Biodiversität und Artensterben – die Natur und ihre Veränderung

Biodiversität und Artensterben

Die Natur und ihre Veränderung

von Lia Polotzek

Während der Arbeit an diesem kurzen Artikel haben uns sechs Arten für immer verlassen. 2018 sind sowohl der Dunkelkopf-Blattspäher als auch der Weißwangen-Kleidervogel ausgestorben. An jedem einzelnen Tag verschwinden so 150 Arten – auf das Jahr gesehen sind das mehr als 58.000 Spezies. Zusätzlich ist mehr als ein Viertel der bekannten Arten vom Aussterben bedroht. Besonders dramatisch ist das Insektensterben: Mehr als 40 Prozent der Arten sind weltweit bedroht und die Biomasse der Insekten sinkt jedes Jahr um 2,5 Prozent. Deshalb prognostizierten Forscherinnen und Forscher Anfang 2019, dass es in 100 Jahren keine Insekten mehr geben wird, sollte dieser Trend anhalten. In Deutschland ist die Biomasse von Fluginsekten in den letzten 30 Jahren laut einer Studie sogar um drei Viertel zurückgegangen. Biodiversität und Artensterben – die Natur und ihre Veränderung weiterlesen

Wasser

Wasserverschmutzung und Trinkwasserknappheit

Die Natur und ihre Veränderung

von Lia Polotzek

Weniger als ein Prozent des Wassers weltweit ist den Menschen als Trinkwasser zugängig. Etwa 97 Prozent befindet sich in den Meeren und die restlichen drei Prozent Süßwasser sind hauptsächlich als Eis gefroren oder in Böden gebunden. Um das Wasser in Flüssen und Seen und das Grundwasser steht es jedoch schlecht. Denn Pestizide und Düngemittel aus der industriellen Landwirtschaft, Mikroplastik und Schadstoffe aus Minen, Tagebauen und der Industrie verschmutzen es weltweit. Seit den 1970er-Jahren gab es außerdem einen Rückgang der weltweit im Süßwasser lebenden Arten um mehr als 80 Prozent. In Deutschland finden sich bereits in 93 Prozent der fließenden Gewässer nicht mehr die Wasserpflanzen und Tiere in ihrer natürlichen Zusammensetzung. Nitrate, die aus stickstoffhaltigen Düngemitteln gebildet werden, belasten mittlerweile rund 18 Prozent des Grundwassers in Deutschland oberhalb der gesetzlichen Grenzwerte und stellen insbesondere in stehenden Gewässern ein Problem dar. Zusätzlich überschreiten fast alle deutschen Oberflächengewässer den Grenzwert für Quecksilber. Wasser weiterlesen

Wald

Der Wald im Griff der Menschenwelt

Die Natur und ihre Veränderung

von Lia Polotzek

Weltweit sind etwa 30 Prozent der Landfläche mit Wäldern bedeckt. Der Wald ist jedoch relativ ungleich verteilt: Mehr als die Hälfte des weltweiten Waldbestands befindet sich in Russland, Brasilien, Kanada, den USA und China. Doch Wald ist nicht gleich Wald. Etwas mehr als 33 Prozent der Wälder gelten als Urwälder – die Hälfte davon sind Regenwälder. 60 Prozent sind Naturwälder und knapp sieben Prozent der Wälder weltweit sind sogenannte Plantagenwälder. Das sind Industrieplantagen für die Holz-, Papier- und Zellstoffindustrie und die Produktion von Energie. Sie bestehen aus schnell wachsenden Monokulturen, die mit Düngemitteln und Pestiziden behandelt werden. Obwohl es in der Vergangenheit viel Kritik gab, gelten auch sie in der Definition der Vereinten Nationen als Wald. Wald weiterlesen

Luft

Die Luftkomposition

Die Natur und ihre Veränderung

von Lia Polotzek

Wie eine riesige Schutzschicht legt sich die Atmosphäre um die Erde. Gefüllt ist sie mit einem Gasgemisch aus Stickstoff, Sauerstoff, Argon und Kohlenstoffdioxid: der Luft. Aufgrund der massiven weltweiten Luftverschmutzung durch Industrie, Verkehr und die industrielle Landwirtschaft müssen jedoch weltweit neun von zehn Menschen täglich verschmutzte Luft atmen. Luftverschmutzung sorgt dafür, dass jedes Jahr sieben Millionen Menschen vorzeitig an Krankheiten wie Krebs und Schlaganfall sowie Herz- und Lungenerkrankungen sterben.

