2/2024 WAS ZÄHLT?

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Ausgabe 2/2024

WAS ZÄHLT?

Indizes oder Statistiken, Rankings oder Quoten, Gewinne und Verluste – Zahlen sind allgegenwärtig, um sie dreht sich die (Wirtschafts-)Welt. Haben Zahlen eine zu große Bedeutung bekommen? Hängen wir einem Zahlenfetisch an? Müssen wir uns vom Zahlenregime befreien? Und wie sieht ein mündiger Zahlengebrauch aus?

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Beschreibung

TERRAIN
Die Moderne ist durch eine Sehnsucht nach Berechenbarkeit gekennzeichnet, so UWE VORMBUSCH, der in seinem Beitrag den sozialhistorischen Hintergrund verschiedener Formen der Kalkulation beschreibt. FELIX DORN widmet sich in seinem Beitrag einer ganz besonderen Zahl, die die  Wirtschaftspolitik noch immer in ihrem Bann hält: dem Bruttoinlandsprodukt. Was in den Wirtschaftswissenschaften zählt, fragt DANIEL WEIßBRODT, um festzustellen, dass sie auf weitgehend ungeprüften Annahmen aufbauen. Statistische Differenzierungen von Menschen sind keineswegs bloße Beschreibungen der Wirklichkeit, so HANNAH BENNANI. Vielmehr sollten sie als Ergebnis so voraussetzungs- wie folgenreicher sozialer Aushandlungen und Kämpfe begriffen werden.

PORTRAIT
Der indische Ökonom AMARTYA SEN gehört zu den wichtigsten Vertretern seines Faches – und zu dessen wichtigsten Kritikern. CHRISTIAN NEUHÄUSER zeigt, dass diese Kritik auf Sens radikal emanzipativem Freiheitsverständnis beruht.

INTERVIEW
Zahlen tauchten vor rund 5000 Jahren im Kontext von Verwaltung und Ökonomie auf. Wir haben mit OLIVER SCHLAUDT über ihre Entstehung, ihren Siegeszug und ihre besondere Bedeutung für die Ökonomie gesprochen – und darüber, dass man sich nicht von ihrer scheinbaren Rationalität blenden lassen sollte, die oft auf irrationalen Annahmen beruht.

HORIZONT
REINHARD LOSKE weist darauf hin, dass es einen Fortschritt darstellt, nicht nur das „Naturkapital“ zu berechnen, sondern einen um soziale und kulturelle Dimensionen erweiterten Blick auf Ökosysteme zu werfen und ihnen auch Eigenrechte zuzugestehen. RONALD COLEMAN stellt in seinem Beitrag den Genuine Progress Index als ein Mittel vor, mit dem nicht nur Wachstum, sondern echtes Wohlergehen gemessen werden kann. Die Gemeinwohlökonomie zielt auf eine sozial wie ökologisch verantwortungsvolle Wirtschaft ab. Das Messinstrument dafür, die Gemeinwohl-Matrix, wird von WILFRIED KNORR vorgestellt. „Raus aus der Steigerungslogik!“, fordert ANGELIKA ZAHRNT. Sie zeigt auf, wie eine Postwachstumsgesellschaft erreicht werden kann, die auf dem Leitgedanken des Genug aufbaut. 

RUBRIKEN
ZUKUNFT FÜR ALLE: MASCHA SCHÄDLICH zeigt auf, dass Vergesellschaftung der Hebel ist, um die Wirtschaft aus dem Würgegriff des Bruttoinlandsprodukts zu befreien. FRISCHLUFT: LOUIS KLEIN stellt fest, dass uns die Künstliche Intelligenz den Spiegel vorhält und uns dazu zwingt, uns auf das eigentlich Menschliche zu besinnen – das, was keiner Regel oder Routine folgt. LAND IN SICHT: LARS HOCHMANN SEBASTIAN MÖLLER sprechen über die Perspektiven für einen Ausbruch aus dem indikatorengestützten business as usual. WOZU KUNST?: Ästhetik, Politik, Revolte – so fasst MARINA GRŽINIĆ die Ausstellung PUNK. SUBCULTURE. SOCIALISM. über die Fotografie aus der Punkszene Sloveniens der 1970er- und 1980er-Jahren zusammen.