Wer nicht einfach über Einfachheit sprechen kann, sollte lieber schweigen” – Rebekka Reinhard

Wer nicht einfach über Einfachheit sprechen kann, sollte lieber schweigen”

Inter­view mit Rebek­ka Rein­hard

 

Anlässlich der neuen agora42 EINFACH LEBEN haben wir ausgewählten Personen zum Thema ein paar Fragen gestellt. Hier die Antworten der Philosophin Rebekka Reinhard. Sie spricht über das einfache Leben, die Sinnsuche, den Weg zum Glück und eine vernachlässigte Tugend: den Mut …

 

Frau Rein­hard, kann man über­haupt ein­fach über Ein­fach­heit spre­chen, oder spricht man da nicht gleich über etwas ziem­lich Kom­pli­zier­tes?

Rebek­ka Rein­hard ist pro­mo­vier­te Phi­lo­so­phin, Bera­te­rin und Redak­teu­rin des Phi­lo­so­phie-Maga­zins Hohe Luft. Von ihr zum The­ma erschie­nen: Die Sinn-Diät – War­um wir schon alles haben, was wir brau­chen (Heyne Ver­lag, 2011). Foto: Peter Lind­bergh

Wer nicht ein­fach über Ein­fach­heit spre­chen kann, soll­te lie­ber gleich schwei­gen. Schwei­gen ist kei­ne schlech­te Stra­te­gie für den, der nichts Schwie­ri­ge­res als das Ein­fa­che kennt. Wer schweigt, muss nichts ver­ste­hen (nicht mal sei­ne eige­nen Wor­te). Er ist frei, zu stau­nen, zu han­deln, Ver­ant­wor­tung zu über­neh­men. Laut Ema­nu­el Lévinas heißt ethi­sche Ver­ant­wor­tung „han­deln, bevor man ver­steht“. Und das ist ziem­lich ein­fach. Oder?

 

Kann man ein­fach leben, ohne dem Leben irgend­ei­ne Struk­tur und Ord­nung zu geben? Kann man ein­fach nur In-Situa­ti­on-Sein, das heißt, in wech­seln­den Situa­tio­nen leben und Sinn fin­den, ohne einen „Gesamt­sinn“ zu unter­stel­len?

Nein. Dass in jeder Situa­ti­on der glei­che Sinn steckt, davon soll­te man schon aus­ge­hen. Dann jeden­falls, wenn man ein gutes Leben will. Ich kann aus jedem „Cha­os“ einen „Kos­mos“ machen – sobald ich anfan­ge, das Leben als Roh­ma­te­ri­al zu betrach­ten, das ich, je nach Sach­la­ge, durch mei­ne Akti­vi­tä­ten (Den­ken, Tan­zen, Strei­ten, Lachen, Arbei­ten etc.) gestal­ten kann.

 

Dem mensch­li­chen Stre­ben nach Glück sind nach Sig­mund Freud enge Gren­zen gesetzt: „(…) man möch­te sagen, die Absicht, daß der Mensch »glück­lich« sei, ist im Plan der »Schöp­fung« nicht ent­hal­ten.“ Die Kul­tur ist für Freud eine Quel­le des mensch­li­chen Unbe­ha­gens und zeit­gleich die Not­wen­dig­keit für das (Über-)Leben in der Gemein­schaft. Beschränkt das Aus­maß und die Durch­drin­gung der Kul­tur die Mög­lich­keit des Glücks? Müs­sen wir allein sein, um glück­lich zu sein?

Glück kann Vie­les sein. Ein Moment. Die Erin­ne­rung an eine Som­mer­nacht. Vier­ein­halb Jah­re Zufrie­den­heit ohne nen­nens­wer­te Zwi­schen­fäl­le. Der Weg zum Glück hat mit einem Zuviel oder Zuwe­nig an Kul­tur nichts zu tun und steht auch Neu­ro­ti­kern offen. Es gibt kaum etwas Ein­fa­che­res als Glück: Glück ist eine inne­re Akti­vi­tät. Was? Wie? Wo ist das Glück, und wann kommt es end­lich? Je län­ger ich war­te, des­to unglück­li­cher wer­de ich.