Feinstaub, Stickoxide (NOx), Schwefeldioxid (SO2), Ozon (O3): Die Liste der Schadstoffe in der Luft ist lang. Viele durch Wirtschaftsaktivitäten freigesetzte Stoffe verändern sich zusätzlich in der Luft. So werden Stickoxide zwar überwiegend als Stickstoffmonoxid (NO) emittiert, anschließend in der Luft aber in Stickstoffdioxid (NO2) umgewandelt. Diese sogenannten sekundären Schadstoffe sind in vielen Fällen noch giftiger als die ursprünglich in die Luft gelangten Stoffe. Luft weiterlesen

„Zeit ist die Dimension des Lebendigen“ – Der Verein zur Verzögerung der Zeit

„Zeit ist die Dimension des Lebendigen“

Im Gespräch mit Martin Liebmann vom Verein zur Verzögerung der Zeit

Text und Fotos: Andrea S. Klahre

Verein zur Verzögerung der Zeit. Wer das liest, hat eine Frage. Die Autorin hatte im Frühling 1993 gleich mehrere; sie reiste nach Klagenfurt, verbrachte einen halben Tag mit dem Gründer – und brauchte einige Jahre, bis die Zeit reif war für das Thema. Nun bereitete sich Professor Dr. Peter Heintel darauf vor, aus der Zeit zu gehen. Das Gespräch mit Martin Liebmann ist gleichsam  Erinnerung an einen „untypischen Wissenschaftler, reflektiert wie kaum jemand.“ (Liebmann)

 

Herr Liebmann, „Leben und Soziales bewegt sich in eigenzeitlichen Rhythmen, die man nicht beliebig verändern, beschleunigen, verkürzen kann“, hat Peter Heintel gesagt. Somit auch nicht verzögern.

Liebmann: Nein, natürlich nicht. Hinter dem leicht ironischen, sperrig-verdrehten Titel des Vereins steht die Idee, wie Eigensinniges im globalisierten Einerlei überhaupt noch Platz haben kann. Zeit lässt sich anders bestimmen, wenn man als wenig produktiv und passiv empfundene Un-Tätigkeiten berücksichtigt: Nachdenken, Selbstreflexion, Müßiggang, Tagträumen … Wir können unser Leben etwas langsamer und bewusster wahrnehmen oder dem Temporausch einfach etwas entgegensetzen. Das scheint schwierig zu sein, weil Geschwindigkeit so normal ist. Innerhalb der Zeitordnung gibt es aber hohe Freitheitsgrade individueller Gestaltbarkeit. „Zeit ist die Dimension des Lebendigen“ – Der Verein zur Verzögerung der Zeit weiterlesen

Der Reiz des eigenen Tempos – Langsamkeit wagen

Der Reiz des eigenen Tempos

von Andrea S. Klahre

Die Gesellschaft von morgen ist bereits chronisch krank, bevor sie überhaupt erwachsen werden kann: dünne Haut, Risse in der Seele, überreagierende Atem- und Verdauungswege. Und sonst so? Die Welt ist ein härter werdender Ort. Eine Beschreibung der Befindlichkeiten kommt nicht mehr ohne immer schrillere Begrifflichkeiten aus.

Hyperaktivität ist ein solches Wort, Optimierungszwang ein anderes. Oder Augenblicksgier. Die Angst etwas zu verpassen, FOMO (Fear of Missing out) soll die erste „Social-Media-Krankheit“ sein, mit Symptomen wie: ständig online, dauernd im Austausch. Und natürlich: machen machen machen. Es ist ein Hetzen und Treiben, im Job, auf den Straßen, selbst im Wochenendkurzurlaub. Und sowieso in Großstädten. Wo sich gefühlt alles pausenlos rasanter dreht, sieht sich das äußere Zwecke erfüllende Ich – das (sich) produzierende und konsumierende Ich – permanent erpresst, die Geschwindigkeit anzupassen.

Dieses noch junge Jahrhundert mit aller Mobilität, Flexibilität, Konnektivität hat generationenunabhängig schon eine Mehrheit sehr leidensfähig gemacht; sie hat gelernt, sich in überhitzte Leistungssysteme einzufügen, die von anderen für sie definiert werden. Sicher, Arbeit ist aus vielerlei Gründen das Salz in der Lebenssuppe. Doch vor lauter Abstrampelei wird ganz vergessen, dass es kein Maßstab für Gesundheit ist, sich gut an eine kranke Umwelt anzupassen. Der Reiz des eigenen Tempos – Langsamkeit wagen weiterlesen

agora42-Blogserie zum Thema Langsamkeit

agora42-Blogserie zum Thema Langsamkeit

Der Einzelne wähnt sich so fest im Geschwindigkeitsgriff, dass er Selbstausbeutung mit Selbstbestimmtheit verwechselt und übersieht, dass Gesundheit und Glück auch daraus erwachsen, Raum und Zeit für Besinnung, Wertebildung oder echtes Miteinander zu finden.  Wir eröffnen deshalb eine Online-Kolumne, die in den kommenden Monaten den einen oder anderen Besucher unserer Website zum Widerstand gegen die Kultur der Eile inspirieren möchte:

