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„Wir werden auch weiterhin sehr philosophisch über die künftige Wirtschaft nachdenken“ – Mitherausgeber Richard David Precht

„Wir werden auch weiterhin sehr philosophisch über die künftige Wirtschaft nachdenken“

Richard David Precht sprach im Interview mit SinndesLebens24.de über seine Mitherausgeberschaft der agora42 und die Bedeutung von Philosophie und Ökonomie:

Herr Precht, Sie sind auch Herausgeber des philosophischen Wirtschaftsmagazins agora42. Warum ist für Sie die Verbindung von Philosophie und Wirtschaft heute so wichtig?

Richard David Precht
Richard David Precht ist Honorarprofessor für Philosophie an der Leuphana Universität Lüneburg sowie Beiratsmitglied der agora42.

Precht: Ökonomie war ja tatsächlich ursprünglich einmal eine wichtige Sparte der Philosophie. Denn alle großen wichtigen ökonomischen Fragen sind nicht nur alleine ökonomische Fragen, sondern immer auch philosophische. Also Fragen wie: Was ist das Ziel meiner Wirtschaftspolitik? Welches Menschenbild steht dahinter? Dass sich Ökonomen kaum noch für Philosophie, Philosophen kaum mehr für Ökonomie interessieren, ist ein gesellschaftliches Fiasko.
Die beiden Redakteure Frank Augustin und Wolfram Bernhardt, der eine Philosoph, der andere Ökonom, haben die Zeitschrift 2009 gegründet, um beide Themen wieder zusammenzubringen, das finde ich großartig. In diesem Zusammenhang habe ich auch die Herausgeberschaft übernommen, aber meine Rolle ist wirklich nur die des Herausgebers, ich nehme inhaltlich keinen Einfluss. agora42 bietet eine ganz hervorragende Plattform für Positionen und Theorien, Austausch und Streitkultur, Hintergrundwissen und Visionen rund um die Wirtschaftsphilosophie. Wir werden auch weiterhin sehr philosophisch über die künftige Wirtschaft nachdenken.
Zeiten des gesellschaftlichen Umbruchs sind immer gute Zeiten für die Philosophie. Aktuell nimmt das gesellschaftliche Interesse daran in der Tat immer stärker zu und darüber freue ich mich.