 

Was macht das Leben wirk­lich ein­fa­cher?

Sei­nen All­tag an Pla­tons Vierer­sche­ma, den Kar­di­nal­tu­gen­den aus­zu­rich­ten: Weis­heit, Mäßi­gung, Gerech­tig­keit, Tap­fer­keit. Statt Tap­fer­keit kann man auch Mut sagen. Mut zählt heu­te zu den am meis­ten unter­ent­wi­ckel­ten Tugen­den über­haupt. Ohne Mut kei­ne Kom­ple­xi­täts­re­duk­ti­on, kei­ne Ein­fach­heit.

 

 

 

_______________________________________

Die aktu­el­le agora42 zum The­ma EINFACH LEBEN ver­schi­cken wir ver­sand­kos­ten­frei. Lesen Sie span­nen­de Bei­trä­ge u.a. von Robert Pfal­ler (“Das nack­te und das gute Leben”), Ulri­ke Gué­rot (“Euro­pa ein­fach machen – ein­fach Euro­pa machen”), Frank Ruda (“Ein­fach nicht ein­fach”) und Mads Pan­kow (“End­lich wei­ter­ma­chen – Wer kei­ne Uto­pi­en hat, dem bleibt nur die Zukunft.”)

 

 

Für den schma­len Geld­beu­tel bie­ten wir außer­dem das agora42-Pro­be­abo an: Spa­ren Sie 39% gegen­über dem Ein­zel­kauf und erhal­ten Sie die Aus­ga­be LEITBILDER gra­tis dazu.

 

 

Freiheit als Leitbild – Claus Dierksmeier

Freiheit

Freiheit als Leitbild – und die Leitbilder der Freiheit

von Claus Dierks­mei­er

 

Dierksmeier

Claus Dierks­mei­er ist Pro­fes­sor für Glo­ba­li­sie­rungs­ethik sowie Direk­tor des Welt­ethos-Insti­tuts an der Uni­ver­si­tät Tübin­gen. Vom ihm ist soeben erschie­nen: Qua­li­ta­ti­ve Frei­heit. Selbst­be­stim­mung in welt­bür­ger­li­cher Ver­ant­wor­tung (Tran­script Ver­lag).

Frei­heit über alles lie­ben!“, war ein Wahl­spruch Beet­ho­vens im Anschluss an Schil­lers Don Kar­los. Heu­te aber haben vie­le libe­ral gesinn­te Bür­ger ein ungu­tes Gefühl, wenn sie sich öffent­lich zur Idee der Frei­heit beken­nen sol­len. Eini­ge ten­die­ren zum kon­ser­va­ti­ven Lager, weil sie Frei­heit eher durch Ver­ant­wor­tung als durch Frei­zü­gig­keit aus­ge­drückt sehen möch­ten. Ande­re lan­den links, weil sie sehen, dass Frei­heit Vor­aus­set­zun­gen braucht, wel­che der Markt nicht schafft. Wei­te­re zwei­feln aus öko­lo­gi­schen Grün­den an der Idee der Frei­heit, da sie all­zu sorg­los über die Bedürf­nis­se der Natur hin­weg zu tan­zen scheint. Dar­aus erwächst der Libe­ra­li­tät in offe­nen Gesell­schaf­ten eine ernst­zu­neh­men­de Bedro­hung. Zeit also, anhand der Kri­se des Leit­bilds „Frei­heit“ über die Leit­bil­der der Frei­heit selbst nach­zu­den­ken.

