The Dark Mountain Project

„The intelligences inherent in nature are non-linear and not a product of human thought.“

Im Jahr 2009 publizierten die Engländer Dougald Hine und Paul Kingsnorth ein Manifest mit dem Titel Uncivilisation – The Dark Mountain Manifesto. Mit diesem Manifest geht es ihnen um nichts Geringeres, als jene Geschichten zu hinterfragen, die unserer Kultur zugrunde liegen: den Mythos des ewigen Fortschritts, den Mythos, dass der Mensch im Mittelpunkt der weltlichen Ordnung stehe und den Mythos, dass Mensch und „Natur“ getrennt voneinander seien. Die Geschichten, die wir uns erzählen und die Bilder, die wir von uns selbst haben, formen unser Leben und geben ihm seine Richtung, davon sind die Projektmacher überzeugt. Aus diesen Gedanken entstand das Dark Mountain Project, eine Gruppe an Künstlern und Freidenkern, die Bücher publiziert und Veranstaltungen organisiert, um auf künstlerisch-philosophische Weise neue Denkmuster aufzuzeigen. The Dark Mountain Project weiterlesen

Warum ändern wir uns nicht, wo doch die Katastrophe auf der Hand liegt? – Interview mit Richard David Precht

Warum ändern wir uns nicht, wo doch die Katastrophe auf der Hand liegt?

Interview mit Richard David Precht

Wir sprachen mit Richard David Precht über den gesellschaftlichen Wandel, was ihn bremst und was auf ihn folgt. Weitere Gespräche mit Richard David Precht sind in den Ausgaben Vernunft und der Jubiläumsausgabe 42 erschienen.

 

Herr Precht, was charakterisiert die heutige Gesellschaft? Was hat die Menschen in der Moderne getragen? Der Glaube an die Vernunft?

Was unsere Gesellschaft im Innersten zusammenhält, ist der Wohlstand. Die bürgerliche Gesellschaft, entstanden durch die Erste Industrielle Revolution, stabilisierte sich in dem Maße, in dem mehr und mehr Menschen von ihren Segnungen profitierten. Der Prozess war allerdings ein Schlingerkurs, wie die bewegte Geschichte der Industriestaaten zeigt. Die „Vernunft“, der „Überbau“, mit dem sich die bürgerliche Gesellschaft legitimierte, verhinderte weder zwei Weltkriege noch den Holocaust. Wenn wir heute fürchten, dass der Affekt die Vernunft ersetzt, so muss man ehrlicherweise sagen: Das war nie anders. Die sozialen Medien machen die Macht des Affektes nur sichtbarer. Gleichwohl ist es nicht umsonst, die „Vernunft“ als Korrektiv zu beschwören – und sei es auch oft nur als „normative Kraft des Fiktiven“.

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