Andrea S. Klahre hat auf der Suche nach Visionären Künstler, Wissenschaftler und Querdenker gefunden, die Impulse geben, Richtungen weisen, in jedem Fall bereichern, bestenfalls erfreuen. Freuen Sie sich unter anderem auf: agora42-Blogserie zum Thema Langsamkeit weiterlesen

Finanz & Eleganz: Au contraire – oder Warum manchmal viel dafür spricht, dagegen zu sein

Au contraire – oder Warum manchmal viel dafür spricht, dagegen zu sein

Dieser erste Post im neuen Jahr will sich tapfer der Welle von positivem Denken entgegenstemmen, die bis zur Mitte des Monats Januar alles überrollt. Wieder ein neues Jahr, in dem wir alles besser machen – mit Optimismus, Freude und Vertrauen alle Ängste überwinden, das Gute noch im Schlechtesten gesehen wird und jedes Glas mindestens halbvoll ist.  Und warum auch nicht? Was schadet es, mit einer positiven Grundhaltung und fröhlichem Schwung an die zahlreichen Projekte heranzutreten, die sich auf dem Schreibtisch und sonstwo melden?

Dennoch wollen wir uns heute einmal mit Miesmachern, Pessimisten und notorischen Querulanten beschäftigen, vor allem im Bereich der Finanzmärkte. Und von diesen suchen wir uns eine kleine feine Gruppe heraus, die man „Contrarians“ nennt. Diese Leute machen alles anders, sie kaufen Aktien wenn andere verkaufen, sie sehen in die Ecken, die schlecht ausgeleuchtet sind und einem folgen sie gewiss nicht: dem Herdentrieb. Finanz & Eleganz: Au contraire – oder Warum manchmal viel dafür spricht, dagegen zu sein weiterlesen

Cappuccinos für Senioren oder: Eines ist unsicher – die Rente!

Cappuccinos für Senioren oder:

Eines ist unsicher – die Rente!

Text: Bernd Villhauer

In der Kolumne “Finanz & Eleganz” geht Bernd Villhauer den Zusammenhängen von eleganten Lösungen, Inszenierungen, Symbolen und Behauptungen einerseits sowie dem Finanzmarkt andererseits nach. Grundsätzliche Überlegungen zu der Kolumne finden Sie in der Einführung.

Finanzen – genau wie Sodbrennen ein lebenslanges Thema! Aber welche Rolle spielt es genau in den  verschiedenen Lebensabschnitten? Eine zu geringe sagt uns die Intuition. Wahrscheinlich sollten wir kurz nach dem Schulabschluss unsere Strategie festlegen (für die Rente, nicht für das Sodbrennen) – ab er wer tut das außer ein  paar Langweilern?

Normalerweise geht der Bundesbürger das Problem der finanziellen Vorsorge für das Alter nicht an, bevor er schon die ersten grauen Haare bekommt. Dabei gibt es doch die Gefahr der Altersarmut. Aber gibt es die wirklich? In Deutschland? In Europa? Und welche Schichten betrifft sie genau? Das Unwissen ist groß, die Angst noch größer – und daraus lässt sich großartig Kapital schlagen, auch politisches… Cappuccinos für Senioren oder: Eines ist unsicher – die Rente! weiterlesen

Finanz & Eleganz: Vom Labyrinth der Finanzwelt

Materialistische Meditationen: Vom Labyrinth der Finanzwelt

von Bernd Villhauer

Achtung! Achtung! Bitte lösen Sie nach Lektüre des aktuellen Blogs sofort eine Bahnfahrkarte nach Würzburg bzw. stellen Sie Ihre Auto-Navigation auf „Würzburg, Veitshöchheimer Str. 5“. Gehen Sie nicht über Los und sondern besuchen Sie dort das Museum im Kulturspeicher Würzburg mit der aktuellen Ausstellung  „Labyrinth konkret … mit Nebenwegen“ (nur noch bis 15. Juli!) und begeben Sie sich ins Labyrinth. Finanz & Eleganz: Vom Labyrinth der Finanzwelt weiterlesen