War­um erscheint es uns heu­te schwe­rer als ehe­dem, Frei­heit „über alles“ zu lie­ben? Liegt das dar­an, dass zu Schil­lers und Beet­ho­vens Zei­ten die Ver­hält­nis­se weni­ger libe­ral waren? Unter­drück­ten muss nie­mand den Wert der Frei­heit erklä­ren. Wo Frei­heit in der Pra­xis fehlt, man­gelt es sel­ten an ihrer theo­re­ti­schen Wert­schät­zung. Unfrei­heit zu benen­nen und zu bekämp­fen, ist jedoch leich­ter, als erlang­te Frei­räu­me zu gestal­ten. Wo der kon­tur­schar­fe Schat­ten der Unfrei­heit besei­tigt ist, bricht sich das wei­ße Licht der Frei­heit in den Pris­men unter­schied­lichs­ter Frei­heits­ver­ständ­nis­se. Das Schwarz-Weiß der Befrei­ungs­kämp­fer weicht den nuan­cier­ten Farb­pa­let­ten offe­ner Gesell­schaf­ten. Und in die­ser Bunt­heit frei­heit­li­cher Lebens- und Poli­ti­kent­wür­fe gerät der zuvor noch frag­lo­se Drang zur Frei­heit zur drän­gen­den Fra­ge: Wel­chem Leit­bild ist zu fol­gen, wenn die Frei­heit der einen mit der Frei­heit der ande­ren kon­kur­riert?
Kurz: Sobald Frei­heit nicht mehr mit Unfrei­heit kämpft, ringt der Libe­ra­lis­mus mit sich selbst. Er hat vom Baum der Erkennt­nis geges­sen und die bit­te­re Ein­sicht gewon­nen, dass die Frei­heit eini­ger die Vor­aus­set­zun­gen der Frei­heit ande­rer – ja, aller – rui­nie­ren kann. Dies raubt dem libe­ra­len Den­ken sei­ne vor­ma­li­ge Unschuld. So erkennt der heu­ti­ge Libe­ra­lis­mus im gegen­wär­ti­gen Man­gel an sozia­ler, mora­li­scher und öko­lo­gi­scher Nach­hal­tig­keit nicht zuletzt sei­nen gest­ri­gen Sün­den­fall. Pein­lich ist vie­len Libe­ra­len bewusst, nun­mehr aus dem Para­dies mora­li­scher Ein­deu­tig­keit ver­trie­ben zu sein. Fort­an haben die Freun­de der Frei­heit ihre Heim­statt in einer gera­de auch durch Frei­heit gefähr­de­ten Welt zu bau­en. Und dafür muss der Libe­ra­lis­mus jetzt im Schwei­ße sei­nes Ange­sichts arbei­ten: an einer Reform sei­nes eige­nen Leit­bilds.

Der­zeit kon­kur­rie­ren zwei gegen­sätz­li­che Leit­bil­der von Frei­heit um die Vor­herr­schaft über den libe­ra­len Dis­kurs: die Kon­zep­tio­nen quan­ti­ta­ti­ver und qua­li­ta­ti­ver Frei­heit. Wäh­rend es quan­ti­ta­tiv gedach­ter Frei­heit auf ein „je mehr, des­to bes­ser“ an Frei­heits­op­tio­nen ankommt, setzt qua­li­ta­tiv aus­ge­rich­te­te Frei­heit ihren Akzent auf ein „je bes­ser, des­to mehr“. Quan­ti­ta­ti­ve Frei­heit umschreibt ein maxi­mie­ren­des Grund­an­lie­gen, dem es auf die höchst­mög­li­che Anzahl oder die größt­mög­li­che Aus­deh­nung indi­vi­du­el­ler Wahl­mög­lich­kei­ten ankommt. Frei­heit wird dabei vor allem in Unab­hän­gig­keit (Inde­pen­denz) gese­hen. Der Mit­mensch gilt als poten­zi­el­ler Stö­rer jener Frei­heit und muss daher in kla­re Schran­ken ver­wie­sen wer­den.
Die Idee der qua­li­ta­ti­ven Frei­heit will uns dem­ge­gen­über für das not­wen­di­ge Bewer­ten, Schaf­fen und Ver­än­dern jener Mög­lich­kei­ten sen­si­bi­li­sie­ren: eini­ge soll­ten wir beson­ders för­dern, ande­re weni­ger. Wäh­rend quan­ti­ta­ti­ve Frei­heit dar­auf sinnt, wie­viel Frei­heit dem Ein­zel­nen gewährt wird, ach­tet qua­li­ta­ti­ve Frei­heit dar­auf, wel­che Frei­hei­ten wir ein­an­der ein­räu­men und wes­sen Frei­heit wir ermög­li­chen. Die­se Kon­zep­ti­on von Frei­heit unter­streicht, dass Men­schen auf­ein­an­der ange­wie­sen sind (Inter­de­pen­denz). Mit­men­schen wer­den so als Per­so­nen sicht­bar, die uns neue, ande­re Optio­nen eröff­nen, zu denen wir allei­ne gar kei­nen Zugang hät­ten. Die Idee qua­li­ta­ti­ver Frei­heit erkennt daher in der Über­nah­me von Ver­ant­wor­tung für unse­re Mit-, Um- und Nach­welt kein quan­ti­ta­ti­ves Minus an Frei­heit, son­dern ein qua­li­ta­ti­ves Bonum.

