Cover der Ausgabe 3/20

Die aktuelle Ausgabe: CORONA & DIE ZOMBIEWIRTSCHAFT

Corona wirft ein Licht auf die Problemzonen unseres Wirtschaftens – so ist allenthalben in aktuellen Diskussionsrunden zu hören. Was aber zeigt sich in diesem Licht? Viele Phänomene und Gewohnheiten, die sich längst überlebt haben, sich merkwürdigerweise aber nicht aus der Welt schaffen und transformieren lassen. Wie kann es sein, dass Zombiewirtschaft und Zombie-Ideen ihr Unwesen treiben, obwohl sie immer mehr Probleme erzeugen?

Die neue Ausgabe der agora42 ist hier versandkostenfrei erhältlich.

Cover der Ausgabe 3/20

Editorial der Ausgabe 3/20 CORONA & DIE ZOMBIEWIRTSCHAFT

Von Frank Augustin

Und Corona? Bedeutet die Pandemie etwas Neues? Wohl kaum. Sie hat den Niedergang nur beschleunigt, bringt die zombifizierte Wirtschaft schneller zu Fall, forciert den gesamtgesellschaftlichen Sinnverlust. Dieser Niedergang wird sicherlich noch die nächsten zehn, 15 Jahre bestimmend sein. Vielleicht gibt es Phasen der Stabilisierung, aber über kurz oder lang wird die Wirtschaftskrise voll durchschlagen. Gelingt es nach diesem zweiten Schock immer noch nicht, sich von der alten Normalität zu verabschieden und entschlossen ins Neue zu gehen, ist eine dritte Phase des Niedergangs angesagt. Vorstellen will man sich das lieber nicht. weiterlesen
Schweine in einem Mastbetrieb

„Eine radikale Verschiebung der Verantwortung und des Risikos“

Interview mit Yulia Lokshina

Corona wirkte am Anfang seiner Ausbreitung wie eine Art Kontrastmittel, mit dem das, was übersehen wurde, plötzlich nicht mehr übersehen werden konnte. Es scheint aber, als hätte sich damit die Risikoverteilung nicht verschoben, sondern erstmal verschärft. Mit der Sichtbarkeit sind auch Zustände entstanden, in denen mehrere Tausend Menschen in Gütersloh in Quarantäne müssen, hinter Bauzäunen weggesperrt werden und dann heißt es noch aus dem Landrat, man würde die Polizeistreifen erhöhen, um sie stärker zu kontrollieren, anstatt diese Energie in die Versorgung zu investieren. weiterlesen
Spielzeugauto im Sonnenuntergung

Das Auto im Kopf

Von Frank Augustin

Die großen Autobauer und ihre Lobby fanden mit ihrem Wunsch nach einer Kaufprämie auch für Verbrenner kein Gehör. Diese ungewohnte Abfuhr ist ein weiteres Zeichen für die Implosion der deutschen Leitindustrie. Deren Niedergang hat auch mit moralischen Verfehlungen und strategischen Fehlentscheidungen zu tun – aber nicht nur. Es geht um Grundsätzlicheres: Das Ende der großen Amour fou zwischen uns Konsument*innen und dem Auto. weiterlesen
Ein Großraumbüro: Erfolgsleere?

Die Karriere und ihr Erfolg

Von Michael Andrick

Die Hingabe vieler Zeitgenossen an Karriere und Erfolg kann von den Leiden her verstanden werden, die sie lindert. Ich argumentiere hier, dass die Karriere in den Institutionen der Industriegesellschaft die Erlösung von einer für die Neuzeit typischen sittlichen Ortlosigkeit des Einzelnen bedeutet – und dass ein Kult des Erfolgs in diesem Zusammenhang als Rausch- und Manipulationsmittel systemnotwendig ist. weiterlesen
Bilderrahmen

Ungleiche Erzählungen

Von Henri Schneider, Henrika Meyer und Julia Schmid | Netzwerk Plurale Ökonomik

Narrative müssen sichtbar gemacht und vermehrt thematisiert werden. Geschieht dies nicht, werden diese Narrative unbewusst immer wieder genutzt und weiterverbreitet. Dadurch besteht die Gefahr, dass beispielsweise in der wirtschaftswissenschaftlichen Lehre einseitige Konzepte und bestimmte Erfahrungen als absolut angesehen und alternative Betrachtungsweisen außen vor bleiben. Problematisch daran ist auch, dass die jeweiligen Narrative bestimmte Interessen fördern und andere negieren können. weiterlesen
Der Denker von Auguste Rodin

Denken in der Krise

Gastbeitrag von Silja Graupe

Statt weiterer Modelle, einer Vermehrung des Wissens und der Kompetenzen, die letztlich doch in den alten Denkstrukturen verbleiben, brauchen wir mehr Freiräume, um in konkreten Erfahrungssituationen tätig werden zu dürfen. Gemeint ist dabei ein Lernen etwa in der Care-Arbeit, in der akuten Krisenhilfe, beim Entstehen von radikalen Innovationen oder an allen anderen Orten, in denen die Dynamik des gesellschaftlichen Magmas am unmittelbarsten, d.h. jenseits von festgefügten Konventionen erfahrbar wird. weiterlesen

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