach dem, was erst bewusst wird, wenn es fehlt: Wo ist er hin, der Sinn?

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Beschreibung

„Was geschieht, wenn uns die Arbeit ausgeht? Wird das Leben dann sinnlos?“, fragt gleich zu Beginn dieser Ausgabe der Gesellschaftswissenschaftler Jacob Schmidt im Hinblick auf Roboter, die Menschen künftig die Arbeit abnehmen.

Dem hält der Soziologe Armin Nassehi entgegen: „Die Welt hat keinen Sinn, den es bloß zu entdecken gälte. Der Sinn der Welt entsteht in der Sinnhaftigkeit des Beobachters.“

Aber warum erscheint die Welt immer sinnloser? „Wo ist er hin, der Sinn?“, fragt agora42-Mitgründer Frank Augustin und spricht von der Wirtschaft als einer „Sinndeponie“.

Andere halten es in Zeiten großer Veränderung für das sinnvollste, flexibel zu bleiben und die eigene Anpassungsfähigkeit zu schulen. Die Kommunikationstrainerin Constanze Eich hält dem entgegen: Sinn erfährt der, der sich einer großen Sache widmet – und im Dialog mit seinen Mitmenschen bleibt.

„Wie sinnvoll ist die Suche nach dem Sinn überhaupt? Oder braucht es nicht vielmehr Widersinn?“, fragt der Philosoph Christian Unverzagt.

Und die Ökonomin Janina Urban zeigt, dass Sinn nicht immer vernünftig und geplant erzeugt wird, sondern einen manchmal auch plötzlich erwischen kann: Die Radikalität der Liebe kann dem Leben unverhofft Sinn geben.

Ein mögliche Perspektive stellen die Ökonomie-Professoren Silja Graupe und Stephan Panther zur Diskussion: die Gemeinsinn-Ökonomie. Sie schreiben: „Gemeinsinn ist sowohl der Gegenpol zum bloß eigennützigen Privatsinn des homo oeconomicus, als auch zum Kaltsinn, der gesellschaftliches Zusammenleben nur als blinde Routine begreift.“

Diese und viele weitere Stimmen finden Sie in der Ausgabe zum Thema SINN versammelt.

Im Interview sprechen wir mit Aysel Osmanoglu, Vorstandsmitglied der GLS-Bank, über den Sinn des Schenkens, Gemeinschaftsbildung in digitalen Zeiten sowie den Übergang vom partikularen Eigenwohl hin zum kollektiven Gemeinwohl.