Die­se bei­den Leit­bil­der der Frei­heit füh­ren zu spür­ba­ren Dif­fe­ren­zen in der Lebens­welt, zum Bei­spiel hin­sicht­lich der Fra­ge, ob und wie Poli­tik Ein­fluss auf die Wirt­schaft neh­men soll­te. Denn wer Frei­heit quan­ti­ta­tiv denkt, ver­steht Libe­ra­li­sie­rung ger­ne als Dere­gu­lie­rung im Inter­es­se der Maxi­mie­rung pri­va­ter Optio­nen und indi­vi­du­el­ler Frei­zü­gig­keit. Wer Frei­heit qua­li­ta­tiv denkt, erkennt Libe­ra­li­sie­rung hin­ge­gen in einer wech­sel­sei­ti­gen Opti­mie­rung indi­vi­du­el­ler wie kol­lek­ti­ver Lebens­chan­cen zum Zwe­cke all­sei­ti­ger Auto­no­mie. Statt einer Welt der quan­ti­ta­tiv unbe­grenz­ten Mög­lich­kei­ten, in der eini­ge Weni­ge alles erwer­ben kön­nen, wird eine Welt der qua­li­ta­tiv sinn­vol­len Wirk­lich­kei­ten ange­strebt, in der alle Etli­ches zu errei­chen ver­mö­gen. Wirt­schafts­po­li­ti­schen Gestal­tungsver­bo­ten quan­ti­ta­ti­ver Frei­heits­theo­ri­en set­zen qua­li­ta­tiv ori­en­tier­te Ansät­ze daher oft ein aus­drück­li­ches Gestal­tungs­ge­bot ent­ge­gen.
Urteil­sent­hal­tung über das Wesen der Frei­heit stützt die jeweils domi­nan­ten Leit­bil­der; und das ist eben­so kri­tik­wür­dig und recht­fer­ti­gungs­be­dürf­tig wie die Stand­punk­te, die dadurch bestärkt wer­den. Wer nicht wählt, wählt auch – näm­lich das Bestehen­de. – Wel­ches Leit­bild für die Frei­heit also soll­ten wir wol­len? Schil­ler und Beet­ho­ven geben hier einen wich­ti­gen Hin­weis: Lie­ben kann man nur Bestimm­tes, Kon­kre­tes. Eine ganz und gar abs­trak­te Vor­stel­lung von Frei­heit, der alle Optio­nen gleich gel­ten, lässt die Men­schen gleich­gül­tig. In der Tat: Frei­heit hängt mehr an der Klas­se als an der Mas­se unse­rer Optio­nen. Jedem leuch­tet ein, dass eine klei­ne Men­ge guter Wahl­mög­lich­kei­ten einer gro­ßen Men­ge scheuß­li­cher Optio­nen vor­zu­zie­hen ist. Ent­spre­chend müs­sen wir uns von der stu­pi­den Armut des Optio­nen­zäh­lens lösen, um für den stu­pen­den Arten­reich­tum der Frei­heit emp­fäng­lich zu wer­den. Qua­li­ta­ti­ves Abwä­gen kommt vor quan­ti­ta­ti­vem Abwie­gen!

