Endlich reden wir wieder über Arbeitszeitverkürzung | Lina Andres

StechuhrFoto: Hennie Stander | unsplasch

 

Endlich reden wir wieder über Arbeitszeitverkürzung

Text: Lina Andres | Kolumne: Jenseits von Angebot & Nachfrage | veröffentlicht am 03.05.2024

„Wir machen uns nicht mehr kaputt“, titelte das Nachrichtenmagazin Der Spiegel vergangenes Jahr. Die Titelstory erzählt ein derzeit allgemein beliebtes Thema: Generation Z und ihre Einstellung zur Erwerbsarbeit.

Aber nicht nur individuelle oder generationenspezifische Ideen von Lohnarbeit sind in der Öffentlichkeit gerade überall präsent, die Debatte um Lohnarbeitszeitverkürzung hat (endlich) an Fahrt aufgenommen. Die Lokführergewerkschaft GDL war mit ihrer Forderung nach der 35-Stundenwoche bei vollem Lohnausgleich zuletzt erfolgreich und auch andere einflussreiche(re) Gewerkschaften wie die Verdi und die IG Metall setzen sich vehementer dafür ein, mehr Zeit für Beschäftigte zu erstreiten. Endlich reden wir wieder über Arbeitszeitverkürzung | Lina Andres weiterlesen

„Das Verändern verändern“ | Rahel Jaeggi im Interview mit Lukas Franke

Pfeile – Fortshritt oder Regression?Foto: Jungwoo Hong | unsplash

 

„Das Verändern verändern“

Interview mit Rahel Jaeggi | veröffentlicht am 14.04.2024

Ist Fortschritt in Zeiten der Klima- und Polykrise noch denkbar? Ist der Begriff selbst vor dem Hintergrund von Kolonialismus und Eurozentrismus noch haltbar? In ihrem neuen Buch Fortschritt und Regression verteidigt die Philosophin Rahel Jaeggi das Begriffspaar als „Analysekategorien für eine kritische Gesellschaftstheorie“. Lukas Franke hat mir ihr über Fortschritt im Zeitalter der Polykrise, Geschichtsphilosophie und Zukunftsoptimismus gesprochen. „Das Verändern verändern“ | Rahel Jaeggi im Interview mit Lukas Franke weiterlesen

Macht, Geschichte, Demut – Die Misere der Ökonomik | Lukas Kiemele

Three Monkeys – verschließt die Ökonomik Augen, Ohren und Mund?Foto: Joao Tzanno | unsplash

 

Macht, Geschichte, Demut – Die Misere der Ökonomik

Text: Lukas Kiemele

Angus Deatons in der März-Ausgabe des angesehen Wirtschaftsmagazins Finance & Development erschienener Artikel „Rethinking my Economics“ liest sich wie ein Bekenntnis. Der Inhaber des Alfred-Nobel-Gedächtnispreises für Wirtschaftswissenschaften 2015 stellt darin liebgewonnene Überzeugungen des ökonomischen Mainstreams in Frage. Möglicherweise beginnt er aus diesem Grund mit der vorsichtigen Ankündigung, es könne eine gute Sache sein, die eigenen Ansichten zu hinterfragen, wenn sich die Umstände ändern. Trotz der Schwere dieses Umdenkens handelt es sich nicht um einen weiteren Nobelitis-Fall – die Erscheinung, dass Nobelpreisträger*innen meist spät in ihrem Leben plötzlich merkwürdige, unwissenschaftliche Ideen vertreten –, wenngleich so manche neoliberale Ökonomin das meinen könnte. Macht, Geschichte, Demut – Die Misere der Ökonomik | Lukas Kiemele weiterlesen

WAS ZÄHLT? Editorial zu Ausgabe 2/2024 | Frank Augustin

Cover von agora42 2/2024 WAS ZÄHLT?Illustratioon: DMBO – Studio für Gestaltung

 

WAS ZÄHLT?

