4/2020 SOLIDARITÄT IN PREKÄROTOPIA

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Ausgabe 4/2020 SOLIDARITÄT IN PREKÄROTOPIA

Eine Welle von Solidarität schien das Land zu fluten, als wir zu Beginn der Corona-Pandemie unsere Kontakte einschränken und soweit möglich zuhause bleiben mussten. Ist diese Welle zusammen mit der Hoffnung, dass sich endlich etwas an unserer ökologisch und sozial desaströsen Wirtschaftsweise verändern könnte, verebbt? Droht stattdessen nun die Verbreitung prekärer Verhältnisse? Welche Formen der Solidarität – jenseits des Heile-Welt-Kitschs – könnten Antworten darauf sein?

Die neue Ausgabe der agora42 widmen sich der Solidarität als der eigentlichen Grundlage unserer Lebensweise und der drohenden Gefahr sich ausweitender sowie verstärkender Prekarisierung. Sie widmet sich aber auch der Neubuchstabierung, Ausweitung und Intensivierung von Solidarität.

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Beschreibung

Im TERRAIN-Teil dieser Ausgabe stellt Donatella Di Cesare fest, dass der Wettstreit aller gegen alle noch nie so unsinnig war, wie in Zeiten der globalen Pandemie, skizziert Isabell Lorey die Verbreitung von prekären Verhältnissen als eine Form der Ausübung von Macht, stellt Robert Misik fest, dass der Kapitalismus ohne unseren »alltäglichen Kommunismus« gar nicht funktionieren könnte und reflektiert Barbara Zehnpfennig die möglichen Quellen von Solidarität. Im PORTRAIT stellt Eneia Dragomir den Psychiater und anti-kolonialen Intellektuellen Frantz Fanon dar, der seinerzeit zur Jagd auf jede »Beleidigung des Menschen« aufforderte.

Im INTERVIEW sprachen wir mit Rahel Jaeggi, deren Ansatz einer Kritik von Lebensformen auf die Ausweitung dessen abzielt, was wir im Rahmen politischer Aushandlungen bewusst gestalten. Solidarität ist für Jaeggi nicht die Begrenzung der Freiheit, sondern ihre Bedingung.

Im HORIZONT-Teil lotet Sabine Hark die Möglichkeit aus, unser gesellschaftliches Miteinander als Praxis der Solidarität neu zu buchstabieren, beschreibt Erol Yildiz die postmigrantische Generation, die ihre eigenen Geschichten erzählt und eigene Formen solidarischen Verhaltens entwickelt, schildert Luisa Michael die Konstitution eines »Wir« in gelben Westen aus den unterschiedlichsten Hintergründen, Erfahrungshorizonten und politischen Haltungen und fordert Holger Zaborowski »ein klares Bekenntnis – in Wort und Tat – zur Solidarität als europäischer Tugend, zu Europa als Solidarität«. In der Rubrik WEITWINKEL regen Lars Hochmann und Silja Graupe an, Lernen so zu gestalten, dass die Lernenden lernen, unsere Welt nachhaltig zu gestalten.

Die Frage WOZU KUNST? erhält in dieser Ausgabe der agora42 mehr Raum als sonst. Mit ihrem Singspiel »PREKÄROTOPIA. Vom utopischen Versuch gemeinsam zu verändern« wollen Beate Engl, Leonie Felle und Franka Kaßner Hierarchien aufbrechen sowie einen Diskurs über politisches Handeln und Verantwortung anstoßen.