Wie aber grenzt man sinn­vol­le von sinn­lo­sen Optio­nen ab? Der rich­ti­ge Maß­stab dafür scheint mir eben jene Glo­ba­li­tät zu sein, die der Frei­heit gegen­wär­tig zur Her­aus­for­de­rung wird. Indi­vi­du­el­le Frei­heit, die sich am Ver­lan­gen nach uni­ver­sel­ler Frei­heit aus­rich­tet – und sich ent­spre­chend im Diens­te an der Eman­zi­pa­ti­on und Befä­hi­gung von Mit­men­schen selbst beschränkt –, ist mit sich selbst im Ein­klang. Umge­kehrt wirft man einem Frei­heits­ver­lan­gen, das nur an der Wah­rung des eige­nen Besitz­stands inter­es­siert ist, aber den Armen und Mar­gi­na­li­sier­ten die­ser Welt die kal­te Schul­ter zeigt, zu Recht eine Dop­pel­mo­ral vor. Knap­per for­mu­liert: Die Über­nah­me von kos­mo­po­li­ti­scher Ver­ant­wor­tung redu­ziert Frei­heit nicht, son­dern rea­li­siert sie. Von die­ser qua­li­ta­ti­ven War­te aus bese­hen, erschei­nen sodann vie­le For­de­run­gen nach Gerech­tig­keit und Nach­hal­tig­keit weni­ger als Angrif­fe auf gegen­wär­ti­ge, son­dern viel­mehr als ein Enga­ge­ment für zukünf­ti­ge Frei­heit. Also: Je mora­lisch, sozi­al und öko­lo­gisch ver­ant­wort­li­cher eine Frei­heit ist, umso stär­ker soll­ten wir sie för­dern. Frei­heit ver­pflich­tet – und das zeigt sich auch schon mal im Redu­zie­ren von Optio­nen: Weni­ger kann bis­wei­len bes­ser sein.
Im bild­haf­ten Ver­gleich: Quan­ti­ta­ti­ve Frei­heits­theo­ri­en betrach­ten Frei­heit wie einen Bogen Papier, der umso klei­ner wird, je mehr Per­so­nen ein Stück­chen davon erhal­ten. Es läge dem­nach also im Inter­es­se der Ein­zel­nen, ande­re – sofern sie uns nichts Attrak­ti­ves zum Tausch anzu­bie­ten haben – von jenem knap­pen Gut aus­zu­schlie­ßen, um den eige­nen Anteil an der Frei­heit zu ver­grö­ßern. Qua­li­ta­ti­ve Frei­heit ten­diert dage­gen dazu, Frei­heit wie ein Licht anzu­se­hen, des­sen Leucht­kraft umso stär­ker wird, je mehr Per­so­nen es erhal­ten.

Ich mei­ne: Wir soll­ten dem Leit­bild qua­li­ta­ti­ver Frei­heit fol­gen und in sei­nem Lich­te, die diver­gie­ren­den Ziel­set­zun­gen der Indi­vi­du­en und Gemein­we­sen mit­ein­an­der ver­mit­teln (um Frei­heit zu erhal­ten), koor­di­nie­ren (um Frei­heit zu gestal­ten) und unse­re per­sön­li­che Frei­heit zum Woh­le der Auto­no­mie ande­rer ein­brin­gen (um Frei­heit zu ent­fal­ten). Die Fas­zi­na­ti­on der Frei­heit kann alle Men­schen ergrei­fen, sofern wir Frei­heit als unteil­bar begrei­fen und uns der aus ihr erwach­sen­den kos­mo­po­li­ti­schen Ver­ant­wor­tung stel­len. Am qua­li­ta­ti­ven Leit­bild einer allen Men­schen ver­pflich­te­ten Frei­heit ori­en­tiert, kann die Idee der Frei­heit erneut zum zen­tra­len Leit­bild unse­rer Zeit auf­rü­cken.

__________________

Die­ser Arti­kel ist erst­mals in der Aus­ga­be 3/2016 LEITBILDER erschie­nen. In die­ser Aus­ga­be stel­len 25 Per­sön­lich­kei­ten aus Wirt­schaft, Poli­tik, Phi­lo­so­phie, Medi­zin, Jus­tiz, Kul­tur, Archi­tek­tur, Gas­tro­no­no­mie u.v.m. die Bil­der vor, die uns in ori­en­tie­rungs­lo­sen Zei­ten lei­ten könn­ten.