Editorial zu Ausgabe 2/2024

Was zählt? Das Wir. Klar, oder? Denn wir werden nicht nur im Bauch der Mutter groß, sondern auch im Bauch der Gesellschaft. Familie, Krabbelgruppe, Kindergarten, Schule, Ausbildung, Vereine – ein Ich ist nicht einmal denkbar ohne das Wir. Im Wir finden wir Orientierung, suchen Anerkennung, positionieren uns in der sozialen Ordnung. WAS ZÄHLT? Editorial zu Ausgabe 2/2024 | Frank Augustin weiterlesen

Öffentlicher Luxus: Das gute Leben als kollektive Aufgabe | Interview mit Vincent Janz & Andrea Dieck

Die Moskauer Metro: Öffentlicher Luxus?Foto: David Torres | unsplash

 

Öffentlicher Luxus: Das gute Leben als kollektive Aufgabe

Interview mit Vincent Janz & Andrea Dieck | veröffentlicht am 24.02.2024

„Bedingungsloser Zugang zu den Gütern, die unser Leben möglich und schön machen – und das für alle: Das ist Öffentlicher Luxus!“, so der Klappentext. Der Verein communia, der sich für eine demokratische Wirtschaft einsetzt, hat mit der Jugendorganisation des BUND einen Sammelband zu diesem Thema herausgebracht. Wir haben uns mit Vincent Janz und Andrea Dieck über das Buch und das Konzept „Öffentlicher Luxus“ ausgetauscht. Die Fragen stellte Eneia Dragomir.
Öffentlicher Luxus: Das gute Leben als kollektive Aufgabe | Interview mit Vincent Janz & Andrea Dieck weiterlesen

Gestärkte Schuldenbremse? Weshalb das Karlsruher Urteil zur Haushaltspolitik weniger politische Aussagekraft hat, als manche uns gerade glauben machen wollen | Jonas Plattner & Chiara Rohlfs

GerichtshammerFoto: unsplash

 

Gestärkte Schuldenbremse?

Weshalb das Karlsruher Urteil zur Haushaltspolitik weniger politische Aussagekraft hat, als manche uns gerade glauben machen wollen

Text: Jonas Plattner & Chiara Rohlfs | Netzwerk Plurale Ökonomik | veröffentlicht am 04.02.2024

In aufgeheizten Zeiten mit noch aufgeheizteren Debatten lohnt es sich manchmal, einen Schritt zurückzutreten, um die Dinge grundsätzlich zu betrachten und nüchtern zu analysieren. Wenn man das bei dem seit November andauernden Streit über die Haushaltspolitik der Bundesregierung tut, kommt man zu einigen spannenden Erkenntnissen. Gestärkte Schuldenbremse? Weshalb das Karlsruher Urteil zur Haushaltspolitik weniger politische Aussagekraft hat, als manche uns gerade glauben machen wollen | Jonas Plattner & Chiara Rohlfs weiterlesen

Wie verrückt ist die Normalität? | Georg Spoo

Ausschnitt aus der CoverillustrationIllustration: DMBO – Studio für Gestaltung

 

Wie verrückt ist die Normalität?

Text: Georg Spoo | online veröffentlicht am 28.01.2024

Es gibt wohl kaum einen Begriff, der so schillernd ist wie der der Normalität. Er weckt unzählige Assoziationen und Affekte. Er zieht an und stößt ab. Er wird zur Beschreibung ebenso verwendet wie zur Bewertung. Er bezieht sich auf individuelle Verhaltens- und Lebensweisen wie auch auf gesellschaftliche Zustände und Strukturen. Der Begriff der Normalität ist selbstverständlicher Teil unseres Alltagsverstandes und unserer Alltagssprache – und doch zerrinnt er wie Sand zwischen den Fingern, wenn man versucht, ihn zu greifen. Wie verrückt ist die Normalität? | Georg Spoo weiterlesen

Märkte, Macht und Mikrokämpfe | Interview mit Joseph Vogl

Graffiti: Demokratie in Gefahr?Foto: unsplash

 

Märkte, Macht und Mikrokämpfe

Interview mit Joseph Vogl (gekürzt) | online veröffentlicht am 13.01.2024

Herr Vogl, Sie haben 2010 ein Buch mit dem Titel Das Gespenst des Kapitals veröffentlicht – was ist am Kapital gespenstisch?

Der Titel hat verschiedene Konnotationen. Er spielt auf der einen Seite auf das „Gespenst des Kommunismus“ an, jene berühmte Formulierung des Kommunistischen Manifests. Auf der anderen Seite meine ich mit „Gespenst“ das spezifische Wiedergängertum des Kapitals, seine Zukunftssüchtigkeit. Kapital ist aus dieser Perspektive etwas, das die Zukunft beleiht und durch diese Beleihung der Zukunft unmittelbar in die Gegenwart hereinreicht. Es macht sich also nicht wie in älteren Schauergeschichten eine vergangene Schuld durch ein blutiges Gespenst in der Gegenwart bemerkbar und pocht auf eine rückwirkende Behebung, sondern es sind künftige Schulden, die aus der Zukunft in die Gegenwart zurückkommen – das ist das Gespenst des Kapitals. Diese Zukunft richtet in der Gegenwart tatsächlich etliches an Schlamassel an. Märkte, Macht und Mikrokämpfe | Interview mit Joseph Vogl weiterlesen

Die nestbau AG: Geld zum größtmöglichen Nutzen möglichst vieler anlegen

Gebäudemodell eines Projekts der nestbau AGFoto: Baumodell | nestbau AG

 

Die nestbau AG: Geld zum größtmöglichen Nutzen möglichst vieler anlegen

Online veröffentlicht am 07.01.2024

Die gemeinwohlorientierte Tübinger nestbau AG beteiligt sich seit 2010 an der Suche nach Lösungen für das Problem bezahlbaren und nachhaltigen Wohnens in Städten. Der Ansatz: Die „Bürger-Aktiengesellschaft“ sammelt privates Kapitel ein, um damit Projekte zu realisieren, deren Mieten unter dem marktüblichen Durchschnitt liegen und dennoch auch ökologischen Kriterien genügen. Mit einem ihrer neuesten Projekte im Tübinger Stadtteil Pfrondorf möchte die nestbau AG unter wissenschaftlicher Begleitung durch das Karlsruher Institut für Technologie eine Antwort darauf geben, wie die Umnutzung vorhandenen Wohnraums durch „Häusertausch“ stattfinden kann. In Holzbauweise soll Raum für gemeinschaftliches Wohnen für ältere Menschen geschaffen werden, denen die alte Wohnung oder das frühere Eigenheim zu groß geworden sind. Letztere werden frei, beispielsweise für junge Familien mit Kindern – durch Neubau soll also Umnutzung möglich gemacht werden. Die nestbau AG: Geld zum größtmöglichen Nutzen möglichst vieler anlegen weiterlesen

FREIHEIT – Editorial zu Ausgabe 1/2024 | Frank Augustin

Cover-Illustration: agora42 1/2024 – FREIHEITIllustration: DMBO – Studio für Gestaltung

 

FREIHEIT

Editorial zu Ausgabe 1/2024

Es war noch nie so einfach, frei zu werden, wie heute. Denn wir haben keine Wahl.

Machen wir weiter wie bisher, werden unsere Freiräume gänzlich verschwinden. Es ist, als ob das Vorzeichen von plus auf minus gewechselt hätte. Wirtschaftswachstum ist vom Leitbild zum Verhängnis geworden; technischer Fortschritt hat sich in gesellschaftlichen Rückschritt verwandelt; vernünftige Ansätze enden regelmäßig in Katastrophen – weil es nichts Vernünftiges im Unvernünftigen gibt. FREIHEIT – Editorial zu Ausgabe 1/2024 | Frank Augustin weiterlesen